Calibre 6.0

Calibre 6.0 mit Volltextsuche

Gestern erschien mit Calibre 6.0 eine neue Hauptversion der umfassenden E-Book-Management-Software. Wie man es von einer Hauptversion erwartet, hat der indische Entwickler Kovid Goyal Calibre 6.0 mit vielen interessanten und wichtigen Neuerungen erweitert.

Im September 2020 erschien Calibre 5.0 und setzte die Migration zu Python 3 um. Zudem wurde ein durchgehender Dark-Mode eingeführt. Der lässt sich mit Calibre 6.0 nun per Einstellungen ⇾ Erscheinungsbild kontrollieren. Doch das nur am Rande.

Nach Qt 6 portiert

Zunächst ist anzumerken, dass Calibre auf die aktuelle Version des Qt 6 Frameworks portiert wurde. Das hat zur Folge, dass 32-Bit CPUs nicht mehr unterstützt werden. Schwerer wiegen dürfte, dass einige Plugins aus dritter Hand erst wieder funktionieren, wenn auch sie auf Qt 6 portiert wurden. Laut der What’s new Sektion auf der Webseite des Projekts sind die meisten Plugins aber bereits portiert.

Über den durch Qt 6 bedingten Wegfall der 32-Bit Unterstützung mag hinwegtrösten, dass es mit Apple Silicon und ARM64 (AArch64) zwei neu unterstützte Architekturen gibt. Letzteres wird Anwender des Raspberry Pi und ähnlicher SBCs freuen.

Volltextsuche

Lange musste Calibre-Anwender auf eine Volltextsuche warten, jetzt ist sie da. Bisher war lediglich die Suche in den Metadaten möglich, jetzt kann die gesamte Büchersammlung indiziert und Wort für Wort durchsucht werden. Es kann sogar nach Wörtern gesucht werden, die in der Nähe anderer Wörter vorkommen. Neu hinzugefügte Bücher werden automatisch im Hintergrund indiziert. Die Volltextsuche kann optional aktiviert werden, sodass Anwender, die sie nicht benötigen, nicht durch den Index belastet werden. Zur Aktivierung dient ein Schalter mit der Aufschrift FT am linken Rand der Suchleiste.

Volltextsuche in Calibre

Vorlesen lassen

Interessant ist auch der neue Schalter »Read aloud« im E-Book-Betrachter, der den Buchtext ab der aktuellen Seite vorliest und sich dazu der Text-to-Speech-Engine des Betriebssystems bedient. Eine weitere Neuerung betrifft die Steuerung von Calibre über die Kommandozeile. Calibre registriert sich selbst als Handler-Programm für calibre:// URLs. So können diese verwendet werden, um Links zu einzelnen Büchern oder Stellen in Büchern zu erstellen, auf die von anderen Anwendungen aus zugegriffen werden kann.

Falls Calibre 6.0 in eurer Distribution noch nicht verfügbar ist, kann zum Testen ein Script im Download-Portal genutzt werden, das Calibre 6.0 nach /opt installiert.

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