Vom Rest das Beste – Woche 21

Vom Rest das Beste – Woche 21
Vom Rest das Beste

Eine dank Pfingsten verkürzte Arbeitswoche geht zu Ende. Ein Kurzurlaub über die Feiertage in der Uckermark sorgte dafür, dass der Rückblick auf Woche 20 sprichwörtlich ins Wasser fiel.

Aufreger der letzten beiden Wochen ist das Gezerre um das IRC-Netzwerk Freenode, bei dem in einer völlig überzogenen Aktion zuletzt über 700 Kanäle beschlagnahmt wurden, weil dort der Begriff Libera im Topic stand oder diskutiert wurde. Selbst Andrew Lee, seit 2019 Besitzer des Netzwerks fand im Nachhinein seine Aktion übertrieben und entschuldigte sich öffentlich.

Distributionen

Bei den Distributionen gab es einige Kandidaten mit aktualisierten Abbildern. Das auf Debian Buster basierende antiX 19.4 bietet nach wie vor kein Systemd, sondern SysVinit oder Runit. Den Desktop der schlanken Distribution stellt wie gehabt IceWM. Fast jeden Monat gibt es eine Veröffentlichung von Nitrux, einer KDE zugewandten Distribution aus Mexiko, die in der aktuellen Version 1.4.1 auf KDE Plasma 5.21.5, KDE Gear 21.04.1 und KDE Frameworks 5.82.0 setzt.

Aus Russland stammt das relativ unbekannte und von Grund auf seit 20 Jahren entwickelte ALT Linux, das jetzt als ALT Linux 9.1 »Simply« für viele Architekturen, unter anderem auch für einige ARM-Varianten und für RISC-V erschienen ist. Auf ARM setzt auch Raspberry Pi OS 2021-05-07, das Linux 5.10.17 LTS als Kernel nutzt und Geschwindigkeitsverbesserungen bei OpenSSH und OpenSSL bieten soll. Nicht vergessen werden soll der Univention Corporate Server 5.0, den ich in den nächsten Tagen näher vorstelle.

Anwendungen

Die EGroupware GmbH veröffentlichte Version 21.1 der gleichnamigen Groupware-Lösung und bietet unter anderem ein neues Kanban-Board und erweitert smallPART, eine Anwendung zum videogestützten Lernen. Während bei EGroupware die Verwendung bereits im Namen verankert ist, könnte man bei RetroArch 1.9.4 an einen weiteren Ableger von Arch Linux denken und liegt damit ziemlich daneben, denn es handelt sich um ein plattformübergreifendes Open-Source Front-End für eine große Anzahl an unterstützten Spiele-Engines und Emulatoren.

Wenn wir schon vermeintlich bei Arch sind: Das in Woche 13 vorgestellte Archinstall verkürzt eine Arch-Installation auf wenige Minuten. Archinstall 2.2 verbessert jetzt die noch junge Python-Anwendung. Bei KDE wird nach der Vorstellung von KHamburgerMenu vor drei Wochen jetzt der KCommandBar vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein neues Pop-up-Menü im Stil eines Head-up-Displays (HUD), mit dem man in Anwendungen nach unterstützten Funktionen suchen kann, die dann direkt gestartet werden können. Weitere neue Entwicklungen und behobene Probleme hält wie immer Nate Graham in seinem Blog bereit.

Die 2013 von Coreboot abgespaltete alternative Firmware Libreboot als Ersatz für BIOS oder UEFI erschien nach fünf Jahren in neuer Version. Das noch als Testversion deklarierte Libreboot 20210522 unterstützt zusätzliche Mainboards. Der FAI.me-Dienst aus dem FAI-Projekt zum Erstellen von angepassten Debian-Installationsmedien unterstützt jetzt das Hochladen eines benutzerdefinierten Shell-Skripts. Dieses Skript wird dem Installations-Abbild hinzugefügt und beim ersten Start auf Anforderung ausgeführt. Damit lässt sich das neu installierte System automatisiert an die eigenen Bedürfnisse anpassen, nachdem FAI die Erstinstallation durchgeführt hat.

Glimpse geht schlafen

Der Dienst Have I Been Pwned, den unter anderem auch Firefox nutzt, um Anwender über kompromittierte Passwörter zu informieren, wird als Open Source freigegeben. Zudem wird das FBI künftig bei seinen Ermittlungen entdeckte kompromittierte Zugangsdaten in den Dienst einspeisen. Das Projekt Glimpse, das mit viel Getöse Ende 2019 als Fork von GIMP abgeleitet wurde, um der Zweideutigkeit des Akronyms GIMP zu entgehen, wird in einen Schlafmodus versetzt, wobei unklar ist, ob die Entwicklung später fortgeführt wird.

Übersetzen ohne Cloud

Das Debian-Projekt erhielt eine Spende von rsync.net, einer Firma, die Cloud-Storage für Backups anbietet. Debian erhält einige Terabytes Speicherplatz und will den für ein Backup seiner PeerTube-Instanz nutzen. Zudem erhält jeder offizielle Debian-Entwickler auf immer kostenlose 500 GByte Speicher zur freien Verfügung. Mozilla beginnt mit der Integration von Firefox Translations aus dem von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro geförderten Projekt Bergamot in die Nightly-Ausgaben des Browsers. Die maschinellen Übersetzungen finden auf dem lokalen Rechner statt und benötigen keine Cloud-Anbindung.

DSGVO wenig erfolgreich

Den dritten Geburtstag konnte in dieser Woche die seit dem 25. Mai 2018 verbindliche DSGVO begehen. Ob das Anlass zur Freude ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich wage jedoch zu bezweifeln, ob der hehre Plan, die großen Datenkonzerne in ihre Schranken zu weisen, erfolgreich war. Wer sich immer schon mal für die technischen Grundlagen von Ubuntus Paketsystem Snap interessiert hat, wird jetzt im Blog der Distribution fündig. Und nun auf in eine neue Woche. Passt auf euch auf.

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