Fedora 29 hebt im Rahmen des Projekt »Fedora Modularity« die Modernisierung der Distribution auf eine neue Ebene. War von den Bestrebungen zur Modularisierung bei Fedora 28 nur die Server-Variante erfasst, so planen die Entwickler für das im Oktober anstehende Fedora 29 die Ausweitung auf die gesamte Distribution. Das betrifft auch die Workstation-Variante, die vermutlich die weiteste Verbreitung hat.

Zusätzliche Repositories

Zu Beginn der Entwicklung zu Fedora 28 hatte das Fedora Council als oberstes Gremium bei Fedora ein überarbeitetes Konzept gebilligt, nach dem die Modularisierung der Distribution über zusätzliche Repositories umgesetzt werden soll. Aus der Sicht des Endanwenders wird Fedora dabei mit zwei Sets von Repositories ausgeliefert. Zum einen mit den traditionellen Fedora-Repositories (Fedora, Updates und Update-Tests) und zum anderen mit einem neuen Satz von Repositories mit alternativen und ergänzenden Modulen, den sogenannten Application Streams oder kurz AppStreams.

Erweitertes Paketspektrum

Damit sollen Anwender in die Lage versetzt werden, Pakete einer früheren noch unterstützten oder einer künftigen Version aus Git zu nutzen ohne gleich die gesamte Basis ändern zu müssen. Anwender, die von den Modulen keinen Gebrauch machen wollen, können die neuen Repositories deaktivieren und Fedora wie bisher verwenden. Nutzer, die modularisiert arbeiten wollen, finden im Paketmanager DNF entsprechende neue Befehle. die mit dnf modular eingeleitet werden. Die technischen Details dieser als AppStreams bezeichneten Module liefert der Blog-Eintrag Modularity is Dead, Long Live Modularity!.

DNF-Integration

Die drei im Paket fedora-repos-modular enthaltenen Repositories sind mit modular, updates-modular und updates-modular-testing bezeichnet. Die Repositories werden im grafischen Paketmanager GNOME-Software aktiviert, indem der Button oben links geklickt und unter Softwarequellen die Modul-Repositories freigeschaltet werden. Allerdings wurde für die Workstation-Variante von Fedora 28 die benötigte Unterstützung durch libdnf nicht rechtzeitig fertig. So wurden die Modul-Repos für die aktuelle Version nur in der Server-Variante befüllt. Für Workstation soll dies nun mit Fedora 29 nachgeliefert werden.

Das Vorhaben wird im Fedora-Wiki näher beschrieben. Technisch muss dazu lediglich das Paket fedora-repos-modular mit dem Paket fedora-repos gemerged werden, nachdem der Paketmanager  DNF mit der Erweiterung von libdnf damit umgehen kann. Sollte es hier Probleme geben, kann bis zum 14. August zurückgerudert werden. Am 28. August greift der Beta-Freeze, danach sind keine tiefgreifenden Änderungen mehr möglich.

Paketierer-Job erleichtert

Fedora-Benutzer haben damit Zugriff auf eine größere Auswahl an Software als bisher. Fedora-Paketbetreuer werden in der Lage sein, Module und Modulvorlagen zu verwenden, um jeden AppStream einmal zu erstellen und ihn für jede unterstützte Fedora-Version zur Verfügung zu haben. Sie müssen diese Arbeit nicht mehr für die modularen und nicht-modularen Repositories duplizieren.

Fedora Modularity für alle

Am 18. September ist die Beta-Version zu Fedora 29 zur Veröffentlichung vorgesehen, die generelle Verfügbarkeit (GA) ist für den 23. Oktober geplant. Als weiteres größeres Highlight ist zusätzlich zum Standardumfang der Distribution im Rahmen des Projekts Fedora Silverblue eine Variante der Workstation-Ausgabe geplant, deren Anwendungen als Flatpaks gebaut sind und die auf atomare Updates setzt.

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