Otter Browser

Totgeglaubte leben länger

Dabei geht es hier gleich um zwei längst totgeglaubte Projekte. Zum einen wäre da das einstmals in den 80er-Jahren von IBM und Microsoft begonnene, sehr vielversprechende Betriebssystem OS/2 und zum zweiten der Open-Source-Browser Otter. Während OS/2 ein Vorläufer von Windows NT war, ist der Otter Browser ein Ableger von Opera 12.x, bevor dieser abrupt seine Ausrichtung änderte. Otter steht für Linux, FreeBSD, OpenBSD, macOS und Windows zur Verfügung und untersteht der GPL 3.

OS/2 und Otter

Nun sieht es so aus, als ob Otter der neue Browser bei OS/2 werden soll. Otter wurde 2014 vorgestellt, mit dem Ziel, die klassische Oberfläche von Opera 12 in modularer Form mit Qt5, Qt WebEngine und QtWebKit nachzubauen. Im Jahr 2019 erreichte das beharrlich ohne viel Öffentlichkeit entwickelte Projekt die stabile Version 1.0.

Beta im Anmarsch

OS/2, das zweite totgeglaubte Projekt, wird von der Bitwise Works GmbH und der holländischen Stiftung OS/2 Voice nun mit dem Otter Browser für die Weiterentwicklungen ArcaOS und eComStation aktualisiert. Vor einer Woche gab Roderick Klein von OS/2 VOICE bekannt, dass in dieser oder der nächsten Woche mit einer öffentlichen Beta-Version des Otter Browsers für OS/2 zu rechnen sei. Über die Vorbereitungen und den derzeitigen Stand der Dinge unterrichtet ein weiterer Post von Klein. Wenn Otter Browser in OS/2 integriert ist, verfügen die Anwender damit nach langer Zeit wieder über die Möglichkeit, einen aktuellen Browser zu verwenden.

Abnehmende Bedeutung

Die Entwicklung von OS/2 geriet 1996 nach IBM OS/2 Warp 4 ins Stocken. Heute spielt es im Heimbereich kaum noch eine Rolle, auch die Verwendung in Unternehmen nimmt ab und beschränkt sich auf Nischen wie Haus- und Sicherheitstechnik sowie die Fertigungsindustrie. Ein bekanntes Beispiel sind die Kartenleser in der U-Bahn von New York. Heute wird es in Lizenz von XEU.com BV als eComStation und von ArcaNoae als ArcaOS vertrieben.

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