Vom Rest das Beste – Woche 19

Vom Rest das Beste – Woche 19
Vom Rest das Beste

Woche 19 verlief hier eher unspektakulär und vor allem verregnet. Linux ließ sich davon nicht beeindrucken und produzierte weiter News, damit diese Kolumne nicht ins Wasser fällt.

Die Macht der Community

Der Aufreger der Vorwoche war zweifelsohne die Art und Weise wie Muse Group, die neuen Entwickler von Audacity Telemetrie einführen wollten. Der Zorn der Community richtete sich vor allem gegen die dazu verwendeten Tools Google Analytics und Yandex Metrica. Vor drei Tagen meldete sich Eugeny Naidenov, Vorstandsvorsitzender der Muse Group und auf YouTube und Twitter als Tantacrul bekannt, und erklärte, man ziehe den Pull Request zur Einführung von Telemetrie zurück. Dazu morgen mehr.

Distributionen

In der vergangenen Woche wurde Bodhi Linux 6 mit seinem von Enlightenment abgeleiteten Moksha-Desktop veröffentlicht. Vor wenigen Tagen folgte dann die einzige weitere mir bekannte Distribution, die Enlightenment einsetzt: Elive 3.8.20 Beta. Die Entwicklung der erstmals 1996 veröffentlichten Desktop-Umgebung Enlightenmentnimmt gerade wieder Fahrt auf und steht derzeit bei Version e24.

Die Entwickler der anonymisierenden Distribution Tails rufen weiterhin zum Test von Tails 4.19~rc1 auf. Grund für diesen zweiten Testaufruf ist, dass Tails 4.19, geplant für den 1. Juni, die Art und Weise, wie man sich von Tails aus mit dem Tor-Netzwerk verbindet, komplett verändern wird. Damit sollen die in den letzten Jahren entdeckten Unzulänglichkeiten bei der Verbindung zu Tor größtenteils beseitigt werden.

Ein weiterer Testaufruf war Ubuntu Touch OTA-17 gewidmet. In dieser Woche erschien nun die stabile Version des mobilen Betriebssystems. Die Veröffentlichung von SystemRescueCD 8.03 integriert die aktuelle Ausgabe 1.3.0 des Partitionierungswerkzeugs GParted.

LibreOffice 7.2 wird interessant

LibreOffice 7.2 Alpha 1 steht kurz bevor und zeigt einige Änderungen auf, die für die finale Version von LibreOffice 7.2 zu erwarten sind. Dazu zählt initialer Support für GTK4 ebenso wie ein möglicher Port auf WebAssembly (Wasm). Eine interessante neue Funktion ist Search Commands, die später im Hilfemenü zu finden sein wird. Diese Funktion hilft, jede Option, jeden Menüpunkt oder Untermenüpunkt in allen Komponenten der Office-Suite mit einem Freitextdialog zu finden. Frühe Entwicklerversionen von 7.2 stehen auf der Webseite bereit.

Plasma 5.22 Beta erschien im Wochenverlauf, Nate Graham bietet mit seiner Zusammenfassung der Woche bei KDE weitere Neuerungen, die in 5.22 einfließen oder in die bereits begonnenen Entwicklung zu Plasma 5.23 übernommen werden. Darunter sind weitere Verbesserungen für Wayland-Sitzungen auf dem Plasma-Desktop.

Fortschritte bei Applikationen

Der E-Mail-Client Thunderbird erhält ein Bugfix-Release auf Version 78.10.1. Der auf Qt5 basierende Markdown-Editor Ghostwriter wurde auf 2.0 angehoben. Damit einher geht ein Wechsel des Markdown-Prozessors von Sundown zu cmark-gfm. Des Weiteren wurden die bisherigen HUD-Displays durch eine Seitenleiste ersetzt. Bisher ist Ghostwriter 2.0 erst bei Fedora 34 und Void Linux verfügbar, sollte aber bald auch als Flatpak bereitstehen.

Der bei Facebook entwickelte Kompressions-Algorithmus Zstandard (Zstd) 1.5 ist sowohl beim Komprimieren als auch bei der Dekompression um einiges leistungsfähiger als die Vorgängerversion. In Sachen (Un)Sicherheit erlebte die Woche den Auftritt von FragAttacks, einer Reihe von Verletzlichkeiten im WLAN-Standard. Entdeckt wurden sie vom gleichen Sicherheitsforscher, der 2017 bereits die KRACKAttacks in WPA2 publik gemacht hatte. Für Linux liegen bereits Patches vor.

PipeWire und Flutter zum Nachlesen

Zu guter Letzt noch etwas Lesestoff für den Sonntag: Red Hat-Entwickler Christian Schaller hat ein Interview mit Wim Taymans, dem Entwickler von PipeWire geführt, der zuvor bereits Mit-Begründer von GStreamer war. PipeWire entstand bei Red Hat über die letzten fünf Jahre, das Interview deckt sowohl die bisherige Entwicklung als auch künftige Pläne für die Einführung im Automotive-Bereich ab.

Im Sommer 2020 enthüllte Google seine Pläne, das hauseigene Open Source-App-Framework Flutter über Android und iOS hinaus für weitere Plattformen, unter anderem für Linux verfügbar zu machen. Vor zwei Monaten gab Canonical bekannt, App-Entwicklungen künftig mit Flutter 2 umsetzen zu wollen. Ein Plädoyer gegen Flutter in Linux ist diese Woche bei It’s FOSS erschienen.

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