AVMultimedia

Screenshot: ft

 

AVMultimedia entstand aus der Idee, ein vollwertiges Media-Center mit den Bearbeitungsmöglichkeiten eines Desktop-Rechners zu vereinen. Bisher war es meist nicht möglich, mit einem Media-Center die dort versammelten Media-Daten auch zu bearbeiten. Diese Idee Griff der Schweizer Entwickler Urs Pfister auf, der seit 20 Jahren das Unternehmen Archivista betreibt, auf. Als Grundlage stand bereits die Archivistabox für das neue Projekt zur Verfügung.

Dritte Version in zwei Monaten

Die erste Version der Linux-Distribution AVMultimerdia erschien im Februar, eine zweite Version aufgrund zahlreicher Rückmeldungen der Benutzer bereits eine Woche später. Diese Version habe ich als Grundlage für einen gerade erschienenen Artikel in der Zeitschrift Linux User verwendet. Nun liegt seit einigen Tagen zum 20. Firmenjubiläum von Archivista eine erweiterte Version AVMultimedia 2018/III vor.

Jetzt auch für Tablets

Die aktuelle Version 2018/III bietet im Vergleich zur Version vom Februar viele Neuerungen. Auf den ersten Blick dürfte dabei die Unterstützung für Touch-Screens und Stift-Eingabegeräte auffallen. Ebenso neu sind aber der grafische Starter, welcher AVMultimedia (bei einer leeren Festplatte) automatisiert auf den internen Datenträger aufspielt. Geblieben ist dabei, dass AVMultimedia komplett im Hauptspeicher (RAM) arbeitet und in ca. 30 bis 40 Sekunden komplett eingerichtet ist.

Im Unterschied zu herkömmlichen Tablets, wo kein vollwertiger Desktop zur Verfügung steht, arbeitet AVMultimedia konsequent anders. Sämtliche gängigen Business-Applikationen stehen direkt auf dem Tablet zur Verfügung. Dank einer frei konfigurierbaren OnScreen-Tastatur können — auch im Tablet-Modus — alle Office-Dokumente erstellt und bearbeitet werden.

Einfach erweiterbar

Wer AVMultimedia erweitern möchte, kann zu den konventionellen Linux-Paketen von Debian greifen. Deutlich komfortabler ist in dieser Umgebung aber der Einsatz von AppImages. AVMultimedia arbeitet auf AMD-/Intel-basierten Tablets mit mindestens vier GByte RAM. USB und HDMI werden dabei von Haus aus unterstützt. AVMultimedia wurde während der Entwicklung erfolgreich an 4K-Monitoren getestet. Damit eignet sich AVMultimedia — getreu dem Namen — für professionelle Präsentationen auf hochauflösenden Bildschirmen genauso wie für Ad-Hoc-Darbietungen aller Art.

MediaCenter Kodi integriert

Dank dem integrierten Media-Center Kodi können multimediale Inhalte einfach präsentiert werden. Mit der leichtgewichtigen Video-Schnittsoftware Flowblade lassen sich unterwegs erstellte Videos über mehrere Spuren nachbearbeiten und mit umfangreichen Effekten anreichern. Ob dabei leichtfüssige oder leistungsstarke AMD/Intel-Prozessoren zum Einsatz kommen, hängt primär vom eigenen Budget ab. Dank dem USB-Stick-Modus kann AVMultimedia aber auch auf allen bestehenden Rechnern  zum Einsatz kommen, ohne das aufgespielte Betriebssystem zu verändern.

Als Image oder mit Hardware erhältlich

AVMultimedia steht auf SourceForge mit einem Umfang von 1,3 GByte zum Download bereit. Wer AVMultimedia fix und fertig samt Hardware beziehen möchte, kann auf der Plattform Azurgo ein 2in1-Tablet mit vorinstalliertem System für rund 300 Euro mit QuadCor-CPU, 4 GB RAM,  64 GB Speicher und abnehmbarer Tastatur beziehen. Laut Angaben von Pfister kann dieses Tablet dank RAM-Modus bei der Leistung mit weit teureren Geräten mithalten.

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