Plasma 5.15

Mit Plasma 5.15 hat KDE die erste Version seiner Desktopumgebung im neuen Jahr herausgegeben. Für diese Veröffentlichung haben sich die Entwickler laut der Ankündigung darauf konzentriert, die kleinen Fehler zu beseitigen, die im Alltag oft schmerzhaft unseren Arbeitsfluss stören.

Benutzbarkeit und Produktivität

In diesem Sinne haben sich die Entwickler mit den Mitwirkenden der VDG (Visual Design Group) zusammengetan, um Feedback zu all den lästigen Problemen in der Software zu erhalten und diese zu beheben, um einen intuitiven und konsistenten Workflow für den täglichen Gebrauch besser zu gewährleisten.

Dabei wurden einerseits Probleme in vielen Bereichen behoben, zusätzlich aber auch neue Optionen geschaffen und die Integration mit Technologien aus dritter Hand verbessert.

Discover aufgewertet

Wie bereits häufiger in letzter Zeit war Plasma Discover als zentraler Punkt für die Installation von Software und Add-ons einer der Dreh- und Angelpunkte. Der als Widget ausgelegte Update Notifier von Discover zeigt nun auch anstehende Distributions-Upgrades an. Wenn nach einem Update ein Neustart des Systems ansteht, wird der Anwender darauf hingewiesen.

Die Handhabung der Repositories wurde vereinfacht, zudem der entsprechende Menüpunkt von Einstellungen zu Quellen umbenannt. Anwendungen und Plasma-Add-ons werden nun in einer separaten Kategorie auf Discovers Updates-Seite aufgelistet. Zudem zeigt Discover nun die Abhängigkeiten von Paketen an und präsentiert einen Start-Button nach der Installation eines Pakets.

Widgets überarbeitet

Auch bei den Widgets gab es viele Verbesserungen. So zeigen Bluetooth-Geräte nun ihren Akku-Stand im Power-Widget, sofern die aktuellen Pakete von upower und bluez installiert sind. KRunner hat mehrere Verbesserungen erhalten. Es verarbeitet nun Duplikate viel besser und zeigt keine doppelten Lesezeichen aus Firefox oder doppelte Einträge mehr an, wenn dieselbe Datei in mehreren Kategorien verfügbar ist. Darüber hinaus entspricht das Layout des eigenständigen Such-Widgets nun dem Erscheinungsbild von KRunner.

Die Benachrichtigung über neu angesteckte Geräte wurde erweitert. Kümmerte sie sich bisher lediglich um externe Geräte, zeigt sie nun an, wenn ein Anwender versucht, seine Systemplatte auszuhängen. Dazu muss in der Konfiguration angegeben werden, dass sämtliche Datenträger beobachtet werden.

Systemeinstellungen vereinheitlicht

Die Seite der Systemeinstellungen wurde weiter vereinheitlicht, indem Icons und zugehörige Texte über alle Tabs hinweg standardisiert wurden. Die Seite für virtuelle Desktops wurde an Wayland angepasst. Die Seite für Desktop-Effekte wurde auf QtQuickControls 2 portiert, was Probleme in der Darstellung der Seite behebt.

Native Dialoge

Firefox kann ab Version 64 optional native KDE-Dialoge zum Öffnen und Speichern verwenden. Diese neue Technik ist in den Distributionen noch nicht angekommen, kann jedoch durch die Installation der Pakete xdg-desktop-portal und xdg-desktop-portal-kde aktiviert werden. Zusätzlich muss in der .desktop-Datei von Firefox GTK_USE_PORTAL=1 gesetzt sein.

Die Integrationsmodule xdg-desktop-portal-kde und plasma-integration unterstützen nun das Settings-Portal. Dadurch können Flatpak- und Snap-Anwendungen die vorhandene Plasma-Konfiguration einschließlich Schriften, Symbole, Widget-Themen und Farbschemata respektieren, ohne dass Leserechte für die Konfigurationsdatei von kdeglobals erforderlich sind.

Wayland-Integration

Auch die Integration von Wayland wurde weiter vorangebracht. Virtuelle Desktops sind nun unterstützt und bieten mehr Möglichkeiten als unter X11. Kann dort beispielsweise ein Fenster nur auf einem oder allen Desktops abgelegt werden, so ist das nun bei jedem gewünschten Desktop möglich.

WireGuard in Plasma

Plasma bietet nun zudem die Möglichkeit, VPN-Tunnel mit WireGuard einzurichten. Dazu muss lediglich das entsprechende VPN-Plugin für den NetworkManager installiert sein. Weitere Neuerungen halten die ausführlichen Release-Notes bereit.

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    13.02.2019, 14:47 Uhr

    Ich habe mir mal wieder Wayland angetan. Weil ja jetzt virtuelle Desktops gehen. Pro: Läuft deutlich flüssiger. Beim Anwendungsumschalter wird bei allen Videoplayern ein Live-Bild angezeigt.

    Negativ: Beim Umschalten, Bild wird angezeigt, Umschalten kannst du nicht. Drückst halt Alt-Tab, aber es geht nicht weiter. Ansonsten klemmt und hakelt es an allen Ecken und Enden. Nach 10 Minuten bist wieder beim Login vom sddm.

    Irgendeine Verbesserung für mich habe ich noch nicht gefunden. Und ja, ich hatte die Hoffnung auf Wayland. Das kann man sich für lange Zeit abschminken.

    Ich hatte halt echt gedacht, so langsam wird es was. Das wird noch Jahre dauern, bis es brauchbar wird. Also es ist absolut nichts verkehrt an

    • Ferdinand Thommes

      13.02.2019, 15:02 Uhr

      Unter GNOME ist man da naturgemäß wegen der Nähe zur Entwicklung etwas weiter. Ich kann auf Wayland warten. Wenn alles drumherum fertig ist (Wayland ist ausentwickelt), dann wirds auch kommen. Bei Debian 10 wirds im Sommer dann voraussichtlich auch Standard sein (mit GNOME).