Smartphones, die den Schutz der Privatsphäre und ein Mehr an Sicherheit versprechen, liegen aktuell im Trend. Neben den gerade erst in den Markt eintretenden Linux-Smartphones Librem 5 und PinePhone versucht nun ein weiterer Kandidat in den noch offenen Markt vorzustoßen.

Hallo Welt

Das Startup Hallo Welt Systeme UG aus Remscheid stellt auf der Schwarmfinanzierungsplattform Kickstarter nach über zwei Jahren Forschung und Entwicklung sein erstes Produkt vor. Das Volla Phone soll neben dem Schutz der Privatsphäre auch ein neues Benutzererlebnis bieten. Es will die Vielzahl von Apps und Cloud-Diensten ablösen und Menschen, Inhalte und Aktivitäten ins Zentrum stellen. Damit soll die wachsende Komplexität und der ständig zunehmende Zeitbedarf aktueller Smartphones abgemildert werden.

Neue Konzepte

Der Gründer Dr. Jörg Wurzer, der über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Forschung und Entwicklung in den Bereichen User Experience, Machine Learning, natürlicher Sprachverarbeitung, Künstliche Intelligenz und Produktmanagement verfügt, sagt dazu: »Alle mobilen Betriebssysteme basieren auf Apps. Es ist Zeit für etwas Neues. Ein neues Konzept der Benutzerschnittstelle soll deshalb wieder Freiraum für wichtige Dinge schaffen.«

Eines der neuen Konzepte des Volla OS ist das Springboard. Ein Anwender schreibt einfach was er oder sie tun will, ohne eine bestimmte App aufrufen zu müssen, um beispielsweise einen Anruf zu tätigen, eine Nachricht zu schicken oder einen Termin zu planen. Für andere Situationen bietet das Volla OS ein Schnellmenü, mit dem ein Anwender mit einer Geste häufig verwendete Funktionen und Inhalte aufrufen kann. Dazu zählen auch automatische Zusammenstellungen von Kontakten, Unterhaltungen und Nachrichten.

Nemo Mobile

Das Volla Phone wird dazu mit dem mobilen Betriebssystem Nemo Mobile ausgeliefert. Das Volla Phone wird mit Volla OS ausgeliefert, einem auf dem Android Open Source Project (AOSP) basierenden Betriebssystem. Das auf dem quelloffenen Linux-Betriebssystem MeeGo aufgebaute Nemo OS und Ubuntu Touch sind als Stretch Goals vorgesehen.

Alternative Ubuntu Touch

Das Volla Phone verzichtet auf Google Play und Google Apps, soll aber die meisten Android-Apps über einen anonymen App-Store unterstützen. Ein vorkonfigurierter VPN-Dienst auf der Basis von Hide.Me soll die Privatsphäre schützen und Tracking verhindern helfen.

Das Volla Phone, das bisher lediglich als Prototyp existiert, soll rund 300 Euro kosten. Die Kampagne auf Kickstarter strebt 350.000 Euro an und läuft noch bis 15. Dezember. Als Hersteller des Geräts wurde der deutsche Hersteller Gigaset verpflichtet.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    13.11.2019, 17:26 Uhr

    So wie ich das verstanden habe, ist da wohl ein Fehler im Artikel.
    Das Telefon soll mit AOSP ausgeliefert werden. Nemo oder Ubuntu Touch sind lediglich stretch goals.

    Diese Kickstarter Aktion erscheint mir doch recht halbseiden zu sein.
    Dr. Jörg Wurzer ist ein richtiger Tausendsassa. Experte für alles und ein ehemaliger Journalist.
    Das zu entwickelnde Smartphone von der Firma Gigaset gibt es (exakt oder fast exakt so) schon für 269,00 €.
    https://www.gigaset.com/de_de/gigaset-gs290/

    Was bleibt ist eine nette Bedienidee, die man anscheinend mit jedem auf Linux basierenden mobil OS kombinieren kann.

    • Ferdinand Thommes

      13.11.2019, 17:33 Uhr

      Ich bezüglich des Betriebssystems widersprüchliche Aussagen gefunden.

  • tuxnix

    13.11.2019, 18:46 Uhr

    Auf der Kickstarter Seite steht:
    The Volla OS is based on the Android Open Source Project (AOSP) and contains neither Google Apps nor Google Play Service. Most Android apps can still be installed and used via an anonymous App Store. With our Stretch Goal we’re taking it even further: For your Volla phone you can choose a free open source operating system.
    Auf http://volla.systems/ steht das Gleiche:
    “The Volla Phone comes with the Volla OS, based on the Android Open Source Project (AOSP) without Google Apps and services to secure your privacy.”

    Ob man überhaupt von einem “Volla OS” sprechen sollte?
    Im Grunde ist es doch nur eine Anpassung der Benutzeroberfläche.

    • Ferdinand Thommes

      13.11.2019, 18:55 Uhr

      Naja, Springboard, Shortcuts, Collections usw deuten schon auf einiges an Anpassung hin, aber ich glaube, das Ziel ist mit 350 k eh zu hoch gesteckt. Ich wollts halt einfach mal in den Ring werfen. Aber wie ich jetzt sehe, hast du Recht mit AOSP. Ich habe den Artikel entsprechend korrigiert.

  • tuxnix

    13.11.2019, 19:40 Uhr

    Die Kickstarter Aktion kommt mir trotzdem sehr komisch vor.
    Wenn jemand sagt: “Wir liefen euch ein begehrtes Marken-Startphon statt mit Android, mit AOSP aus und brauchen 20€ Aufpreis dafür. Wir starten eine Kickstarter Kampagne weil wir wissen wollen ob auch genug Interesse besteht”.
    Dann würde ich das für ein tolles Angebot und für fair halten.
    Wenn jemand seine Springboard, Shortcuts und Collections weiter entwickel möchte und für finanzielle Unterstützung wirbt, dann wäre das auch O.K.
    Wenn aber jemand für die Entwicklung eines Smartphones wirbt, dass es mal abgesehen vom Schriftzug schon fertig zu kaufen gibt, dann frag ich mich doch, für was eigentlich das Geld ausgegeben werden soll.
    Die beworbene Privatcy kann es jedenfalls auch nicht sein, weil die kommt allein von AOSP und das 1. monatige kostenlose Ausprobieren eines VPN Anbieters wird es wohl auch kaum sein können.

  • Roxxor

    13.11.2019, 19:50 Uhr

    “Receive high-quality, durable workmanship “Made in Germany” from our experienced hardware partner Gigaset.”

    Also ein Gigaset Android Telefon mit Mediatek Prozessor (mit entsprechenden Blobs) und AOSP Basis aber wie es aussieht sind die Veränderungen closed source.
    Danke nein.