Wie mein Tag begann…

Als ich mich heute Morgen um 06:00 an meinen Schreibtisch setzte, sah ich als erstes eine dicke Fehlermeldung von Borgbase auf dem Schirm, die mir sagte, das Backup konnte nur mit Fehlern geschrieben werden, weil das Device voll sei. Da das nicht sein konnte, wusste ich gleich was los war. Es war mal wieder /tmp vollgelaufen wegen zu vieler Inodes.

Vollgelaufen

Der Befehl df -i bestätigte meinen Verdacht. Kommt gelegentlich vor und ja, ich sollte mal die Anzahl der möglichen Inodes erhöhen oder den Verursacher ausfindig machen. Aber Abhilfe ist ja einfach. Der Befehl find -type f -print0 | xargs -0 rm entsorgt die Übeltäter.

Gesagt – getan. Aber kaum war der Befehl abgesetzt, fuhr mir der Schreck in den unkaffeinierten Hirnkasten, als ich auf meinen Prompt schaute. Ich war keineswegs in /tmp, sondern in ~/.config. Aber es war zu spät, der Schaden war angerichtet und mein .config Ordner um einiges leichter als bisher.

Einfach das Backup eingespielt…

Nicht weiter schlimm, ich fahre ja tägliche Backups des Home. Also Vorta aufgerufen und das Backup vom Vortag ausgepackt. Denkste! Vorta ließ mich wissen, dass der Passwortmanager, der die Credentials enthielt, nicht mehr verfügbar war. Klar, Kwallet hat Daten in ~/.config, die nicht mehr existierten, aber in einem Backup lagen, dass momentan nicht mehr zugreifbar war.

Ab in die Konsole

Kollege Stefan brachte mich dann auf die Idee, das Backup mit Borg per SSH aus der Konsole zurückzuschreiben. Nach einigem Belesen und einem --dry-run gelang dies auch. Der Befehl dazu lautete:

borg extract \
> --list \
>  ssh://arc6zb4h@arb6zb3h.repo.borgbase.com/./repo::blue-2023-03-30-034159 \
> /home/ft/.config

Minimaler Schaden

Nach einem Reboot war ich also wieder im Rennen. Lediglich einige Browser-Erweiterungen zickten rum und wollten neu installiert werden. Danach konnten sie wieder auf ihre Config-Daten zugreifen und alles war gut. Vorta konnte seine Credentials allerdings immer noch nicht wiederfinden. Nach weiterem Lesen fand ich die Lösung. Man hängt das entsprechende Repository in Vorta aus und bindet es dann wieder ein. Am Besten besorgt man sich die entsprechende URL vorher, dann geht das zügig.

Das einzig Lustige an der Geschichte ist, dass heute World Backup Day ist. Ansonsten hat mich der blöde Fehler einige Stunden gekostet. Aber es schadet halt auch nicht, wenn man weiß, dass das Zurückspielen des Backups auch funktioniert. Muss aber nicht unbedingt im Schadensfall sein.

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5 Kommentare

  1. Also ich backuppe neuerdings unser “FirmNAS” neben meinen Rechner auch in die Google und Microsoft Cloud, da wir lediglich nur eine SSD von Intenso an die Fritzbox geklemmt haben. Jetzt kann nix mehr schiefgehen 😂😎🤘🍻

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  2. Backuptag ist doch super ! Guckst Du hier: ………………………………………………………………………………………………………………………………………”Heute ist Backup-Tag. Mein Lieblingtag! Andererseits hat es natürlich gewisse Vorteile, der Operator zu sein. Ich linke das tape device nach /dev/null – viel ökonomischer. Zumindest, was meine Arbeitszeit angeht, weil ich nicht alle 5 Minuten Bänder wechseln muß. Außerdem dauert das Backup nur noch etwa 12 Minuten, also kann es nicht ganz schlecht sein! ”

    quelle (Das Beste wo gibt.): https://www.gimizu.de/basta/bofh/bofh_1.html

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  3. So sollte ein Tag wohl nicht anfangen.
    Gut das du es lösen konntest.
    Interessante Ereignisse, die mich auch nachdenklich werden lassen.
    Zum Glück bin ich viel einfacher gestrickt, da ich kein Backup auf einem ausgelagerten Server (Hetzner war das bei dir?) nutze, meine Backups nicht verschlüsselt sind (lagern im Feuerfest Tresor im Haus) und durch StoreBackup ich die Möglichkeit habe, dass Backup manuell zurück zu spielen ohne das ich StoreBackup dafür benötige. Ist einfach nicht mit deiner Situation zu vergleichen und da bin ich froh drum. Das pickst mich aber wieder an, da ich letztens über den Wechsel des Backup Tools nachgedacht (weit entfernt) habe.
    Wenn ich mir das so durch lese, dann bleibe ich bei meinem Szenario. Das ist für mich überschaubar.
    Danke für die Teilnahme.

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