KDE Applications 18.08

Bild: KDE

Die KDE Applications enthalten die Anwendungen, die nicht direkt mit dem Plasma-Desktop gebündelt ausgeliefert werden. Jetzt wurde die Version KDE Applications 18.08 freigegeben, die eine Vielzahl von Verbesserungen bringt. Hauptsächlich profitieren davon diesmal der Dateimanager Dolphin, der Bildbetrachter Gwenview und das Screenshot-Tool Spectacle. Aber auch KMail und Akonadi wurden verbessert.

GUI-Apps als Root oder nicht?

Besonders oft nachgefragt war die Zurücknahme einer Änderung, die der ehemalige KWin-Betreuer Martin Flöser eingeführt hatte. Da er der Meinung ist, grafische Anwendungen sollten möglichst nicht als Root laufen, verhinderte er dies für die KDE-Anwendungen Dolphin, Kate und KWrite. Zumindest für Dolphin wurde das mit den KDE Applications 18.08 jetzt zurückgenommen. Der Plasma-Dateimanager kann mit dem Update wieder als Root gestartet werden.

Bessere Lösung

Aber die wichtigere Entwicklung in diesem Zusammenhang ist noch nicht abgeschlossen. Die Entwickler arbeiten daran, in einer Dolphin-Umgebung, die im Usermode läuft, eine Datei, die Root gehört, bearbeiten zu können, indem kurzfristig eine Authorisierung dazu erteilt wird und nicht die gesamte Anwendung als Root läuft. Dieses Prinzip soll dann auch auf andere Anwendungen portiert werden.

Darüber hinaus wurde der Einstellungsdialog von Dolphin weiter an die KDE-Design-Richtlinien angepasst und soll nun intuitiver nutzbar sein. Die neue Version soll zudem weniger Speicherlecks haben und sich nun besser an HiDPI-Auflösungen anpassen. Das Kontext-Menü wurde erweitert, das Sortieren nach Änderungszeit soll nun wesentlich schneller vonstatten gehen.

Gwenview aufgewertet

Die meisten Änderungen der KDE Applications 18.08 erfuhr jedoch der Bildbetrachter Gwenview. Dort wird künftig in der Statusleiste die laufende Nummer und die Anzahl der dargestellten Bilder angezeigt. Die Sortierung kann nun auch in umgekehrter Richtung erfolgen, zudem kann nach den Bewertungen sortiert werden. Die Bildgröße kann beim Ändern jetzt auch in Prozent angegeben werden.

Mit Drag&Drop lassen sich künftig Dateien und Ordner in den Ansichtsmodus ziehen. Bilder lassen sich aus der Anzeige in externe Anwendungen ziehen oder per Kopieren und Einfügen dorthin bewegen. Das gelingt auch mit modifizierten Bildern. Das Zoomen innerhalb der Anwendung wurde so erweitert, dass es unter anderem auch dann funktioniert, wenn das Bild im Modus für Beschneiden oder im Rote-Augen-Modus ist.

Der Share-Button weist nun darauf hin, wenn die Kipi-Plugins fehlen und steht nach deren Installation sofort zur Verfügung. Wird ein Bild unter einem neuen Namen gespeichert, springt Gwenview nicht mehr willkürlich zu einem anderen Bild.

Spektakulär

Spectacle, das früher KSnapshot hieß, erbte einige Funktionen von anderen Linux-Screenshootern. Diese betreffen die Rechteck-Auswahl. Vom GTK-Screenshot-Tool Shutter erbte Spectacle einen Zoom, der die genaue Platzierung der Auswahl erlaubt. Von Flameshot stammt die Möglichkeit, den Rahmen auch über das Richtungskreuz der Tastatur anzupassen. Um den gesamten Rahmen pixelweise zu verschieben, lassen sich die Richtungstasten nutzen. Geht es darum, den Rahmen zu verkleinern, lässt sich das pixelweise mittels der Richtungstasten in Kombination mit der Umschalt-Taste erreichen. Screenshots können nun automatisch in benutzerdefinierten Unterverzeichnissen gespeichert werden.

Reisedaten im Kalender

Der E-Mail-Client KMail extrahiert auf Wunsch Daten aus E-Mails und trägt sie in den Kalender ein. Das geht nun auch mit den Barcodes von E-Tickets nach UIC 918.3 und von der staatlichen Eisenbahngesellschaft Frankreichs, SNCF. Zudem wurde Unterstützung für Multi-Traveler-Routen hinzugefügt, KMail bietet zudem künftig Integration mit der KDE Itinerary-App. Das PIM-Framework Akonadi arbeitet jetzt schneller und bietet XOAUTH-Unterstützung für SMTP, was eine native Authentifizierung mit Google Mail ermöglicht.

Für Konsoleros

Nicht zuletzt erhielt der Terminal-Emulator Konsole einige neue Escape-Sequenzen und das Fenster für die Suche wurde an den oberen Fensterrand verlegt. Zudem kann Konsole nun beliebige Zeichen auf ein Tastenkürzel legen. KDE hat sich zudem endlich entschieden, mit Ctrl+Alt+T eine standardmäßige globale Verknüpfung zum Starten der Konsole-Terminalanwendung festzulegen. Im Zuge der Entwicklung zu KDE Applications 18.08 wurden 120 Fehler in vielen Anwendungen behoben. Alle Änderungen verzeichnet das Changelog. Und zum Schluss an euch die Frage zu dem kontroversen Thema: Sollten GUI-Anwendungen als Root startbar sein?

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