Neu bei Fedora 35: Fedora Kinoite

Quelle: FedoraMagazine

Wenn am 19. Oktober Fedora 35 veröffentlicht wird, erblickt auch eine neue Variante offiziell das Licht der Welt: Fedora Kinoite. Wer das seit Fedora 29 ausgelieferte Fedora Silverblue kennt, dem sei kurz erklärt: Kinoite = Silverblue - GNOME + KDE PLASMA.

Wer Silverblue noch nicht kennt: Silverblue als auch Kinoite gehören zu den unveränderbaren (immutable) Betriebssystemen. Das erklärt sich dadurch, dass ihr Root-Dateisystem nur lesbar ist. Alle Änderungen werden außerhalb des Root-Dateisystems auf einer separaten Ebene gespeichert. Updates werden als komplettes Abbild ausgeliefert und lassen sich somit zurückrollen auf einen vorherigen Stand.

Im Hintergrund werkt RPM/OSTree

Die dazu verwendeten Werkzeuge sind einerseits der hybride Paketmanager RPM/OSTree und andererseits Flatpak. Damit ist bereits angedeutet, dass das bevorzugte Paketformat Flatpak ist, jedoch lassen sich alternativ normale RPM-Pakete sowohl über das Terminal mit dem Paketmanager RPM als auch über die grafische KDE-App Discover installieren, um den recht mageren Paketbestand des offiziellen Abbilds zu ergänzen. Um die für die anvisierte Zielgruppe unabdingbare Toolchain an Entwicklerwerkzeugen bereitzustellen, wurde die Container-basierte Anwendung Toolbox auf der Basis der Docker-alternative Podman entwickelt.

Auf dem Abbild ist neben den üblichen KDE-Apps lediglich Firefox vorinstalliert. Ansonsten sieht Kinoite wie der normale Fedora-KDE-Spin aus. Flatpak ist vorkonfiguriert und Fedoras eigenes Flatpak-Repository eingebunden. Das besser ausgestattete Flathub-Repository muss händisch eingebunden werden, da dort auch proprietäre Apps wie Spotify oder Dropbox angeboten werden und Fedora es somit nicht inkludiert.

Aktualisieren und installieren

Das Aktualisieren einer Kinoite-Installation wird über den Befehl rpm-ostree upgrade angestoßen, einzelne Pakete als RPM kommen per rpm-ostree install [Paketname] ins System. Nach einem Reboot stehen die Neuerungen dann bereit. Das Zurückrollen bei Problemen gelingt mit rpm-ostree rollback. Mittels rpm-ostree rebase kann man sowohl auf die nächste Veröffentlichung von Fedora aufsteigen, sondern etwa auch auf ältere Fedora-Workstation-Ausgaben umschwenken. Derzeit reicht das Angebot zurück bis zu Fedora 27, wie der Befehl ostree remote refs fedora verrät.

Wer Fedora Kinoite jetzt testen möchte, muss auf die Rawhide-basierte Variante zugreifen, demnächst erscheint eine Beta-Version. Kinoite wird nicht als Live-System ausgeliefert, sondern als Installer. Das Abbild kann aber in Boxen oder einem der anderen Virtualisierer getestet werden. Im nächsten Heft der Zeitschrift LinuxUser gehe ich ausführlicher auf die Möglichkeiten von Kinoite ein.

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