Das mobile Linux-Betriebssystem postmarketOS erhält nach fast zehn Jahren einen neuen Namen. Das Projekt heißt ab sofort Nura. Die Entwickler gaben die Umbenennung am 27. September auf der eigenen Entwicklerkonferenz bekannt. Vorausgegangen war ein rund eineinhalb Jahre dauernder Auswahlprozess.
postmarketOS nicht mehr zielführend
Der bisherige Name postmarketOS habe dem Projekt zwar lange gute Dienste geleistet, sei inzwischen aber zunehmend zum Hindernis geworden. Nach Angaben der Entwickler ist er vergleichsweise lang und in vielen Sprachen schwer auszusprechen und zu behalten. Hinzu kommt die ungewöhnliche Schreibweise mit kleinem »p« und »m«, aber großgeschriebenem »OS«, die regelmäßig zu Varianten wie »PostMarketOS« oder »PostmarketOS« führte.
Auch inhaltlich passte der Name nicht mehr vollständig zur Entwicklung des Projekts. Ursprünglich sollte »postmarketOS« verdeutlichen, dass sich das Betriebssystem vorwiegend für Geräte eignet, die vom Hersteller nicht mehr unterstützt werden. Inzwischen wurde es aber beispielsweise auch auf neuen PinePhones vorinstalliert angeboten. Da es sich bei postmarketOS zudem um eine beschreibende Bezeichnung handelt, ließ sich der bisherige Name nicht als Marke schützen. Für Nura wurde bereits ein entsprechender Markenschutz beantragt.
Name mit Bezug auf Langlebigkeit
Nura leitet sich von den Nuraghen ab, steinernen Turmbauten auf Sardinien, deren älteste Exemplare mehrere Jahrtausende alt sind und von denen zahlreiche bis heute erhalten geblieben sind. Mit dem Namen möchte das Projekt auf Stabilität und Langlebigkeit verweisen. Genau darauf zielt auch das Betriebssystem ab: Nura soll Geräte möglichst lange nutzbar halten und damit deren Lebensdauer über den vom Hersteller vorgesehenen Zeitraum hinaus verlängern. Der Namensvorschlag stammt aus der Community.
Über 300 Vorschläge
Für die Auswahl sichtete ein vierköpfiges Team mehr als 300 eingereichte Vorschläge und reduzierte sie zunächst auf vier Kandidaten. Diese wurden unter anderem darauf geprüft, ob der jeweilige Name in unterschiedlichen Sprachen problematische Bedeutungen besitzt. Anschließend entschied eine Abstimmung innerhalb des Projekts zugunsten von Nura.
Auch die Internetadresse ändert sich. Statt postmarketos.org nutzt das Projekt künftig nura.eco. Die naheliegende Domain nura.org war bereits vergeben und ließ sich nach Angaben der Entwickler nicht zu einem akzeptablen Preis erwerben. Die Endung .eco passe zudem zur Ausrichtung des Projekts auf Nachhaltigkeit und eine längere Nutzung elektronischer Geräte.
Logo überarbeitet
Das bisherige Logo bleibt grundsätzlich erhalten, wurde allerdings leicht überarbeitet. Unter anderem vergrößerten die Designer die Abstände zwischen den Pfeilen, um die Darstellung insbesondere aus größerer Entfernung besser erkennbar zu machen. Die Umstellung auf den neuen Namen wird noch einige Zeit beanspruchen. In Dokumentation, Quelltexten und anderen Bereichen können daher vorerst weiterhin Verweise auf postmarketOS auftauchen.
Technische Ausrichtung bleibt gleich
An der technischen Ausrichtung ändert die Umbenennung nichts. Nura bleibt eine auf Alpine Linux aufbauende freie Linux-Distribution für Smartphones und andere mobile Geräte. Das Projekt arbeitet unter anderem mit Mainline Linux sowie Komponenten wie ModemManager zusammen und unterstützt verschiedene Oberflächen, darunter Plasma Mobile, GNOME, Phosh und Sxmo. Ziel bleibt es, Anwendern mehr Kontrolle über ihre Hardware zu geben und Geräte länger nutzbar zu machen, deren Hersteller keine Aktualisierungen mehr bereitstellen.
