Vivaldi Browser bringt lange erwarteten Mail-Client Vivaldi Mail

Vivaldi 3.0

Vivaldi ist das Projekt des Norwegers Jon von Tetzchner, einem der Mitbegründer des Opera-Browsers. Nachdem Opera 2013 nach Version 12.18 seinen Zielen untreu wurde, nicht mehr auf die Community hörte und im Rahmen einer Neuorganisation beliebte Teile des Browsers fallen ließ, startete von Tetzchner auf Island ein neues Projekt namens Vivaldi, das weiter an den ursprünglichen Zielen von Opera festhalten sollte.

Versprechen eingelöst

Damals versprachen die Entwickler, aus Opera entfernte Komponenten wie den Mail-Client samt Kalender-App und RSS im Chrome-basierten Browser Vivaldi wieder einzuführen. Lange hat es gedauert, doch jetzt ist es soweit. Im Vivaldi-Snapshot 2115.4, einem Beta-Kanal von Vivaldi, ist eine technische Vorschau von Vivaldi Mail, Vivaldi Calendar und Vivaldi Feed Reader enthalten. Vivaldi bezeichnet die Qualität in seiner Ankündigung als Pre-Beta. Die Funktionalität muss zunächst unter vivaldi://experiments freigeschaltet werden und ist nach einem anschließenden Neustart im Panel sichtbar.

Vivaldi Mail arbeitet mit POP3 und IMAP zusammen. Die Einrichtung eines E-Mail-Kontos geht erwartungsgemäß schnell, lediglich die Adresse und das Passwort sind anzugeben. Vivaldi bietet einen eigenen Account an, jedoch lässt sich auch jeder andere E-Mail-Dienst nutzen. Bei der Anzahl der Konten gibt es keine Beschränkung.

Vielfache Ansichten und Filter

Der Aufbau des Clients ist dreigeteilt und kennt eine horizontale und eine vertikale Ansicht, wobei links immer das sogenannte Mail Panel mit den Konten und Ordnern zu sehen ist. Über Schalter am oberen Rand kann die Ansicht auf bestimmte Bereiche eingeschränkt werden. Eine Einstellung zeigt etwa nur ungelesene Nachrichten an, andere blenden bestimmte Bereiche aus. Über Filter und Label lässt sich das Mailaufkommen weiter ordnen. Wenn Mails absichtlich oder versehentlich auf dem Server gelöscht werden, hält Vivaldi Mail sie so lange im Papierkorb als Backup vor, bis dieser manuell gelöscht wird.

Eingebauter Feedreader

Der RSS-Feedreader ist in den Mail-Client integriert und einfach in der Bedienung. Abonnierte Feeds tauchen im Mail-Client unter Feeds auf und werden wie normale Mails indexiert und sind somit über die Suche auffindbar. Bereits bestehende Feeds in anderen Anwendungen können als OPML-Datei importiert werden.

Kalender lokal oder synchronisiert

Mit dem Vivaldi Calendar kann der Anwender entscheiden, alle Daten lokal zu halten oder sie per CalDAV oder anderen Diensten zu synchronisieren. Während die Pop-ups vieler Kalender die Sicht auf andere Events verdecken, geht Vivaldi einen anderen Weg, der die Planung erleichtert, indem andere Termine dabei sichtbar bleiben.

Flexibles Layout

Zudem werden Termininformationen nicht durch ein starres Layout abgeschnitten, sondern bleiben lesbar. Die sichtbaren Details lassen sich in drei Ansichten von minimal über compact zu full umschalten. Der Kalender lässt sich zudem auch komplett per Tastatur bedienen. Einladungen zu Terminen können aus dem Kalender versendet werden. Events können auch erstellt werden, indem ein auf einer Webseite markierter Text über das Kontextmenü in den Kalender übernommen und dort gespeichert wird.

Stabil mit Vivaldi 3.5

Die neuen Dienste Mail, Kalender und RSS sollen im nächsten Jahr mit Vivaldi 3.5 stabil veröffentlicht werden. Bis dahin kann und wird es noch Änderungen sowohl technischer als auch visueller Art geben. Beim jetzigen Stand scheint nach einem kurzen Test alles zu funktionieren und es sind bereits einige gute Detaillösungen integriert. Einige Limitierungen der derzeitigen Version sowie die Download-Links für Vivaldi Snapshot 2115.4 finden sich im Vivaldi-Blog.

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