Manifest v3

Mozilla akzeptiert Firefox Manifest v3 Add-ons

Ab dem 21. November 2022 können Entwickler von Add-ons ihre mit Firefox Manifest Version 3 (MV3) kompatiblen Erweiterungen auf addons.mozilla.org (AMO) hochladen und sie als MV3-Erweiterungen signieren lassen. Die MV3-kompatiblen Erweiterungen können dann in Firefox-Nightly getestet werden. Das verkündet Mozilla in einem aktuellen Blog-Eintrag.

Was ist Manifest v3?

Wie ich bereits in einem Artikel vom September schrieb, ist Manifest v3 eine neue Schnittstelle für Browser-Erweiterungen, die die Funktionen und Berechtigungen von Erweiterungen neu definiert. In den Browser-Erweiterungen, die auf der WebExtension API basieren, findet sich diese Schnittstelle in Form einer manifest.json Datei wieder. Sie enthält die Metadaten für die Erweiterung. Alle Erweiterungen, die über den Chrome Store vertrieben werden, müssen MV3 ab Januar 2023 verpflichtend benutzen.

Viel Kritik

Die bald nach der Vorstellung von MV3 einsetzende lautstarke Kritik besagt, die Funktion von Blockern wie uBlock Origin, AdBlock Plus oder Ghostery und anderen werde stark eingeschränkt, indem weniger Filterregeln zur Blockierung von Werbung gleichzeitig erlaubt seien als bisher. Vom Anwender erstellte Regeln werden auf 5.000 beschränkt, die regulären Ausdrücke auf 1.000. Zudem gilt ein Maximum von 330.000 Regeln für alle genutzten Erweiterungen. Verantwortlich dafür ist die API DeclarativeNetRequest (DNR), die die bisherige WebRequest-API ersetzt.

Wahrend Google mit seinem Browser Chrome komplett auf MV3 umstellt, wird Mozilla für die absehbare Zukunft zweigleisig fahren und weiterhin MV2-Erweiterungen unterstützen. Mit Firefox 109, der zur Veröffentlichung am 17. Januar 2023 vorgesehen ist, wird MV3 erstmals in einer stabilen Version ausgeliefert. Ende 2023 soll dann nach gründlicher Evaluierung über den Zeitpunkt für die Einstellung von MV2 entschieden werden.

WebRequest-API weiterhin unterstützt

Die Kritik an MV3 macht sich hauptsächlich an den einschränkenden Regeln der DeclarativeNetRequest-API fest. Deren Vorgänger, die WebRequest-API bot Entwicklern mehr Freiheiten, bot aber auch eine größere Angriffsfläche für böswillige Akteure. Ein Vergleich der beiden APIs zeigt die Unterschiede auf.

Unified Extension

Mozilla betont, dass Firefox MV3 auch weiterhin auf die WebRequest-API setzt und künftig eine kompatible Version der DNR erarbeiten will. Firefox MV3 bringt auch eine Änderung der Benutzeroberfläche in Form der neuen Schaltfläche Unified Extension, die bereits in Firefox Nightly verfügbar ist. Damit haben die Benutzer direkte Kontrolle darüber, welche Erweiterungen auf bestimmte Websites zugreifen können.

Benutzer können den Zugriff auf MV3-Erweiterungen für jede Website überprüfen, gewähren oder entziehen. MV2-Erweiterungen werden in der Schaltflächenschnittstelle angezeigt, aber der Zugriff auf die Berechtigungen ist nicht verfügbar. Weitere Informationen über die neue Schaltfläche Unified Extensions finden sich in diesem Beitrag.

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12 Kommentare

  1. Also hat Firefox die gleichen Probleme wie Chromium nur in verzögerter Form. Also braucht man eine ganz andre Lösung für Werbeblocking. Ich bin ja für einen Lokalen Proxy oder Pihole, der kann diese Filterung vom Firefoxaddon gleich mit erledingen.

    Ich bleib aber mal gespannt wie die Community das Problem lösen wird. Es sind also spannende Zeiten!

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    1. Das kann man so nicht sagen. Mozilla wird die WebRequest-API bis auf weiteres unterstützen, Googles Manifest v3 wird nicht 1:1 übernommen, und die Funktion von Werbeblockern bleibt damit auch in Mozillas Manifest v3 unverändert. Die DeclarativeNetRequest-API gibt es aus kompatibilitätsgründen zusätzlich, schließlich sollen Chrome-AddOns möglichst einfach portierbar sein. Eine Garantie dafür, dass das für immer so bleibt, gibt es natürlich nicht, aber die gibt es nie.

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      1. Ich interpretiere das so, dass das Internet Google gehört und dass derjenige der das Internet betritt, in Zukunft alles das angezeigt bekommt was Google ihm anzeigen will. Die Weiterleitung der Nutzerdaten an Webepartner mit eingeschlossen.
        Wo kämen wird den hin wenn jeder allein bestimmen möchte, was sein Browser macht.
        Und da der Mozilla Firefox eigentlich schon immer von Googles Geld gelebt hat, wird man sich auch bei Mozilla nicht lange zieren den Interessen von Google Folge zu leisten.

        Meine Schlussfolgerung ist:
        Wir brauchen einen Browser der tatsächlich auch den Interessen der User entspricht.

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        1. Oder gleich das Protokoll wechseln. Gemini ist wirklich super. Schade das linuxnews dort noch nicht vertreten ist…

          Alternative Browser da gibt es einige Anwärter:
          -> Falkon gut unter KDE Adblocker schon eingebaut
          -> Gnome Web oder Epiphany Browser genannt gut unter GTK Desktops
          -> Netsurf gibts leider nicht überall, dann muss man ihn sich selbst Bauen…
          -> w3m perfekt auf der Konsole, wenns schnell gehen soll…

          Also wenn das nix ist, dann weiß ich auch nicht… der Grundstein ist gelegt.

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          1. Danke für die Anregung mit Gemini. Das kannte ich noch gar nicht.
            Ich probiere gerade den Lagrange Browser aus. gemini:// ist zwar kein Ersatz für dass https:// Internet aber für viele Dinge wie z.B. Nachrichten lesen völlig ausreichend und viel entspannter.

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            1. Yep, ja den nutze ich am PC auch. Am Handy kann ich nur den Buran Browser (F-Droid Store) empfehlen. Man spart richtig Traffic und Strom damit. Leider kenne ich nur die TAZ als deutsche Newsquelle im Gemini Space. Bin verwundert das hier Gemini, meine ich, mal vorgeschlagen wurde und dann man dort nicht vertreten ist… so mein Gedankengang.

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              1. Auch zum Bloggen oder zum Verfassen von Anleitungen ist Gemini ideal. Der Aufwand ist minimal: gemini://leberwurstsemmel.de/setup_de.gmi
                Hier noch ein Beitrag den ich interessant fand: gemini://senioradmin.de/RAMLinuxLive.gmi. Devuan startet am schnellsten.

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                1. Yo, danke. Geile Adressen. Das einzigste was ich mal gefunden hatte, das jemand sein Doom 2 da rein gestellt hatte. Habs dann aber nicht mehr wieder gefunden. Dafür hab ich jetzt halt alle wads die ich haben wollte… und konnte die beschädigten ersetzen… 🙂 Happy fragging! Ansonsten findet man gut das aktuelle Wetter. Meist von Flughafendaten abgeleitet. Ist aber ziemlich nah dran. Wenn mein Rechner von außer erreichbar wäre, würde ich wohl jetzt sofort nen Gemini Server online bringen. Dank geht an den Provider raus NICHT!!!! Denn nach dem letzten Tarifwechsel haben die mir einfach diese Fähigkeit weggenommen! Schade.

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        1. Wie ich geschrieben habe und eigentlich auch dem Artikel zu entnehmen ist: In Firefox funktionieren Werbeblocker auch mit v3 wie gewohnt, weil die WebRequest-API weiterhin unterstützt wird.

          Google Mv3 != Mozilla Mv3

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