Kernel 5.16 erst im neuen Jahr

Linux 5.16-rc5
Bild: Krd Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gestern hat Linus Torvalds Linux 5.16-rc5 freigegeben und den Stand der Entwicklung als »ziemlich normal« bezeichnet, auch wenn rc5 etwas größer sei als gewohnt. Das schreibt Torvalds den kommenden Feiertagen zu, da die Entwickler ihre Patches frühzeitig loswerden möchten. Ein weiterer Effekt der Feiertage ist, dass das Testen sich verlangsamt, weshalb Torvalds vorhat, den Entwicklungszyklus von Linux 5.16 um eine Woche zu verlängern und das stabile Release somit auf Anfang Januar fällt.

Release vermutlich im Januar

Neben den bereits Mitte November mit rc1 genannten Neuerungen unterstützt AMDGPU dann DisplayPort 2.0 und erhält erweiterten den Support für USB4. Das Raspberry Pi Compute Module 4 wird nun ebenfalls in Mainline unterstützt. Der PCIe-Treiber für Apple M1 wurde hinzugefügt, während Microsoft Patches für HyperV gelandet hat, die die Isolation von Virtuellen Maschinen verbessern soll.

2. Patchset für Rust

Gute Nachrichten gibt es auch bei der Anstrengung, die Programmiersprache Rust als zweite Sprache im Kernel zu verankern, auch wenn dies keine direkten Auswirkungen auf Linux 5.16 haben wird. Die Unterstützung für Rust wird vermutlich 2022 im Mainline-Kernel aufgenommen. Bereits im Sommer wurde eine erste Patch-Serie eingebracht, die vor wenigen Tagen von einem zweiten Teil ergänzt wurde.

I love that the Linux kernel is getting Rust support. A bitter-sweet moment for me – today I can read the Linux C code and understand it, and I can barely grasp Rust code. It feels even harder than reading modern C++. But writing new code in C or C++ is a crime, this must be done

Miguel de Icaza

Projektbetreuer Miguel Ojeda merkte an, dass die Unterstützung noch als experimentell anzusehen sei, allerdings benutze man nicht mehr den Rust-Compiler in der Beta-Version, sondern seit Rust 1.57.0 eine stabile Version. Seiner Meinung nach ist der Zustand der Unterstützung gut genug, »dass die Kernel-Entwickler mit der Arbeit an den Rust-Abstraktionen für die Kernel-Subsysteme beginnen und Treiber und andere Module schreiben können«.

Natürlich wird der Kernel mit seinen über 25 Millionen Zeilen niemals komplett in Rust umgeschrieben, aber die Unterstützung wird hoffentlich dazu führen, dass ein Teil des neuen Codes für den Kernel in Rust geschrieben wird und damit Probleme mit der Speichersicherheit bei C und C++ der Vergangenheit angehören.

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