Vom Rest das Beste – Woche 8

In Woche 8 deuten sich zwei Änderungen im Kernel an. Linus Torvalds ließ sich überzeugen, dass es an der Zeit sei, den Standard der im Kernel verwendeten Sprache C etwas anzuheben. Derzeit wird der Standard C89 aus ebendiesem Jahr verwendet. Jetzt erwägt Torvalds, ihn auf C11 aus 2011 anzuheben. Der Umstieg soll während des Einreichungsfensters zu Linux 5.18 stattfinden.

Eine zweite, noch nicht beschlossene Änderung ist die Entfernung von ReiserFS aus dem Kernel. Der Vorschlag kommt von Kernel-Entwickler Matthew Wilcox, der meint, der Aufwand für eine weitere Unterstützung des seit Jahren nicht mehr weiter entwickelten Dateisystems sei zu hoch. Es gibt einige API-Aufrufe, die nur von ReiserFS benutzt werden und stellenweise an anderen Stellen hinderlich sind. Edward Shishkin, einer der verbleibenden Entwickler von ReiserFS hat die Situation in den letzten Tagen etwas entschärft. Die Diskussion läuft.

Distributionen

Bei den Distributionen ging es ruhig zu in dieser Woche. Slax wurde für Version 11.2 auf den Stand von Debian 11 »Bullseye« hochgezogen. Barry Kauler hat EasyOS 3.4.1 freigegeben. Das auf Fedora basierte Berry Linux steht in Version 1.3.6 zum Download bereit. SmartOS ist ein quelloffenes UNIX-ähnliches Betriebssystem, das auf illumos basiert, einem Community-Fork von OpenSolaris. Es liegt aktuell als Version 20220224 vor. Neu für mich ist batocera.linux, eine kleine Distribution für RetroGaming, die mit der erfreulich kurzen Versionsnummer 33 erschien.

Mit Blick in die Zukunft scheint Ubuntu 22.04 LTS teilweise auf GNOME 42 zu setzen und eine grafische Oberfläche zum Aktualisieren von Firmware per fwupd vorzustellen. Seit einigen Tagen lässt sich Fedora 35 auf das künftige Fedora 36 aktualisieren. Einer der Höhepunkte ist das um neue Funktionalität im Bereich Networking erweiterte Podman 4.0.

Desktops und Anwendungen

Der Plasma Desktop 5.24.2 behebt Fehler der Hauptversion, wie Nate Graham in seiner wöchentlichen Kolumne schreibt. GIMP 3.0 wirft seine Schatten mit GIMP 2.99.10 voraus. Im Rahmen der anstehenden Einstellung der Unterstützung von apt-key erstellt Apt 2.4.0 das neue Verzeichnis /etc/apt/keyrings und zeigt eine Warnung, wenn Anwendungen ihre Schlüssel in trusted.gpg.d oder trusted.gpg abgelegt haben.

NetworkManager 1.36 verbessert die Sicherheit von WPA3, unterstützt 5G NR Modems und bietet zusätzlich zu wpa_supplicant Support für das IWD-Backend für Wi-Fi P2P. Vorsicht: bei Arch Linux gibt es einen (noch nicht bestätigten Bugreport, der berichtet, mit 1.36 seien keine DSL-Verbindungen möglich. Firewalld ist ein grafisches Frontend für die Befehlszeilenprogramme iptables und nftables des Netfilter-Frameworks im Kernel. Gerade ist Version 1.1 erschienen und vereinfacht die Einstellung des Verhaltens der Firewall. Coreboot 4.16 bietet eine Vielzahl von Verbesserungen und neu unterstützte Mainboards.

Lesestoff

Der neblig trübe und kühle Sonntag lädt zum Lesen ein. Über das lesenswerte Essay »Das Dritte Web« des Berliner Entwicklers und Soziophilosophen tante hatte ich vor einigen Wochen bereits berichtet. Jetzt liegt der lange Text lobenswerterweise auch als Hörbuch vor. Ein ebenfalls langer Text befasst sich mit der These, warum F-Droid vermeintlich das Andriod-Sicherheitsmodell schwächt.

Vor 10 Jahren bereicherte der Auftritt des Raspberry Pi die Freizeit vieler alter und neuer Entwickler und hielt sogar Einzug in die Industrie. Einen Rück- und Ausblick bietet die Webseite How-to Geek. Wer dagegen schon immer wissen wollte, wie man heutzutage ein Live Linux aus einer installierten Distribution baut, kann mehr bei Linux Live Kit erfahren.

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