Erfahrungsberichte: Meine Reise mit Linux von Stefan

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Meine ersten Berührungspunkte mit Linux hatte ich 1994 als ich per Zufall in der Zeitschrift CHIP auf das
Sonderheft »CHIP Special LINUX. Unix für jedermann. Der PC als Workstation« aufmerksam wurde. Ich habe mir das Sonderheft für 49 DM bestellt. Auf der CD-ROM befand sich die Linux Distribution des Erlanger Linux-Support-Teams (LST) mit Linux Kernel 1.0.9. Ich habe es auch tatsächlich geschafft, diese Distribution auf meinem PC zu installieren. Sofort hat mich das Linux Fieber gepackt. Zwei Jahre später bin ich dann auf SuSE Linux 4.2 umgestiegen.

Damals war Linux zugegebenermaßen eine ziemliche Frickelei. Ich habe mir meine Kernel selber kompiliert, den fvwm Windowmanager zeitaufwändig konfiguriert und war die meiste Zeit damit beschäftigt am System rumzubasteln. Ich habe von 1994 bis 2000 ausschließlich Linux genutzt (SuSE Linux). Als Office Paket habe ich Applixware genutzt, das ich käuflich erworben habe. Im Jahre 2001 habe ich dann aber Windows XP installiert,
da ich das Fotografieren und die Bildbearbeitung als Hobby entdeckt hatte, und zum damaligen Zeitpunkt keine wirklich vernünftigen Grafikprogramme unter Linux zur Verfügung standen. Durch das neue Hobby geriet Linux bei mir in Vergessenheit.

Ich habe Windows XP bis 2013 genutzt. Dann kam das Supportende von Windows XP in Sicht und ich hatte immer häufiger Viren auf meinem PC. Das ging mir auf die Nerven und ich überlegte auf welches Betriebssystem ich umsteigen sollte Als ich mich im Promarkt erkundigen wollte, wie teuer eine Windows 7 Lizenz so ist, fiel mir eine Packung mit openSUSE 12.2 auf. Die gab es für 29,90 Euro im Sonderangebot.


Ich erinnerte mich, dass ich vor 13 Jahren mal Linux installiert hatte und war neugierig, was sich in mehr als 10 Jahren bei Linux so getan hatte. War das evtl. ein System das mein Windows XP ersetzen konnte? Ich kaufte mir das openSUSE Paket und installierte es noch am selben Abend. Die Installation gelang ohne Probleme und ich war wirklich begeistert! Es gab LibreOffice, GIMP, darktable, gthumb und alles was ich so brauchte! Und die Installation war super einfach.

Jetzt fehlte mir noch ein Buchhaltungsprogramm mit dem ich die Nebenkostenabrechnung für meine WEG machen konnte. Mir schwebte ein Programm wie WISO Buchhaltung vor. Leider fand ich nichts unter Linux. Ich erinnerte mich, dass ich in meiner ersten Linux-Phase mit Tcl/Tk programmiert hatte und fing an, meine eigene
Buchhaltungssoftware zu schreiben. Zunächst verwendete ich sqlite3 als Datenbanksystem und stieg dann ein paar Wochen später auf PostgreSQL um. Als das Fibuprogramm nach ca. 3 Monaten einigermaßen zufriedenstellend lief, löschte ich Windows XP und nutze seitdem ausschließlich Linux.

Ich habe viele verschiedene Linux Distributionen ausprobiert, bin aber letztendlich bei openSUSE geblieben. Das ist für mich die professionellste und benutzerfreundlichste Distribution. Seit einigen Jahren sind auch meine Frau und meine Schwiegermutter zufriedene openSUSE Anwender. Als Desktopumgebung nutze ich seit 2013 XFCE.

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