Debian Leiter
Bild: Debian | Quelle Mohd Sohail | Lizenz: CC BY-SA-2.0

Uns stehen die Europawahlen ins Haus, Debian hat die alljährliche Wahl eines neuen Projektleiters gerade hinter sich. Für mindestens ein Jahr ist Sam Hartman der neue Leiter des Debian-Projekts (DPL). Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen lag bei 378.

Leider ist es nicht das DPL-Team geworden, dass ich in meiner News zum 1. April erfunden hatte. Aber ich denke, aus einem hochklassigen Bewerberfeld hat mit Sam Hartman derjenige gewonnen, der am ehesten Wunden heilen kann, an denen das Projekt keinen Mangel hat.

Eher repräsentativ

Das Amt des DPL gleicht eher dem des Bundespräsidenten als dem des Bundeskanzlers. Die Aufgaben umfassen unter anderem die Mediation in Teams oder zwischen Teams oder Mitgliedern des Projekts, die Vertretung des Projekts in der Öffentlichkeit bei Vorträgen und Präsentationen, die Übersicht über Finanzen und legale Angelegenheiten und ganz viel tägliches Klein-Klein.

Debian Urgestein

Sam Hartman ist seit 2000 Debian-Entwickler. Er betreut unter anderem das Authentifizierungsprotokoll Kerberos und dessen Implementierung. Sein Konzept ist, den Leuten, die an Debian arbeiten, den Spaß an dieser Arbeit zu erhalten oder zurückzugeben, denn ohne die Menschen, die ihre Freizeit in Debian stecken kann das Projekt nicht existieren.

Werkzeuge und Abläufe modernisieren

Wege, diesen Spaß an der Entwicklung Debians zurückzubringen sieht Hartman wie auch die anderen Kandidaten darin, technisch alles zu tun, dass Entwickler Werkzeuge und Abläufe vorfinden, die diese Arbeit erleichtern. Das ist eine Herausforderung, die gerade auch für die Akquisition von Neueinsteigern wichtig ist.

Meinungsverschiedenheiten ohne Eskalation

Ansonsten steht Mediation weit oben auf Hartmans Zettel. Debian braucht oft zu viel Zeit für Entscheidungen, da die Diskussionen zu sehr aus dem Ruder laufen und sich diametrale Standpunkte so verfestigen, dass keine Lösung möglich scheint. Hier sieht Hartman Chancen für einen DPL zu vermitteln. Allerdings sei dies zu viel für eine Person, hier soll ein Team unterstützend tätig werden.

Auch bei den Finanzen und der Repräsentation des Projekts nach Außen sieht Hartman Möglichkeiten, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Er sieht allerdings keinen Bedarf, dazu die Statuten zu ändern.

Debian hat einen neuen Leiter gewählt

Beitrag kommentieren

Alle Kommentare
  • Uwe

    21.04.2019, 14:04 Uhr

    Danke für den kurzen Einblick.
    Ich glaub da brauchts jemanden mit vulkanischen Eigenschafen. Stoisch, logisch, erfahren und vor allem in erster Linie der Sache verpflichtet.
    😉

    • Ferdinand Thommes

      21.04.2019, 14:27 Uhr

      Ein gewisses Maß an Stoizismus ist bei Debian allerdings angebracht, da geb ich Dir recht. Ob der Fakt, dass Sam Hartman blind ist, ihm in dieser Sache zum Vor- oder Nachteil gereicht oder nichts ausmacht, wird man vielleicht nach seiner Amtszeit beurteilen können