Thank you for Tracking with Deutsche Bahn!

Jeder kennt sie und jeder hat seine persönliche Leidensgeschichte mit ihr: die Deutsche Bahn. Von umgekehrter Wagenreihung, Verspätungen oder ganz tollen “Verzögerungen im Betriebsablauf” mit anschließender Durchsage des Lokführers, er habe verschlafen, habe ich auch schon so einiges erlebt.

Spaß mit der Bahn

Mein persönlicher Favorit bisher: Wegen eines brennenden Strauchs an einem Nebengleis (Güter, nicht Personenverkehr) wurde der ganze Bahnhof und somit Zugverkehr stillgelegt. EINEN HALBEN TAG LANG! Wie groß war dieser Busch bitte? Musste erst noch eine seltene, in diesem Busch beheimatete Tierart umgesiedelt werden? Absolutes Unverständnis meinerseits, nicht für den Busch, sondern für die Dauer. Klingt nach einem hausgemachten Problem.

Dennoch nutze ich die Bahn gerne. Es ermöglicht mir während der Fahrzeit produktiv zu sein und nicht völlig ausgelaugt, sondern entspannt am Zielort anzukommen. Ich glaube an das System, dass dort Profis arbeiten, die genau wissen, was sie tun und mit ihrem Tun und Entscheiden dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert.

DB Navigator-Tracking

Auf eine viel wichtigere Sache macht der IT-Security Blogger Mike Kuketz nun aufmerksam: Das nicht abschaltbare Tracking im DB Navigator. Als ständiger Bahnreisender kommt man ja um die eigene DB-App nicht herum. Man muss schauen, was Verspätung hat und ob man seinen Anschluss bekommt, wie ich wo hinkomme und ein Ticket kaufen wäre auch nicht schlecht. Als Reisender mit Smartphone der nicht ständig sein Notebook herausholen möchte, ist man ja gezwungen, dieses Ding zu nutzen.

Klage eingereicht

Leider hält sich die DB nicht an geltendes Recht der Datensparsamkeit, im Gegenteil es wird gesammelt, was irgendwie geht. Nun wurde von dem Verein Digitalcourage e.V. in Zusammenarbeit mit Mike Kuketz Klage eingereicht. Zur Analyse kommt ihr hier.

Ein Urteil gegen die DB wäre wegweisend für alle anderen großen Unternehmen, die nicht abschaltbares Tracking als “notwendig” kennzeichnen. So auch meine Hausbank, die DKB. Nicht abschaltbares Tracking und Zwangs-Submit von Crash Reports an einen US-Anbieter in deren neuer Zwangsapp. Ich könnte diese Liste ewig so weiterführen, Leser mit einem PiHole oder vergleichbarem können ja selbst mal schauen, was für ein Mist da eigentlich alles blockiert wird.

Bitte unterstützen

Solltet ihr trotz Weihnachtsgeschenkeshopping noch ein paar Euro über haben, unterstützt diese Klage bitte! Es kann nicht sein das man diesem Trackingapparat, egal von wem, so ausgeliefert ist. In diesem Fall ist leider keine Open Source Lösung möglich, die Bahn lässt ja nichts und niemanden an ihr Buchungssystem. Es wäre doch wahnsinnig aufwendig für die DB, wenn jeder eine Datenkopie nach §15 DSGVO anfordern würde…

Bildmaterial: Markus Hamid cc-by 4.0

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