AppImages in den Desktop integrieren

Seit einigen Jahren machen neue distributionsunabhängige Paketformate wie Flatpak, Snap und AppImage den althergebrachten Paketmanagern Konkurrenz. Während Flatpak aus der Ecke von Red Hat kommt und Snap von Canonical entwickelt wurde, gibt es AppImage schon sehr viel länger. Es erhielt durch den Erfolg der beiden Konkurrenten Auftrieb und genießt dadurch in den letzten Jahren einen höheren Bekanntheitsgrad.

Vor- und Nachteile

Während Flatpak und Snap auf die Installation von unterstützender Software angewiesen sind, kommt AppImage völlig eigenständig daher. Neben den Vorteilen der Unabhängigkeit und der Portabilität bringt AppImage für den Anwender den Nachteil, dass sich die derart gepackten Apps sich nur manuell in das jeweilige Applikationsmenü der Distributionen einfügen lassen und ansonsten entweder von der Kommandozeile aus oder per Klick auf die Anwendung im Dateimanager gestartet werden müssen, nachdem sie ausführbar gemacht wurden. Ein weiterer Nachteil ist der fehlende Update-Mechanismus, der dem Anwender verfügbare Updates ankündigt oder ausführt.

Gestern entdeckte ich zufällig das kleine Tool AppImageLauncher, das angetreten ist, diese Nachteile auszubügeln. Das Tool wird auf GitHub entwickelt und wer viele AppImages nutzt, spart damit einiges an Zeit und gewinnt an Komfort. Außer der Installation per PPA bietet der Entwickler freundlicherweise neben dem Quellcode auch Pakete in den Formaten DEB und RPM für die Architekturen x86-64, i386 und armhf an. Zusätzlich gibt es die Anwendung auch – wer hätte es gedacht – als AppImage.

AppImageLauncher

Beim ersten Start von AppImageLauncher wird der Anwender gefragt, wo AppImages künftig zentral gespeichert werden sollen. Voreingestellt ist ~/Applications. Wird nun ein AppImage auf herkömmliche Weise gestartet, meldet sich AppImageLauncher und fragt, ob die App in den Desktop integriert werden soll. Stimmt der Anwender zu, wird das Image in den vorher festgelegten Ordner verschoben und samt Icon ins Applikationsmenü oder den genutzten Anwendungsstarter eingebunden. Dort bietet das Kontextmenü der Anwendung dann neue Einträge zum Löschen und Aktualisieren der Anwendung, letzteres nur, wenn das AppImage die Funktion AppImageUpdate unterstützt.

Mit AppImageLauncher lassen sich AppImages zentral verwalten und über das Menü der Desktop-Umgebung starten, entfernen und, falls unterstützt, auch aktualisieren. Damit können die Nachteile von AppImage gegenüber Flatpak und Snap egalisiert werden und die Vorteile überwiegen.

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