PinePhone

Bild: Plasma Mobile | Quelle: S. Kügler

 

Auf dem Open Source Summit Europe 2018 in Edinburgh verkündete KDE-Entwickler Jonathan Riddell  in dieser Woche, Computerhersteller Pine64 plane ein günstiges Linux-Smartphone sowie ein Tablet mit KDEs Plasma Mobile als Betriebssystem. Die beiden Newcomer hören auf die Namen PinePhone und PineTab.

Pine64

Pine64 erlangte vor drei Jahren Bekanntheit durch den gleichnamigen Einplatinenrechner, dem 2016 das PineBook folgte, einem für 89 bzw. 99 US-Dollar verkauften Notebook auf Basis der Pine64-Platine in 11- oder 14-Zoll. In etwa der gleichen Preisklasse soll auch das PinePhone liegen, das mit 2 GByte RAM und 16 GByte internem Speicher ausgestattet sein soll.

Dev-Kit im November

Weitere technische Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Bereits ab dem 1. November sollen allerdings ausgewählte Entwickler ein kostenfreies Developer-Kit erhalten. Das Kit soll das Baseboard, ein SOPine-Modul,  ein 7-Zoll Touchscreen-Display, eine Kamera, ein Modul für WLAN/Bluetooth, ein Gehäuse, einen Akku und ein  LTE-Cat-4-USB-Dongle enthalten.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Entwicklung des PinePhone mit KDEs mobiler Plattform Plasma Mobile im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen sein soll. Wann die Geräte ausgeliefert werden sollen ist noch nicht genauer bekannt.

Spielzeug oder alltagstaugliches Gerät?

Das PineBook kann man guten Gewissens nur als Spielzeug bezeichnen, ernsthaftes Arbeiten ist damit nicht möglich, wenn man einmal von den einfachsten Arbeiten absieht.  Grundlage ist zudem ein Chip der Firma Allwinner, die sich bekanntlich um Open Source und Einhaltung der GPL nicht schert. Da bleibt zu hoffen, dass für das PinePhone ein anderer Chip-Hersteller zum Zug kommt.

Allerdings ist auch klar, dass in der Preisklasse keine Wunder zu erwarten sind. Selbst große Anbieter können in dieser Preisklasse nicht allzu viel bieten. In jedem Fall sollte sich die Weiterentwicklung von Plasma Mobile im Zuge der Erstellung des PinePhone als Gewinn verbuchen lassen, wie das auch von der Librem-5-Entwicklung zu hoffen ist.

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Alle Kommentare
  • postlet

    26.10.2018, 14:17 Uhr

    Ich mache mir keine Illusionen, dass dieses Gerät oder das Librem 5 bei der Markteinführung mit Alltagstauglichkeit glänzen. Aber wenn man erstmal halbwegs offene Smartphones hat, auf denen man normale Linux-Distributionen verhältnismäßig einfach installieren kann, dann hätte man auch endlich Hardwareplattformen, auf denen man unter realen Bedingungen die Entwicklung der grafischen Oberflächen und „Apps“ vorantreiben kann. Das wäre schon ziemlich cool.

  • Uwe

    26.10.2018, 15:59 Uhr

    Was mich interessieren würde:
    Wie bekomme ich ein solches Linux-Handy-Betriebssystem auf ein ganz normales Handy installiert?

  • B-Soup

    26.10.2018, 17:57 Uhr

    Naja vom.Librem verspreche ich mir insofern eine alltagstaugliches Gerät das man damit Telefonieren und Surfen kann, IM usw. soll das Ding ja auch können.Das bitte performant und stabil. Alltagstauglich im Sinne von Apps sind eher Linage und Sailfish über Ubuntu Touch wage ich nichts zu sagen.

  • tuxnix

    27.10.2018, 19:54 Uhr

    Quo vadis Riddell?
    When I asked why they don’t have a Librem5 smartphone running KDE Plasma, Riddell told me that Librem is more with GNOME than KDE.

    https://itsfoss.com/pinebook-kde-smartphone
    https://dot.kde.org/2018/08/22/kde-plasma-arm-laptop-pinebook

    Wer jetzt daran glaubt, alles wäre wunderbar, sollte sich auch die Comments durchlesen:
    „Linux kernel 3.10.105“
    Is there something available, that doesn’t use stone old kernels?
    This is probably a reused Android kernel, because it’s the only one that has (closed source) graphics acceleration.

    Mit anderen Worten, das ist kein normales Linux. Es benötigt mindestens libhybris um ein wenig Grafik aus dem Chip zu quetschen und wird niemals standardmäßig auf einem aktuellen Kernel laufen.

    Da ist das librem 5 schon eine ganz andere Nummer. So sehr ich mir auch billige Hardware wünsche,
    ich hoffe sehr, mit Pnie64 werden nicht zu viele Entwickler-Ressourcen vergeudet.

  • tuxnix

    11.11.2018, 16:16 Uhr

    Ich muss meinen Kommentar wohl revidieren.
    Lange Zeit gab es keinen Fortschritt in der Entwicklung von Linux Treibern bei der Mali GPU und VPU.
    Mir ist entgangen, dass es hier wieder Aktivitäten gibt.
    Zwar sind für OpenGL noch blobs von Nöten, aber immerhin kann hier schon der Mainlinekernel eingesetzt werden.
    Und für die Videodecodierung sind große Fortschritte für den Kernel 4.20 (5) unterwegs.
    Dies wirft auf die Zusammenarbeit von Pine64 und KDE ein ganz anderes Licht.

    https://bootlin.com/blog/mali-opengl-support-on-allwinner-platforms-with-mainline-linux/
    https://bootlin.com/blog/more-opengl-binaries-for-the-mali-support-on-allwinner-platforms-with-mainline-linux/
    https://www.heise.de/make/meldung/SoCs-fuer-Bastelrechner-Freie-Allwinner-Treiber-per-Crowdfunding-3961291.html
    https://bootlin.com/?s=Allwinner