IBM übernimmt Red Hat

Bild: Red Hat Linux | Quelle: Leonid Mamchenkov | Lizenz: CC BY 2.0

 

IBM, auch als Big Blue bekannt, will Red Hat übernehmen. Beide Unternehmen haben hierüber eine Übereinkunft erzielt. Demnach will IBM die Aktien von Red Hat zu einem Stückpreis von 190 US-Dollar in bar übernehmen, wie beide Unternehmen mitteilten. IBM wird somit rund 34 Milliarden US-Dollar an Red Hat überweisen. Vor Bekanntgabe des Deals stand Red Hats Aktie bei 116 US-Dollar. Zunächst müssen aber noch die Aktionäre von Red Hat und vermutlich auch einige Kartellbehörden die Hochzeit absegnen.

Whitehurst bleibt CEO

IBM wird damit der weltweit führende Hybrid-Cloud-Anbieter. Red Hat CEO Jim Whitehurst soll auch weiterhin mit seinem Team das Unternehmen unabhängig leiten. Whitehurst erhält zusätzlich einen Sitz im IBM-Vorstand. Er sieht die Rolle von Open-Source im Cloud-Geschäft durch das Zusammengehen weiter gestärkt.

Linux bei beiden großgeschrieben

Sowohl Red Hat als auch IBM sind führende Unterstützer von Linux und tragen viel zum Kernel und freier Software bei. Red Hat ist zudem mit seit Jahren steigenden Umsätzen und einem Jahresumsatz von vermutlich erstmals über drei Milliarden US-Dollar für 2018 der weltweit größte Anbieter für Open-Source-Software.

Red Hat hat weltweit über 12.000 Mitarbeiter und rund 100 Büros. Der Hauptsitz ist in Raleigh, North Carolina, an der Ostküste der USA. Hauptprodukt von Red Hat ist Red Hat Enterprise Server (RHEL). Die Software wird frei verteilt, Geld verdient der Hersteller mit den Supportverträgen für Unternehmen. Daneben bietet Red Hat eine Fülle weiterer Open-Source-Software für Cloud Computing, Storage und Virtualisierung an.

David und Goliath

IBM ist dagegen mit seinen über 350.000 Mitarbeitern ein Riese. Allein in Deutschland beschäftigt Big Blue derzeit noch 13.500 Mitarbeiter und somit mehr Menschen als Red Hat weltweit. Auch der Umsatz liegt mit fast 80 Milliarden Dollar in einer anderen Kategorie. IBM ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Hardware, Software und Dienstleistungen im IT-Bereich sowie eines der größten Beratungsunternehmen.

Die Übernahme von Red Hat durch IBM soll im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen sein, vorausgesetzt, die Aktionäre und Kartellbehörden geben ihre Einwilligung.

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Alle Kommentare
  • B-soup

    29.10.2018, 06:56 Uhr

    Das ist mal eine dicke Nachricht. Da ich kein Fan von übergroßen Konzernen bin und ein Dicker Spieler im Feld nicht zwangsläufig besser für die Open Source Community ist, nicht unbedingt eine gute Nachricht. Einerseits freut es mich, dass die Unterstützung zunimmt, wenn man sich aber z.B. die Mitglieder der Linux Foundation ansieht kann es einem Angst und Bange werden. Umso wichtiger wird eine gute Konstitution der Organisationen wie beispielsweise bei Debian oder dem GNU Projekt.

  • tuxnix

    29.10.2018, 12:16 Uhr

    IBM hat zweifelsfrei seine Vorteile davon. Dies lässt man sich dann auch mal 62% Aktienaufschlag kosten, auch wenn man sich hier erst einmal „nur“ den Kundenstamm aneignet und Red Hat seine Organisationsstruktur beibehalten soll. Ob man sich unter der Führung von IBM weiterhin auf die Entwicklung freier Software versteht ist jedoch trotz aller Beteuerungen fraglich. Red Hat’s Erfolgsrezept ist (war) es, seinen Kunden unabhängige Softwarelösungen anzubieten und dann über Support das Geld zu verdienen. Ist der Markt aber erst einmal zwischen wenigen Großen aufgeteilt, besteht wenig Anlass seine Konkurrenten an den eigenen Entwicklungen teil haben zu lassen.