Vertrag per Handschlag

elementary OS in Schwierigkeiten

elementary Mitbegründer Danielle Fore hat in einem aktuellen Tweet die Community darüber informiert, dass es um die Firma hinter der Distribution nicht zum Besten steht. elementary hatte vor Jahren eine größere Summe als Spende erhalten und in der Folge einigen Stammentwicklern daraus Gehälter gezahlt. Der elementary Store sorgte dafür, dass weiterhin Einnahmen erzielt wurden. Diese Einnahmen sind durch die Pandemie lau Fore gesunken, sodass die Firma derzeit täglich Geld verliert, da die Einnahmen niedriger als die Fixkosten sind.

Um die Situation in den Griff zu bekommen, beschlossen die Entwickler zum Jahresbeginn, die Gehälter der Inhaber um 5 Prozent zu kürzen. Im Februar sollte die Situation neu bewertet und eventuell weitere Kürzungen beschlossen werden. Kurz davor meldete sich angeblich Mitinhaber Cassidy James Blaede und gab bekannt, er habe einen anderen Vollzeit-Job angenommen.

Und kurz darauf wurden aus Freunden durch Anwälte vertretene gegnerische Parteien, denn wenn es um Geld geht, bleibt die Freundschaft meist auf der Strecke. Fore bot Auszahlung der Firmenanteile an, Blaede möchte nach Fores Aussagen aber seine Anteile und Stimmrecht behalten oder mit wesentlich mehr Geld abgefunden werden. Derzeit ist unklar, wie sich diese unschöne Situation auflösen wird und ob die Distribution das übersteht. Auch Blaede hat sich kurz öffentlich geäußert, ohne allerdings auf die Anwürfe einzugehen.

Die Geschichte zeigt wieder einmal, dass, wenn man geschäftliche Verbindungen mit Freunden eingeht, die Verträge genauso wasserdicht sein müssen, wie sie es mit fremden Vertragspartnern wären. Dieses eigentlich logische Gebot wird im Bereich Linux und Open Source oft missachtet. Hoffen wir, dass es in diesem Fall zu einer Einigung kommt.

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