LineageOS 19

LineageOS 19 übernimmt »Material You« von Android 12

Die Entwickler von LineageOS, einem Android-Custom-ROM und Nachfolgeprojekt von CyanogenMod, halten Version 19 jetzt für ausgereift genug, um sie offiziell zu verteilen. LineageOS macht in Ausgabe 19 die Funktionen von Android 12 und eigene Verbesserungen für kompatible Geräte offiziell verfügbar. Das inoffizielle LineageOS Portal hat eine Liste der unterstützten Geräte veröffentlicht. Version 19 folgt auf LineageOS 18/18.1, das Android 11 umsetzte.

Optisch aufgepeppt

Die neue Version des auf AOSP basierenden Systems hat optisch die Designänderungen vom Material You mit weiter geglättetem Design und größeren Symbolen erhalten. In Sachen Sicherheit wurde ein Datenschutz-Dashboard hinzugefügt, um zu sehen, wann Apps auf Komponenten wie Kamera, Mikrofon, Speicher oder Standort zugreifen.

Hier einige der weiteren Änderungen:

  • Die Sicherheitspatches von März 2021 bis April 2022 wurden in LineageOS 16.0 bis 19 integriert
  • 19 Builds basieren derzeit auf dem android-12.1.0_r4 Tag, dem Tag der Pixel 6 Serie
  • WebView wurde auf Chromium 100.0.4896.58 aktualisiert
  • Der Fork der AOSP-Galerie-App erhielt eine große Anzahl von Korrekturen und Verbesserungen
  • Android TV-Builds werden jetzt mit einem werbefreien Android TV-Launcher ausgeliefert, im Gegensatz zu Googles werbendem Launcher
  • Die AOSP Clang Toolchain ist nun die Standard-Toolchain zum Kompilieren der Kernel
  • Der Dark Mode ist nun standardmäßig aktiviert
  • Der Einrichtungsassistent erhielt neue Icons im Stil von Android 12

Viele Legacy-Geräte vermutlich außen vor

Weitere Komponenten, die Verbesserungen erfuhren, sind die Updater-App, der Webbrowser Jelly sowie die Recorder- und Backup-Apps. Neben diesen guten Nachrichten gibt es auch schlechte, denn durch eine Änderung in AOSP unterstützt die neue Version viele, vorwiegend ältere Geräte nicht mehr. Das liegt daran, dass AOSP iptables gegen eBPF, eine wesentlich effizientere kernelseitige Implementierung ausgetauscht haben. eBPF steht für Extended Berkeley Packet Filter und erlaubt es Userspace-Programmen, Netzwerkpakete auf effiziente Weise zu empfangen, zu filtern und zu senden. Das Problem dabei ist, dass nur Geräte mit Linux-Kernel 4.9 oder neuer die notwendigen Fähigkeiten haben, um eBPF zu nutzen und eine Rückportierung nur schwerlich möglich ist. Für Kernel 4.4 scheint das gelungen, aber für Geräte mit Kernel 3.18 und älter sieht es derzeit düster aus.

Alle weiteren Änderungen sind dem Changelog zu LineageOS 19 zu entnehmen.

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