GnuPG auf gesicherter finanzieller Basis

GnuPG-Logo | Lizenz: GPL

GnuPG steht für GNU Privacy Guard und ist ein Standard für E-Mail-Verschlüsselung und das Signieren von Paketen auf der Basis des OpenPGP-Protokolls. Das Projekt wurde 1997 von Werner Koch begonnen, der es noch heute leitet. Die Finanzierung von GnuPG erwies sich über die Jahre immer wieder als schwierig, denn trotzt seiner Bedeutung hatte das Projekt, außer Spenden und kleineren Projekten keine auf Dauer verlässliche Finanzierung.

Ungesicherte Finanzierung

Im Jahr 2015 wurde ein Spendenaufruf auf der Plattform ProPublica veröffentlicht, der verdeutlichte, wie unterfinanziert das Projekt war und zur Folge hatte, dass die Finanzierung für eine Weile gesichert werden konnte. In einem Statusbericht berichtet Koch nun, dass die künftige Finanzierung von GnuPG ohne Spenden als selbsttragendes Projekt gesichert werden konnte.

Befristete Fördergelder

Das Projekt hatte 2006 die mit Fördergeldern vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zusammen mit KDAB und Kollegen von Intevation und der inzwischen gegründeten Firma g10 Code GmbH mit Gpg4win die Umsetzung von GnuPG für die Windows-Plattform veröffentlicht. Auf dieser Basis wurde später eine Software entwickelt, das die in die Jahre gekommene Programm Chiasmus ersetzen sollte, die in Deutschland zum Schutz eingeschränkter Daten mit dem Geheimhaltungsgrad VS-NfD (Verschlusssachen – nur für den Dienstgebrauch) verwendet wurde.

GnuPG VS-Desktop

Im November 2019 wurde Gpg4win, Version 3.x zum Übertragen und Verarbeiten nationaler Verschlusssachen bis hin zu VS-NfD freigegeben. Die g10 Code GmbH führte zur besseren Erkennbarkeit die Marke GnuPG.com ein und die Software wurde in GnuPG VS-Desktop umbenannt. Die Software ist und bleibt Open Source und wird als MSI-Paket für Windows und als AppImage für Linux vertrieben. Eine Community-Version des jeweils aktuellen Entwicklungszweigs wird unter dem Namen Gpg4win ist weiterhin frei verfügbar.

Großer Erfolg

Laut Koch ist GnuPG VS-Desktop ein großer Erfolg und er schätzt, dass rund eine Viertelmillion Arbeitsplätze in Regierungsbehörden und im Privat- und Unternehmenssektor damit ausgestattet werden können. Der längerfristige Plan ist es, alle Arbeitsplätze in Behörden mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselungssoftware auszustatten – nicht nur diejenigen, die dringend eine zugelassene VS-NfD-Lösung benötigen. Somit scheint die Finanzierung der weiteren Entwicklung von GnuPG langfristig gesichert.

Koch bedankt sich bei allen Spendern, die das Projekt über die Jahre am Leben gehalten haben und bittet die Unterstützer, ihre Spenden nun anderen bedürftigen Projekten zukommen zu lassen.

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