Linux bietet auch bei der Tastaturbelegung mehr

Die unterschiedlichen Betriebssysteme wie Windows oder Linux-Distributionen unterscheiden sich auf viele Arten und Weisen. Viele davon sind auf dem ersten Blick zu erkennen, manche aber auch relativ dezent. Das gilt erstaunlicherweise auch für die Tastatur. Während sie auf dem ersten Blick gleich aussehen und auch gleich funktionieren, verbergen sich interessante Details.

Dritt- und Viertbelegung

Beispielsweise haben unter Linux alle Tasten eine Drittbelegung mit der »Alt Gr«-Taste. Für Windows hingegen gilt nur die Tastaturbelegung T1. Es sind grundsätzlich nur jene Zeichen tippbar, die auch auf der Tastatur beschriftet sind. Will heißen, unter den Buchstaben sind die einzigen Drittbelegungen @, € und µ.

Unter Linux hingegen weisen alle Tasten nicht nur eine Drittbelegung mit der »Alt Gr«-Taste auf, sondern auch noch eine Viertbelegung, wenn man zusätzlich noch die Umschalttaste nutzt. So tauchen noch zahlreiche zusätzliche Zeichen auf, die durchaus praktisch sein können wie Pfeile, Guillemets oder ein echtes »waagerechtes Auslassungszeichen« (…). Oder auch andere Zeichen bis zum großen ẞ. Die Tastaturbelegung kann man unter GNOME in den Einstellungen unter »Region und Sprache« nachschlagen.

Interessanterweise scheint es sich bei diesen Tastaturbelegungen allerdings nicht um die bekannteren und teilweise auch in DIN-Normen festgelegten E1, E2 oder T2 zu handeln, für welche wohl allerdings ebenfalls Treiber bereitstünden.

Tote Tasten zum Leben erwecken

Ein weiterer Unterschied besteht bei der Eingabe von Akzenten, beispielsweise für die französische Sprache. Bei der Tastaturbelegung hat man die Wahl zwischen »deadkeys« und »nodeadkeys«. Dabei läuft es mit Deadkeys so, wie man es von Windows aus kennt: Man wählt die Akzenttaste und anschließend den entsprechenden Buchstaben aus. Beispielsweise »´« und anschließend »e« für das é in André. Will man nur ein ´ tippen, muss man die Taste doppelt drücken.

Das doppelte Drücken von toten Tasten, um sie zu Leben zu erwecken, kann allerdings gerade für Terminal-Nutzer schnell nervig werden. Die Lösung kann hier in der Compose-Taste liegen. Nach dem Drücken dieser kann anschließend sowohl Buchstaben als auch Akzent auswählen. Um die Compose-Taste festzulegen, kann man sich des Befehls »xmodmap« für das Terminal bedienen. Möchte man das grafisch erledigen, so muss man für GNOME beispielsweise die Tweak Tools installieren und kann dann in den Optimierungen unter Tastatur und Maus die Compose-Taste festlegen.

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