Russland sperrt Mail-Provider
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Die russische Telekommunikationsbehörde Roskomnadsor sperrt derzeit im Auftrag des Geheimdienstes FSB ausländische Mail-Provider. Roskomnadsor unterstehen im Rahmen der Presseaufsicht unter anderem die Ressorts Informationstechnologie und Massenmedien.

ProtonMail bereits gesperrt

Jetzt sind mehrere Mail-Provider, bei denen die Sicherheit der Kommunikation im Vordergrund steht, von der Sperrung bedroht. So berichtete ProtonMail gestern von Sperrungen ihres Dienstes innerhalb Russlands. Betroffen sind Nutzer von ProtonMail und ProtonVPN, die zum Zeitpunkt der Sperrung nicht eingeloggt waren. ProtonMail rät als erste Maßnahme zum Verwenden des Tor-Browsers zum Umgehen der Sperre.

Nun auch mailbox.org bedroht

Heute vermeldet auch der deutsche Mail-Provider mailbox.org in einem Blogeintrag, von der Sperrung bedroht zu sein. Auch bei dem von Peer Heinlein in Berlin gegründeten Mail-Versender stehen Sicherheit und Schutz der Privatsphäre im Vordergrund.

Registrierungspflicht

Bereits im September 2019 wurde die geplante Sperrung bekannt. Der Vorwurf lautet, der Provider habe auf eine Auskunftsanfrage im 2. Quartal 2019 nicht reagiert und sei nicht im russischen Telekommunikationsverzeichnis „ARI“ eingetragen. Anlass sollen über bestimmte Provider versandte E-Mails mit Bombendrohungen sein.

Keine Anfrage bekannt

Peer Heinlein sagte damals, ihm sei »keine Anfrage von Roskomnadsor bekannt«. Am 29. Dezember 2019 hat Roskomnadsor vor einem Gericht in Moskau die Sperrverfügung beantragt. Der Berliner Provider wird sich beim am 5. Februar anstehenden Prozess anwaltlich vertreten lassen um »für eine freie, sichere Kommunikation einzutreten«.

Heinlein tritt mit seinem Unternehmen gegen diese Art von Zensur ein und äußerte sich im September zu einem Workaround:

Russland sperrt Mail-Provider
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie wichtig freie Kommunikationsstrukturen wie das weltweite TOR-Netzwerk sind. Dieses ermöglicht Anwendern auch in totalitären und überwachenden Staaten die sichere Teilnahme am Internet und der freien Kommunikation. Aus diesem Grunde betreibt mailbox.org zur sicheren Kommunikation eigene TOR-Server und ist auch über die sogenannten TOR-Onion-Adressen weltweit erreichbar.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    30.01.2020, 16:58 Uhr

    Und irgendwann müssen wir wieder auf Brieftauben und verschlüsselte Rauchzeichen zurückgreifen, nur weil die lieben Geheimdienste aus aller Welt ihre komischen Spielchen treiben und inzwischen völlig paranoid geworden sind.

  • Uwe

    30.01.2020, 22:23 Uhr

    Kann ich verstehen!
    Die Hetze geg.Russland sehen wir doch auch hier. Und ja, die Nato steht schon vor Russlands Grenzen!

    Zwei Jahre NATO-Einheit an Russlands Grenze

    https://www.mdr.de/heute-im-osten/zwei-jahre-nato-stuetzpunkt-litauen-100.html