Ich habe für einen Test von iwd auf einem Notebook Ubuntu Server installiert. Dort ist weder Network-Manager noch WPA-Supplicant vorinstalliert. Als erstes habe ich dann iwd gestartet und aktiviert:
systemctl start iwd.service
systemctl enable iwd.service
Interaktive Shell
Dann lässt sich mittels iwctl eine interaktive Shell starten. Dort listet die Eingabe von help alle verfügbaren Optionen auf. Die Shell verlassen wir mit STRG+d. Es lässt sich auch ohne interaktive Shell arbeiten, dann wird jedem Befehl ein iwctl vorangesetzt.
Um festzustellen, wie der Bezeichner für unsere Schnittstelle ist, dient der Befehl:
device list
In meinem Fall ist der Bezeichner wlan0. Als Nächstes schauen wir, ob sie auch aktiv ist:
device wlan0 show
Ist das der Fall, scannen wir und lassen uns die verfügbaren Netzwerke anzeigen:
station wlan0 scan
station wlan0 get-networks
Hier sollte nun unser Netzwerk auftauchen, zu dem wir dann verbinden:
station wlan0 connect SSID
Der Platzhalter SSID wird im Befehl durch die reale SSID ersetzt. Anschließend wird das Passwort abgefragt und die Verbindung aufgebaut. Das kontrollieren wir mit einem erneuten:
station wlan0 get-networks
Dort sollte unser verbundenes WLAN nun mit einem Häkchen versehen sein.
iwd als Backend eintragen
Auch die Nutzung als Backend für den NetworkManager ist schnell erledigt. Die ersten Schritte mit Installation, Start und Aktivierung sind gleich. Zusätzlich deaktivieren und beenden wir den WPA-Supplicant:
systemctl stop wpa_supplicant.service
systemctl disable wpa_supplicant.service
Dann Editieren wir die Konfiguration des NetworkManagers, indem wir den Dienst stoppen und anschließend die Konfigurationsdatei aufrufen:
systemctl stop NetworkManager.service
sudo nano /etc/NetworkManager/NetworkManager.conf
Dort legen wir die Sektion [device] an und fügen ihr den Eintrag wifi.backend=iwd hinzu. Danach starten wir NetworkManager wieder und unser WLAN sollte nun im Frontend des NetworkManager funktionieren. Bei mir musste ich zunächst das Notebook neu starten und das WLAN-Passwort erneut in die Einstellungen des NM eintragen.
Arch Linux steigt auf iwd um
Wer den letzten Snapshot von Arch Linux vom Juli 2020 installiert, dem fällt auf, dass der Befehl wifi-menu, der üblicherweise die Konfiguration des Netzwerks einleitet, nicht mehr existiert. Auch der Netzwerkmanager netctl wird nicht mehr angeboten. Hier kommt jetzt standardmäßig iwctl zum Einsatz.
Beeindruckend schnell
Einer der größten merkbaren Vorteile von iwd ist seine bestechende Geschwindigkeit bei Erstellen der Verbindung und besonders beim Wechsel zu einer anderen Funkzelle. Beim derzeitigen Stand der Dinge ist zu erwarten, dass iwd in absehbarer Zukunft den WPA-Supplicant ablösen wird. Weitere Informationen bieten IWD-Wiki und Arch-Wiki sowie das YouTube von Marcel Holtmann.

Ubuntu Entwickler gucken sich iNet auch näher an. https://discourse.ubuntu.com/t/call-for-testing-improved-wifi-via-iwd/17795
Die wollen Rückmeldungen, ob das stabil läuft. Wenn iNet Standart bei einer oder mehreren beliebten Distro wird, dürfte das recht schnell stabil werden.
Super Artikel. Überhaupt bin ich über deine Seite sehr froh, da die deutschsprachigen Linux Infos eher mau sind. Obwohl Linux immer salonfähiger wird. Vielen Dank dafür!
Danke. Lob ist immer auch Ansporn.
Die Geschwindigkeit ist wirklich beeindruckend 🙂 Danke für den tollen Tipp!
dieser Beitrag war für mich eine echte Bereicherung. Ich habe den iwd gleich mal unter Mageia 7 ausprobiert und es funzt wie geschmiert. Ich werde den wpa-suplicant erst einmal deaktivieren.
Wenn man im Mageia Control Center allen Netzwerkverbindungen dann sagt, dass der networkmanager sich kümmern soll, dann gehts auch mit dem hauseigenen Network Applet.
Danke! Habe gar nicht gewusst, dass es das gibt. Habe gerade wpa_supplicant durch iwd unter Arch ersetzt. Läuft 👍
Moin,
dir ging es da wie mir, deswegen will ich das es die Linux Welt weiß.
Wir werden da nicht die einzigen sein 😉
Viel Spaß am Gerät
Christian
Hab es dir mal gleich getan und bin auf ebenfalls auf iwd umgestiegen. Nach sudo (für doas) ist jetzt das nächste Code-Ungetüm ersetzt worden.