Pale Moon 28.3.0
Screenshot: ft

Vor einer Woche ist der freie Browser Pale Moon 28.3.0 erschienen. Das Projekt, dass nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2009 bis 2015 parallel zu Mozilla Firefox entwickelt wurde, ist seit Version 12 ein freier und unabhängiger Webbrowser.

Legacy-Extensions verfügbar

Pale Moon konnte viele Freunde gewinnen, als Firefox nach einem jahrelangen Umbau das bisherige Erweiterungssystem gegen WebExtensions austauschte, Pale Moon setzt weiterhin auf die Legacy-Extensions auf der Basis von Xul und unterstützt auch weiterhin NPAPI-Plug-ins, die bei Firefox seit Version 57 nicht mehr funktionieren.

Keine Datensammlung

Ebenfalls weiterhin unterstützt sind RSS-Feeds, die seit Firefox 64 abgeschafft sind, in Pale Moon jedoch weiterhin als dynamische Lesezeichen abonniert werden können. Pale Moon unterstützt dagegen weder WebRTC noch die Telemetrie-Datensammlung aus Firefox.

AV1 initial unterstützt

Die neue Version Pale Moon 28.3.0 unterstützt erstmals den neuen lizenzfreien Video-Codec AV1 für die Wiedergabe von MP4/MSE. Allerdings ist die Unterstützung noch nicht standardmäßig aktiviert, da Auflösungen größer als 720p derzeit noch Performance-Probleme aufweisen. Zum Einschalten muss in about:config der Schalter media.av1.enabled  auf true gesetzt werden.

Eine weitere Neuerung für Pale Moon ist die Möglichkeit, einzelne Tabs stumm zu schalten. Unter der Haube wurde die Verbindung zu addons.mozilla.org gekappt, da Mozilla alle klassischen Add-ons entfernt hat.

Zudem wurden viele Fehler behoben und Schutzmaßnahmen gegen Abstürze verbessert. Die Icons der Werkzeugleiste wurden als SVG eingebunden, um sie besser an HiDPI anzupassen.

Für viele Distributionen verfügbar

Pale Moon wird für Linux und Windows sowie in einer Portable-Version angeboten. Eine Version für macOS ist in Vorbereitung. Die Linux-Versionen sind auf dem Projekt-Server zu finden. Dort liegen Pakete für Fedora, Slackware, Debian und Ubuntu, bereit. Für Letztere kann auch ein Repository eingebunden werden. Distributionen wie Manjaro, PCLinuxOS, Puppy Linux, MEPIS/MX-15, Gentoo und TinyCore Linux führen Pale Moon in ihren Archiven.

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Alle Kommentare
  • Uwe

    23.01.2019, 13:01 Uhr

    Danke für die interessante Info.

    Hier gibts die verschiedenen Binärpakete, zum zum direkten (gdebi) installieren
    Auf deutsch und anwenderfreundlich:

    https://software.opensuse.org/download.html?project=home%3Astevenpusser&package=palemoon

    für Debian/Ubuntu und auch andere.

  • Uwe

    23.01.2019, 13:06 Uhr

    Nachtrag:
    ..die Sprachdateien, um Palemoon auf eine andere Sprache umstellen zu können (*.xpi)

    https://addons.palemoon.org/language-packs/

  • axt

    24.01.2019, 14:44 Uhr

    Über Add-ons, Add-ins, Plug-ins ist ein Programm je nach verwendeter Technik potentiell angreifbar (auch wenn es nicht so sein sollte). Wenn also ausgerechnet ein Nischen-Browser die veraltete xul-Schnittstelle weiter unterstützt, die Programmierer der legacy Add-ons durch das Kappen von xul in Fx und Tb die Arbeit und eben auch den Support an ihren ehedem guten Add-ons (NoScript legacy, DTA, fireftp,…) eingestellt haben, es also auch null Sicherheitsaktualisierungen mehr gibt, werden Angriffsflächen in diesem Browser immer größer.

    (Bei NoScript braucht mir jetzt auch keiner kommen, man könnte in diesem Fall auch die aktuelle 10.x installieren – die ersten Versionen damals sind unterirdisch gewesen, das sieht zwar mittlerweile wieder sehr viel besser aus, aber sehr viele User denken in puncto Sicherheit nur von zwölf bis Mittag.)

    Von daher kann ich einen solchen Browser nur ablehnen.