Vom Rest das Beste – Woche 13

Vom Rest das Beste – Woche 13
Vom Rest das Beste

Die Osterwoche brachte recht viele Nachrichten, für die die Zeit für eine ausführliche Darstellung nicht reichte, die deshalb hier zumindest angerissen werden. So ist LinuxNews gestern auf einen neuen Server umgezogen. Etwas mehr dazu in den nächsten Tagen. Vor einer Woche veröffentlichte Linus Torvalds Linux 5.12-rc5, der etwas größer als der Durchschnitt ausfiel. Torvalds schrieb, wenn das so weitergehe, könnte die Veröffentlichung etwas länger dauern und einen rc8 benötigen. Dann würde Linux 5.12 am 28. April erscheinen anstatt am 21.

Ubuntu 21.04 »Hirsute Hippo« als Beta

Ubuntu 21.04 »Hirsute Hippo« wurde als Beta-Version veröffentlicht. Eines der Entwicklungsziele war Wayland als Standard. Obwohl die Umsetzung in einigen News-Portalen behauptet wird, kann ich das nicht bestätigen, als Session wird weiterhin X11 angezeigt. Ubuntu 21.04 wird auch nicht mit GNOME 40 und GTK 4 veröffentlicht, diese werden später nachgereicht. Die stabile Veröffentlichung soll am 22. April stattfinden.

Nitrux 1.3.9 setzt auf Debian

Einige weitere Distributionen haben neue Veröffentlichungen zu verkünden. Da wäre zunächst das mexikanische, auf KDE Plasma ausgerichtete Nitrux, das mit Version 1.3.9 bei Neuinstallationen von Ubuntu zu Debian als Grundlage wechselt. Als Init-System kommt weiterhin OpenRC zur Anwendung, die bisher genutzten Devuan-Repositories werden gegen die von Debian getauscht. Ansonsten kommen KDE Plasma 5.21.2, KDE Applications 20.12.3 sowie KDE Frameworks 5.79 zum Zug.

JingOS für Tablets mit erstem Update

JingOS, die auf Ubuntu basierte Linux-Distribution für Tablets, hat ein erstes größeres Update auf JingOS 0.8 erhalten. Es verfügt über eine benutzerdefinierte Qt-basierte Desktop-Umgebung, die für Touch-Bedienung entwickelt wurde und kann beim Design eine Verwandtschaft zu Apples iPadOS nicht verleugnen. Neben OTA-Updates erhielt die neue Version auch einen eigenen App-Store.

4MLinux v36.0 unterstützt exFAT

Die minimale, von Grund auf gebaute Linux-Distribution 4MLinux ist in Version 36.0 veröffentlicht worden. Neu hinzugekommen ist Unterstützung für NDB und für das exFAT-Dateisystem. Neue Anwendungen sind unter anderem GtkHash zum Kalkulieren von Hash-Summen und das Verschlüsselungs-Tool VeraCrypt. Als grafische Oberfläche kommt weiterhin der Fenstermanager JWM (Joe’s Window Manager) zum Einsatz.

Die für KDE neon angekündigten Offline-Updates wurden nun für alle Editionen ausgerollt, betreffen aber nur Updates per Plasma Discover. Arch Linux bietet auf seinem aktuellen Installationsmedium einen neuen geführten Installer, der mit # python -m archinstall guided gestartet wird. Damit schrumpft der Zeitbedarf für eine Arch-Installation auf wenige Minuten zusammen. MX Linux 19.4 kommt mit Unterstützung für Linux Kernel 5.10 LTS und Mesa 20.3.

Updates für viele Anwendungen

Bei den Updates von Anwendungen stechen LibreOffice 7.1.2 und GIMP 2.10.24 heraus. Beides sind Bugfix-Releases, im Fall von LibreOffice konnten damit rund 60 Fehler beseitigt werden. Der zur baldigen Veröffentlichung anstehende Screen-Recorder OBS-Studio in Version 27 ist nativ unter Wayland lauffähig. Stellarium 0.21.0 kann unter anderem jetzt auch die Mond-Libration darstellen. Tor Browser 10.0.15 behebt mit dem Update auf OpenSSL 1.1.1k eine kürzlich geschlossene kritische Sicherheitslücke in OpenSSL.

Systemd 248

Systemd 248 fügt unter anderem eine Funktion namens system extension images hinzu, die es ermöglichen soll, Systemdateien hinzuzufügen, oder den Anschein zu erwecken, dass sie hinzugefügt werden, selbst auf schreibgeschützten Dateisystemen. Entwickler Lennart Poettering dazu: »Wenn ein system extension image aktiviert wird, werden seine /usr/– und /opt/-Hierarchien und os-release-Informationen über overlayfs mit der Dateisystemhierarchie des Host-Betriebssystems kombiniert.«

Der primäre Anwendungsfall für system extension images sind unveränderliche Betriebssysteme wie Red Hats Silverblue und Kinoite. In diesen Betriebssystemen ist das Dateisystem schreibgeschützt und wird aktualisiert, indem es durch ein neues Image ersetzt wird, anstatt gepatcht zu werden, was sowohl für die Sicherheit als auch die Stabilität besser ist.

Neues aus dem mobilen Umfeld

Das Custom-ROM LineageOS 18.1 fügt seit April 2020 aufgelaufene Sicherheitspatches ein und bringt Android 11 auf die unterstützten Geräte. Alle LineageOS-Apps unterstützen jetzt einen Dark-Mode. Das leichtgewichtige Linux-Phone-Interface Sxmo 1.4 wurde zwei Tage nach Veröffentlichung von Version 1.4.1 abgelöst und sollte bereits in postmarketOS verfügbar sein.

Wer noch interessanten Lesestoff für den verbleibenden Feiertag sucht, wird vielleicht in dem Essay von Alyssa Rosenzweig zu Freier Software fündig. Arch-Fans finden vielleicht einen Artikel über PipeWire mit Arch Linux interessant. Und damit wünsche ich eine produktive verkürzte Woche 14. Bleibt gesund!

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