Ein Leser von LinuxNews machte mich letztens auf Venom Linux aufmerksam, das bisher unter meinem Radar geflogen war. Nach einem ersten Blick fand ich diese kleine Distribution dann durchaus der Vorstellung wert. Anwender, die nach einer minimalen Distribution ohne Systemd suchen, könnten hier fündig werden.
KISS-Prinzip verfolgt
Venom Linux wendet sich an erfahrene Anwender und ist vom Schwierigkeitsgrad her vergleichbar mit Alpine oder Void Linux. Venom Linux ist von Grund auf aus den Quellen gebaut, basiert also auf keiner anderen Distribution und verfolgt das Prinzip des Rolling Release. Als Inspiration diente laut Welcome Screen das KISS-Prinzip, wie es bei CRUX Anwendung findet. KISS steht dabei für »Keep it simple, stupid« und das Bestreben, zu jedem Problem eine möglichst einfache Lösung zu verwenden.
Eigener Paketmanager und Init im BSD-Stil
Ein eigener Paketmanager, der auf den Namen scratchpkg hört und ein Init im Stil von BSD verfolgen dieses Prinzip. Daher kommt Venom Linux, wie bereits erwähnt, ohne Systemd aus. Das Paketformat ähnelt dem der BSD Ports. Es werden nicht viele Pakete vorinstalliert, die Ausgestaltung des Systems liegt beim Anwender.
OpenBox
Als Bedienoberfläche kommt der Fenstermanager Openbox zum Einsatz. Ein textbasierter Installer bannt das Live-Image auf die Festplatte. Wer sich an die Installation begibt, sollte mit fdisk oder cfdisk vertraut sein und wissen, welche Partitionen für das Setup benötigt werden. Eine Anleitung ist auf GitHub verfügbar. Alternativ kann auch ein Root File System heruntergeladen und nach Anleitung im Wiki installiert werden.
Klein, aber fein
Venom Linux ist ressourcenschonend und selbst in einer virtuellen Umgebung flott unterwegs. Nach dem Start werden gerade mal knapp über 200 MByte RAM genutzt. Live-Abbilder der derzeit in Version 4.0 erhältlichen Distribution mit rund 1,4 GByte sowie das RootFS mit knapp 160 MByte stehen auf der Projektseite zum Download bereit.

Danke fuer die Vorstellung.
Ich habe mein ureigenes Linux mit venom gebaut byw. bin immer noch dabei.
Das man alles nach seinen eigenen Vorstellungen bauen kann finde ich den wichtigsten Faktor.
Sollten einmal Fehler auftauchen, so gibt es eine super Telegram-Gruppe die sehr schnell und praezise Hilfe gewaehren.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist, das man das System sehr gut reparieren kann.
Dafuer gibts eine eigene Funktion und da man alles aus den sourcen baut, kann man jedes Paket auch reparieren.
Wie Ferdinand schon sagte, richtet sich diese Distribution an Nutzer, die gern ihr eigenes Linux unikat bauen wollen.
Was mich betrifft, so bin ich begeistert.
Euch allen
schoene Weihnachten
und da ich denke das Ferdinand ueber die Zwischentage auch mal frei machen moechte, auch gleich
einen guten Rutsch ins neue Jahr
Also so eine Art minimales Gentoo?
Also ich wuerde eher sagen eine Art
..Linux from scratch deluxe..
da ja Gentoo doch von packages abhaengt. Hier wird jedes programm aus den sourcen compiliert.
Jedes programm kann man mittels der sourcen und dem paketmanager compilieren und in seinem eigenen repository unterbringen, wenn man sonder programme hat.
Bei Gentoo wird doch auch aus den Quellen kompiliert, wenn die auch in packages bzw. ebuilds daher kommen, da sehe ich den Unterschied jetzt nicht.
Jaklar, als ebuilds sind sie halt schon “bearbeitet”. 😉
Ist aber auch egal also so aehnlich, nur mit mehr Bezug zu BSD.
Finde ne gute Mischung.
🙂
OK, ich sehe den Unterschied immer noch nicht. Die Quellen sind nicht bearbeitet, der ebuild ist nur ein Skript, das das Kompilieren automatisiert.