Fedora 31
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Fedora Workstation 31 wird zwar erst im Oktober erwartet, trotzdem hat Red Hat-Entwickler Christian Schaller kürzlich bereits einen ausführlichen Bericht über die bei Fedora immer üppig zu erwartenden Neuerungen erstellt.

Christian Schaller ist der Leiter der Desktop-Entwicklung bei Red Hat und hat somit immer ein waches Auge auf die Entwicklungen bei Fedora, die dann zu einem späteren Zeitpunkt in Red Hat Enterprise Linux (RHEL) einfließen.

Fedora 31 wird spannend

Ganz oben auf dem Zettel der Entwickler bei Fedora steht immer noch der Abschluss des Übergangs von X zu Wayland. Das Projekt liefert bereits seit Fedora 25 Wayland mit GNOME als Standard aus. Derzeit geht es unter anderem darum, die Abhängigkeit zum herkömmlichen X-Server in GNOME zu beseitigen. Die GNOME-Shell soll ohne XWayland laufen, GNOME 3.34 oder 3.36 sind das Ziel dieser Bestrebungen.

Nvidia besser mit Wayland?

Darüber hinaus bietet Nvidias proprietärer Treiber noch keinen hardwareunterstützten 3D-Support für unter XWayland laufende X-Anwendungen. Hier warten die Entwickler darauf, dass man bei Nvidia die letzten Entwicklungen von Fedora begutachtet und hoffentlich in den Nvidia-Treiber einbindet. Insgesamt geht man bei Red Hat davon aus, dass X.org in Kürze in den Erhaltungsmodus wechselt und keine Weiterentwicklung mehr stattfindet.

PipeWire bereits im Einsatz

Ein weiteres großes Projekt, an dem Wim Taymans federführend seit einigen Jahren arbeitet ist PipeWire. Dieses Framework soll einmal die Wiedergabe von Audio und Video vereinen und im Bereich Audio Jack und PulseAudio ablösen. Es kommt bereits beim Desktop-Sharing mit Wayland im Hintergrund zum Einsatz. Ein neuer Nutzer des Desktop-Sharing-Portal ist Miracast , dessen Einbindung in GNOME im Fedora COPR Repository vorab gestestet werden kann.

Flatpak soll in Zukunft RPM ablösen

Flatpak darf natürlich auch nicht fehlen, denn das alternative Paketsystem ist ein Kind der Fedora-Entwickler. Derzeit wird an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet, um die Schritte zum Bau von Flatpaks aus RPMs möglichst weit zu automatisieren. Das sind die Vorarbeiten, um Flatpaks in Fedora Workstation auszuliefern so wie das bereits bei Fedora Silverblue geschieht.

Fedora Toolbox für Entwickler

In diesem Zusammenhang wird auch das Projekt Fedora Toolbox weiter vorangetrieben. Es soll Entwickler befähigen, auch auf schreibgeschützten Systemen wie Fedora Siverblue die nötigen Tools, Treiber und Anwendungen installieren zu können. Hier steht eine Überarbeitung an um aus dem derzeitigen Shell-Script eine in Go geschriebene Anwendung zu machen, die besser mit Container-Bibliotheken und -Werkzeugen harmoniert.

GNOME Classic aufgewertet

Die Anhänger von GNOME 2 wird es freuen zu hören, dass der GNOME Classic genannte Modus der GNOME Shell überarbeitet wird, um noch mehr GNOME-2-Feeling zu vermitteln. Fortschritte gibt es auch in Sachen Fingerabdruck zu vermelden. Bald gibt es neue Treiber für Synaptics Fingerprint-Reader, weitere Hersteller sollen animiert werden, ihre Treiber für Linux zu verbessern.

OpenH264 Codecs 2.0

Die Unterstützung für Media Codecs verbessert sich, da Cisco die zweite Version seines OpenH264 Codecs freigegeben hat. An dieser freien Implementation von H264 hängt beispielsweise die Unterstützung von Firefox für H264 für WebRTC. Mit OpenH264 Codecs 2.0 kann nun nicht nur das Basisprofil für Videoanrufe decodiert werden, sondern auch die Profile Main und High, die für den Großteil von Video-Inhalten im Netz unabdingbar sind.

Weitere Änderungen

Des weiteren wird Fedora das Root-Passwort für SSH-Zugänge deaktivieren. Die Entfernung von Paketen, die von Python 2 abhängen, die mit Fedora 30 begonnen wurde, wird fortgesetzt. RPMs wechseln zur Kompressionsmethode zstd. Firefox für Wayland soll zudem Standard-Browser werden. Wie üblich scheint auch Fedora 31 ein spannendes Release zu werden.

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