Tails 4.19 – anders als geplant

Tails 4.19
Logo: Wikimedia Lizenz: CC by 4.0

Tails steht für »The Amnesic Incognito Live System« und bedient sich zur Anonymisierung des Tor-Netzwerks, durch dessen Knotenrechner der Netzwerkverkehr geleitet wird. Es ist als Live-System für die Verwendung auf USB-Sticks oder DVDs ausgelegt und spezialisiert sich auf Anonymität und die Wahrung der Privatsphäre seiner Anwender. Als Basis für Tails 4.19 dient Debian 10.9 »Buster«.

Neuer Tor-Zugang verschoben

Das Team wollte mit Tails 4.19 die Art und Weise, wie sich die Distribution mit dem Tor-Netzwerk verbindet, verbessern. Die Entwickler riefen zum Test von Tails 4.19~rc1 auf, um sicherzustellen, dass diese tiefgreifende Änderung den Zugang zum Tor-Netzwerk vereinfacht und transparenter macht, ohne neue Probleme aufzuwerfen. Die Tests zeigten gute Fortschritte, aber nicht genug, um dies auch zu veröffentlichen. Somit ist der neue Zugang zu Tor auf Tails 4.20 verschoben. Es soll in den nächsten Tagen eine zusätzliche Testversion Tails 4.19~rc2 geben, die weitere Verbesserungen in Sachen Tor-Verbindung bringen soll.

Problem mit Upgrades behoben

Tails 4.19 weist trotzdem einige Verbesserungen auf. Tor Browser wurde auf 10.0.17, Firefox auf 78.11 und Thunderbird auf 78.10.0 aktualisiert. Das von Sudo angeforderte Passwort wird beim Eintippen künftig durch Sternchen visualisiert, während bisher keine Ausgabe erfolgte. Ein Problem mit automatischen Upgrades und dem Zertifikat der Webseite wurde beseitigt. Wenn das TLS-Zertifikat turnusmäßig erneuert wurde, mussten Anwender dies manuell einspielen, damit der Update-Mechanismus erkennen konnte, dass Aktualisierungen vorlagen. Dieses Sicherheitsmerkmal wurde entfernt, da es des Öfteren zu nicht funktionierenden Upgrades führte. Die Upgrades bleiben trotzdem sicher, da sie mit dem OpenPGP-Schlüssel des Tails-Teams signiert werden.

Automatische Upgrades auf Tails 4.19 sind ab Tails 4.14 unterstützt, ältere Versionen müssen manuell aktualisiert werden. Die Veröffentlichung von Tails 4.20 ist für den 13. Juli vorgesehen, die Roadmap weist weitere Ziele für die nähere Zukunft aus.

Künftige Entwicklung

Dabei stehen unter anderem Verbesserungen bei der Dokumentation, die Entwicklung robusterer Methoden zur Aktualisierung, der Umstieg auf Wayland, Sandboxing per Flatpak und die Nutzung reproduzierbarer Builds auf dem Zettel der Entwickler. Zudem soll Tails vollständig für sehbehinderte und blinde Menschen zugänglich werden. Mit Tails 5.0 wird zudem der Umstieg auf Debian 11 »Bullseye« vollzogen.

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