Vanilla OS: Immutable? Jein.

Wie bereits bei früheren Posts über Systeme mit Immutabilität in den Kommentaren zu lesen war, sind die Anwender hierüber geteilter Meinung, wobei bisher die Ablehnung eher überwiegt. Trotzdem, denke ich, ist es wichtig, über die Neuentwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben. Und nicht vergessen: Die derzeit vorhandenen Distributionen mit diesem Merkmal sind Spielwiesen, nichts ist in Stein gemeißelt. Deshalb hier gleich eine weitere Vorstellung einer neuen Distribution, die die Frage nach Immutabilität mit einem klaren Jein beantwortet.

Vanilla OS ist ein Projekt von Mirko Brombin, dem Autor der auf WINE basierenden Anwendung Bottles zur Ausführung von Windows Software unter Linux. Auf den ersten Blick wirkt VanillaOS wie ein weiterer Ubuntu-Ableger, der lediglich ein natives GNOME anstelle der von Ubuntu gepatchten Oberfläche in die Waagschale werfen kann. Aber da ist mehr.

Taste the GNOME Vanilla experience on Ubuntu with some spice.

Vanilla OS

Die Stichworte dabei sind almost und apx. Letzteres ist ein Paketmanager, der es ermöglicht, Pakete in einem Container zu installieren und zu verwalten, ohne das Hostsystem zu beeinträchtigen. apx kann aber, wenn nötig, auch als APT-Ersatz zur Installation von Paketen auf dem Hostsystem verwendet werden. Als Vorlage für apx dient Distrobox. Beim Erstellen eines Containers mit dem Befehl apx init gibt es im Live-Modus noch Probleme. Nach der Installation funktioniert es dann.

Eigener Ansatz

Im Gegensatz zu anderen immutable Ansätzen, die auf OSTree oder Btrfs-Snapshots setzen, ist das von den Vanilla-Entwicklern erstellte Werkzeug almost ein Dienstprogramm für On-Demand-Immutabilität, das auf dem Attribut der Unveränderlichkeit von Dateien basiert. Dieser Ansatz funktioniert mit allen Dateisystemen und basiert auf dem Befehl chattr. Die Immutabilität wird im Terminal ein- oder ausgeschaltet, was bis zum nächsten Reboot gilt. Der Befehl dazu lautet:

almost wird im Terminal bedient

Im Vanilla OS Control Center kann festgelegt werden, in welchem Modus das System künftig booten soll:

Default Mode einstellen

Geschlossener Beta-Test geöffnet

Beim ersten Einrichten nach der Installation entscheidet der Anwender über die Verwendung und Konfiguration der alternativen Paketsysteme AppImage, Flatpak und Snap. Zur Installation wird derzeit Calamares verwendet, der später gegen Jade ausgetauscht werden soll. Der Release-Zyklus von Vanilla OS verfolgt den von Ubuntu und bietet somit zwei Veröffentlichungen pro Jahr.

Wenn euch das Projekt anspricht: Gerade ist eine geschlossene Beta gestartet. Um das Image herunterladen zu können, wird eine Anmeldung im Discord-Kanal des Projekts vorausgesetzt. Dort tragt ihr euch als Tester mit einem GitHub-Konto im Raum #join-testers ein. Nach Freischaltung lässt sich das Image herunterladen. Eine erste stabile Version wird im November erwartet.

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