Vom Rest das Beste – Woche 30

Vom Rest das Beste – Woche 30
Vom Rest das Beste

Woche 30 liegt hinter uns. Linuxland war entspannt in dieser Woche, keine Aufreger zu verzeichnen. Heute vor einer Woche hat Linus Torvalds Linux 5.14-rc3 freigegeben. Nach dem außergewöhnlich großen Linux 5.14-rc2 hat sich die Lage beruhigt. Heute ist am Nachmittag mit Linux 5.14-rc4 zu rechnen. Eine stabile Veröffentlichung von Linux 5.14 wird am 29. August oder am 5. September erwartet. Für Linux 5.15 stehen die Chancen gut für eine Aufnahme des neuen NTFSv3-Treibers von Paragon.

Distributionen

Die Distributionsszene war recht fleißig in dieser Woche. Gleich zu Wochenbeginn und bereits auf Debian 11 basiert erschien der bei Entwicklern und Sysadmins beliebte Debian-Ableger grml 2021.07 (sprich: grummel) mit dem Codenamen JauKerl. Eher für Anfänger eignet sich das auf Ubuntu LTS aufsetzende Linux Lite, das als Release-Kandidat zu Version 5.6 freigegeben wurde. MX Linux 21 steht als erste Beta zum Test bereit. Das werde ich mir zum Release genauer anschauen. Ich finde es erstaunlich wie sich die kleine Distribution nicht von Platz 1 bei DistroWatch vertreiben lässt.

Für Firewalls und Router ist OPNsense konzipiert. Der Fork von pfSense ist in Version 21.7 erschienen. Ein neuer Installer unterstützt jetzt ZFS. Mit der nächsten Ausgabe wird die Grundlage von HardenedBSD 12.1 zu FreeBSD 13 wechseln. Die minimalistische Distribution 4MLinux 37.0 bezieht ihre 4 »M« von der Ausrichtung als Live-CD-Wartungssystem, Multimedia-System, Mini-Server und als Spieleplattform. Der verwendete Kernel 5.10 LTS wurde für die Unterstützung von Reiser4 gepatcht. In den monatlichen News von Linux Mint wird Mint 20.3 für Weihnachten 2021 angekündigt.

Gänzlich ins Abseits geschossen hat sich jetzt Linspire/Freespire. Die unendliche Geschichte, die vor 20 Jahren mit Lindows begann, was nach einer außergerichtlichen Einigung mit Microsoft in Linspire umbenannt wurde, geht unrühmlich weiter. Die verschiedenen Eigner versuchten über die Jahre immer wieder, Linux-Umsteiger finanziell zu melken. Das neueste Angebot ist Freespire 7.7. Mit diesem Update erhalten Freespire, Linspire und Xandros eine neue Ausrichtung hin zu Cloud-Apps. Was das bedeutet, führt Geschäftsführer Roberto Dohnert in seinem Blog aus.

Anwendungen

PulseAudio 15.0 unterstützt die Bluetooth-Codecs LDAC und AptX für A2DP sowie die hochqualitativen SBC XQ-Konfigurationsvarianten. Hinzu kommt native Unterstützung von HFP-Bluetooth-Profilen und die Unterstützung von Bluetooth A2DP AVRCP Absolute Volume zur Steuerung der Lautstärke des verbundenen A2DP-Geräts. Zudem wurde unter anderem das Virtual-Surround-Modul neu geschrieben.

WINE 6.14 ist jetzt verfügbar, bringt insgesamt 260 Änderungen und beseitigt rund 30 Fehler. So wurde unter anderem die Mono-Engine, die Anwendungen mit Microsofts .NET Framework kompatibel macht, auf Version 6.3.0 aktualisiert. Die nächste Staging-Version WINE 6.15 wird bereits am 13. August erwartet. Die bisher unter dem Namen grammm angebotene Groupware ändert ihren Namen zu grommunio. Ein frisches Release wird ab August 2021 erwartet. grummunio 2021.08.1 soll ein neues Migrationswerkzeug und eine verbesserte Benutzeroberfläche bieten. Eine Demo ist bereits verfügbar.

Bei KDE gab es die Veröffentlichung von KDE Plasma 5.22.4. Nate Graham berichtet unter anderem über Verbesserungen für den HiDPI-Support unter X11. GNOME möchte dagegen die Dokumentation für Entwickler verbessern und so den Einstieg in die GNOME-Entwicklung erleichtern. Dazu wurde die GNOME Developer Webseite neu gestaltet. Die alte Entwickler-Webseite ist weiterhin erreichbar.

Anwender des Bare-Metal-Hypervisors ESXi von VMware müssen unter Kernel 5.13 mit einer einschneidenden Regression bei der Leistung rechnen. Tests der Entwickler zeigten, dass ESXi-Compute-Workloads um das Dreifache beeinträchtigt werden können, während bei Netzwerk-Workloads ein Rückgang von 40 % zu verzeichnen war. Als Ursache wurde eine Änderung im verwendeten Scheduler vermutet, was Kernel-Entwickler Valentin Schneider jedoch dementiert.

Mit Triton wird eine neue Programmiersprache speziell für die Programmierung neuraler Netzwerke vorgestellt. Sie soll es Entwicklern ohne Erfahrung mit CUDA ermöglichen, hocheffizienten GPU-Code zu schreiben. Und noch am Rande: Nicht nur siduction ist auf Intels Inet Wireless Daemon iwd aufmerksam geworden. Im Fryboyter-Blog wird kurz beschrieben wie man den NetworkManager auf iwd umstellen kann. Ein recht interessanter Artikel befasst sich mit Burnout in Open Source. Und nun auf zu Woche 31. Bleibt gesund!

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