Erfahrungsberichte: Reise zu Linux von Jan

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Angefangen habe ich 1988 mit einem Sinclair ZX Spectrum und 48Kb (!) Ram
… 1989 mit einem ersten PC (XT) mit DOS.


Mit einem Kollegen hatte ich da mal ein echtes Unix ausprobiert (von der Uni mitgebracht – 35 Disketten). Dies war aber seinerzeit nicht für den gewöhnlichen User gebrauchbar. Nach Windows 3 stieg ich auf OS2 um
(jaja, langs ist’s her) und war damit immer sehr zufrieden… bis IBM es eingestampft hatte. Da ich aus Prinzip nicht die großen Haie unterstützen wollte versuchte ich mich ~ 2002 (recht erfolglos) an einem ersten SuSE. Da ich aber mittlerweile selbständig war mit einem kleinen Computerladen und etwas für mein Office benötigte, bin ich dann notgedrungen zu Windows XP gewechselt. Microsoft mit seiner Macht und Arroganz war mir aber stets ein Dorn im Auge. Und jedes Jahr Geld für neue Versionen zu zahlen, gefiel mir ebenso nicht. Natürlich gab es auch zu dieser Zeit viele Möglichkeiten, die Software aus illegalen Quellen zu beschaffen, vielleicht nicht so
trivial wie heute, aber möglich war es (ich sage nur: CD Handel…)


Mit der ersten Ubuntu Version ab 2004 ging die Reise dann aber richtig los. Meine für Windows selbst geschriebene Visual Basic Auftragsbearbeitung habe ich mit viel Handarbeit unter Ubuntu und Wine zum Laufen gebracht – die einzige für mich damals essenzielle Anwendung. Alles andere war sowieso schon vorhanden – so wie heute auch. Vielleicht mit weniger Auswahl, aber es gab für alles eine “Linux” Lösung.

Ich hatte mir sogar ein System gebaut, welches mir von meiner damaligen ISDN Telefonanlage per Pipe ein Popup auf meinem Desktop öffnete mit der Nummer des Anrufes inkl. Infos aus der Auftragsdatenbank wie Name,
Adresse, offene Posten ;-)… Als das Kunden von mir sahen, fing das (Linux-) Geschäft richtig an zu blühen.
Ich verkaufte meinen Service, die Software war kostenlos – ein Novum seinerzeit für die allermeisten Handwerker und Gewerbetreibenden – und so einige hielten das für Blödsinn – “kostet nichts, taugt nichts” war die Devise.

Kundenfragen seinerzeit: “… was, wir können auf unserem Fileserver auch Web Seiten ablegen und jeder in unserem Unternehmen kann dieses sehen…?” oder “… wir können uns hausinterne Mails senden…?” oder
“…brauchen wir dazu nicht einen Exchange Server und teure Serverhardware…?” Das hat echt Spaß gemacht.

Ich bin bei Linux geblieben, habe zu Debian gewechselt und bin seit vielen Jahren als glücklicher Linux Systemadministrator eines großen Unternehmens beschäftigt. Zu Hause laufen 3 Server. Meine 3 Kinder haben
jeweils Debian Notebooks, sogar meine Frau im Blumenladen nutzt Debian und ein selbst geschriebenes PHP Kassenprogramm. In einem Ferienhaus im Ausland läuft ein Raspi4 welcher mit 2 Webcams jeden Tag schöne Bilder sendet. Ich liebe Linux. Es ist mir wirklich ans Herz gewachsen, auch wenn ich manchmal darüber fluche, so wie heute, als ein Shell script nicht funktionierte, weil ein Kollege #!/bin/sh statt #!/bin/bash in die
erste Zeile schrieb 🙂 – Auf die nächten 30 Jahre!

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