Ubuntu 21.04 »Hirsute Hippo« bringt Wayland als Standard

Screenshot: ft

Heute erscheint mit Ubuntu 21.04 »Hirsute Hippo« eine für neun Monate unterstützte Zwischenversion von Canonicals Desktop-Betriebssystems. Die nächste Version mit LTS wird Ubuntu 22.04 sein. Nachdem der erste Versuch, Wayland als Standard zu verwenden, mit Ubuntu 17.10 nicht reif genug für das langzeitunterstützte 18.04 »Bionic Beaver« war, unternehmen die Entwickler jetzt mit 21.04 einen neuen Anlauf.

Home-Verzeichnis abgesichert

Mit Kernel 5.11 erhält Ubuntu 21.04 Unterstützung für aktuelle Hardware wie CPUs und Grafikkarten. Das Home-Verzeichnis erfährt einen Wechsel bei den Berechtigungen und wurde von 755 auf 750 gesetzt. Der Ubiquity-Installer erlaubt nun das Verschlüsseln von Ext4-Partitionen ohne den Zwang zum Logical Volume Manager (LVM). Ein Wiederherstellungsschlüssel wird dabei automatisch im Installer erstellt. Zudem wurde Unterstützung für PipeWire eingebaut, um Screen-Recording unter Wayland zu ermöglichen und Audio in Flatpak und anderen Sandboxing-Szenarien zu verbessern.

Kein GNOME 40 oder GTK 4

Abweichend von der bisherigen Praxis erscheint Ubuntu 21.04 ohne die aktuelle Version 40 des GNOME-Desktops, sondern bietet eine Mischung auf GNOME 3.38 mit einigen wenigen Apps in Version 40. Der Grund dafür ist, dass den Entwicklern die Zeit vom Erscheinen von GNOME 40 bis zur Veröffentlichung von Ubuntu 21.04 zu kurz erschien, um sowohl GTK 4 als auch GNOME 40 zu integrieren. Dies wird zusätzlich dadurch erschwert, das Ubuntu eine angepasste Version des GNOME-Desktops verwendet. Wer dennoch GNOME 40 testen möchte, kann das mit einem PPA tun, sollte sich aber des Risikos bewusst sein.

Optik subtil überarbeitet

Optisch hat sich bei Ubuntu wenig verändert im letzten halben Jahr, auffällig ist lediglich, dass das dunkle Yaru-Theme etwas dunkler in der Farbgebung geworden ist. Wer genau hinschaut, kann auch die überarbeiteten Icons des Yaru-Themes bemerken. Eine weitere Anpassung betrifft das Benachrichtigungsfenster, Desktop-Menüs und das System-Tray, die ein dunkles Theme auch dann verwenden, wenn der Rest im als Standard gesetzten hellen Theme daherkommt.

Updates für den Paketbestand

Darüber hinaus können Dateien und Verzeichnisse nun aus dem Dateimanager Nautilus auf den Desktop gezogen und dort real und nicht als Verweis abgelegt und auch wieder in den Dateimanager zurückbewegt werden. Wie üblich werden auch die vorinstallierten Pakete einem Update unterzogen. So kommen unter anderem Firefox 87, LibreOffice 7.1.2 und Python 3.9.4 auf die Platte.

Außer Wayland als Standard gehen die Entwickler beim »borstigen Flusspferd« keine Wagnisse ein, alle anderen Änderungen können der Systempflege und Erhaltung zugeordnet werden. Zum Testen von Wayland bleibt nun ein ganzes Jahr Zeit bis Ubuntu 22.04 LTS.

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