Audacity: Muse Group reagiert mit Klarstellung

Audacity: Muse Group reagiert mit Klarstellung

Die Muse Group versucht, mit einer Klarstellung auf die harsche Kritik zu reagieren, die nach der Anpassung der Datenschutzbestimmungen vom Wochenende aufkam, die nüchtern betrachtet die Einführung von Telemetrie durch die Hintertür darstellen. Tenor der Stellungnahme: »Ist alles nicht so schlimm, wir haben die Änderungen nur nicht genau genug formuliert«.

Daniel Ray, Strategieleiter bei Muse Group stellt klar, dass über CPU, OS-Version, IP-Adresse sowie Fehlercodes (opt-in) hinaus keinerlei Daten gesammelt werden. Der automatische Update-Check, der demnächst mit der stabilen Version von Audacity 3.0.3 eingeführt wird, ist Opt-out. Der Begriff »personenbezogene Daten«, der in den Datenschutzbestimmungen Verwendung findet, sei notwendig, da die DSGVO die IP-Adresse potenziell als solche klassifiziere.

Wir verstehen, dass die unklare Formulierung der Datenschutzrichtlinie und der fehlende Kontext bezüglich der Einführung zu großen Bedenken darüber geführt hat, wie wir die sehr begrenzten Daten, die wir sammeln, verwenden und speichern. Wir werden in Kürze eine überarbeitete Version veröffentlichen.

Daniel Ray auf GitHub

Die neuen Datenschutzbestimmungen, die demnächst in einer überarbeiteten Version vorgelegt werden sollen, erhalten erst mit Audacity 3.0.3 Gültigkeit, Version 3.0.2 sammelt laut Ray keinerlei Daten und verfügt über keine aktivierten Netzwerkfunktionen. Zudem stellt Ray klar, dass die Datenschutzbestimmungen nicht für die Nutzung von Audacity als Offline-Version gelten. Sie sind vermutlich auf künftige Produkte wie auf Audacity aufsetzende Cloud-Dienste ausgerichtet, die die Muse Group in Planung, aber noch nicht näher erläutert hat. Das soll zur Finanzierung von Audacity beitragen.

Zu wenig zu spät

Meiner Meinung nach ist das zu wenig zu spät. Wie kann man als Unternehmen mit kommerziellen Absichten in eine gewachsene Community reinplatzen und erwarten, willkommen zu sein? Wie kann man dann bereits zum dritten Mal hintereinander ein Fiasko auslösen, indem man Änderungen nicht vorher der Community erklärt, sondern still und leise und nicht ausreichend formuliert veröffentlicht. Entweder hat Muse Group überhaupt keine Ahnung, wie Open Source funktioniert oder es ist ihnen schlicht egal.

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