Distributionen: Die Qual der Wahl

Wenn es um die oft diskutierte Frage geht, ob die schiere Menge von Hunderten aktiven Linux-Distributionen die Entwicklung beflügelt oder eher hemmt, scheiden sich die Geister der Community.

Scratching an itch

Die Frage beantwortet sich für mich eigentlich von selbst, wenn ich mich frage, warum wir neue Anwendungen oder Distributionen im Bereich freier Software entwickeln: Weil wir bei dem verfügbaren Angebot etwas vermissen. Wenn ein bestehendes Projekt dies nicht integrieren will, starten wir halt einen Fork, der in vielen Fällen das Original sogar übertrifft.

Das führt im Umkehrschluss die weit verbreitete Ansicht, wenn sich alle Open-Source-Entwickler zu wenigen Projekten zusammentun würden, wäre viel gewonnen, ad absurdum. Das wird einfach nicht passieren, denn Open-Source-Entwickler sind freie Geister und lassen sich nicht in Schablonen pressen.

Überblick schwierig

Sowohl bei Anwendungen als auch bei Distributionen sehe ich nur einen einzigen Nachteil, der aus der Quantität des Angebots erwächst: Neueinsteiger haben es schwer, einen Überblick über die Vielzahl der Möglichkeiten zu gewinnen. Bei Anwendungen ist das nicht tragisch, denn die sind schnell installiert und getestet. Bei Distributionen wiegt das wegen des erhöhten Aufwands schwerer. Der logische Weg scheint hier, mit etwas Einfachem anzufangen, bis der Kenntnisstand ausreicht, um eine bessere Übersicht zu erlangen.

Kriterien für die Auswahl

Aber nach welchen Kriterien wählt man dann eine Distribution aus? Was sind die Eckpunkte, nach denen sich eine Auswahl treffen lässt?

  • Stabilität (Debian)
  • Aktualität (Arch, siduction, Tumbleweed)
  • Einsteigerfreundlichkeit (Ubuntu, Linux Mint)
  • Langzeitunterstützung (Ubuntu, Debian, Red Hat)
  • Großer Paketbestand (Arch, Debian)
  • Immutability (Silverblue, Kinoite, Vanilla OS)
  • Ranking auf Distrowatch (MX Linux, EndeavourOS, Mint)
  • Unterstütztes Paketformat (DEB, RPM, PKG, andere)
  • Alternative Konzepte (NixOS, Bedrock Linux, GoboLinux)
  • Grad der Freiheit (Guix, Trisquel, Parabola, PureOS)

Gibt es weitere Kriterien? Wie wählt ihr eine Distribution für euch oder für Freunde und Verwandtschaft aus? Und zu guter Letzt: Ist die Vielfalt bei den Distributionen förderlich oder eher ein Hemmschuh auf dem Weg von Linux zur Weltherrschaft am Desktop?

Foto von CHUTTERSNAP auf Unsplash

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

49 Kommentare

    • Vefügbarkeit/Aktualität third-party repos (ubuntu lts, rhel/centos)
    • upgradability (kein centos)
    • kernel livepatch + costs
    • eigene Erfahrung (nicht alles was LTS heisst ist wirklich stable, manchmal sind rolling-releases besser als ihr Ruf, Anzahl und Dauer der Konflikte in Zusammenhang mit third-party-repos)
    • Verfügbarkeit/Schmerz alte Software auf neuer Distribution zu installieren (z.b. für Cloud-Migration)
    • Verfügbarkeit Images bei Cloud-Anbietern
    • Komfort und Möglichkeit zwischen unterschiedlichen Versionen zu switchen oder mehrere parallel zu installieren
    • painless package-downgrade
    • Speicherverbrauch/Platz/Geschwindigkeit
    • gute Default-Konfiguration
    0
  1. Ich persönlich habe nichts gegen die Vielfalt, man muss aber damit umgehen können.
    Für mich habe ich entschieden, dass andere Distributionen keine echten Vorteile für meinen Anwendungsfall bieten. Also bleibe ich ein Gentoo-Pirat. Sollte mich das irgendwann dann doch zu sehr nerven wegen des Kompilierens, werde ich vermutlich zu Void wechseln.

    Wenn es um Linuxe für Freunde und Familie geht, empfehle ich meist Mint mit MATE, weil das einfach gut funktioniert. Wobei vermutlich auch so ziemlich jede andere Distribution gehen würde.

    Wer allerdings von sich aus auf die Idee kommt, mal Linux auszuprobieren, für den kann die enorme Auswahl schon abschreckend sein. Man hat halt Angst, was falsch zu machen – obwohl man ja fast nichts unwiderruflich falsch machen kann.

    Das ist aber in vielen Bereichen so. Man schaue sich nur mal den Kaninchenbau E-Gitarrentonabnehmer oder Tonholz an. Da gibt’s auch Leute, die auf der Suche nach der richtigen Kombination aus Modell, Tonabnehmer, Holz, Verstärker etc. vor lauter Rumprobieren kaum zum Spielen kommen.
    Ebenso ist es halt bei Linux… und im Extremfall baut man dann eine eigene Distro.
    Bei Mac und Windows hat man dieses Problem nicht. Friss oder stirb, heißt es da.

    Dass man bei Linux die Möglichkeit hat, finde ich durchaus gut. Aber für Anfänger kann das dann halt schnell zu viel sein.

    0
      1. Ist ja nun auch nicht gerade einfach, die mal eben zu testen.
        Hier gibt es zwar eine Live-DVD, aber das stellt dann ja eben nur eine mögliche Konfiguration dar.
        https://bouncer.gentoo.org/fetch/root/all/releases/amd64/autobuilds/20230205T170201Z/livegui-amd64-20230205T170201Z.iso
        Und diese Live-DVD ist ja auch nicht zur Installation gedacht. Mittlerweile ist es zwar sehr leicht, eine “Standardinstallation” ohne DE innerhalb von vielleicht 30min aufzusetzen, weil man mittlerweile eben auch einen “Distribution-Kernel” benutzen kann, statt selbst einen zu konfigurieren und zu kompilieren etc., aber die großen Pakete wie KDE, Gnome, etc. brauchen halt zum Teil richtig viel Zeit, bis sie durch sind – insbesondere wenn qtwebengine dabei ist, mein persönliches Horrorpaket.
        Daher ist es schon verständlich, dass du die nie getestet hast.

        0
  2. Wenn man schon längere Zeit im Linux/FOSS Universum schwebt, geht man die Sache gelassener heran. Als Einstiger ist man von der Vielfalt der Distributionen überfordert. Alleine schon, sich mit den Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen, ist nicht einfach. Daher ist eine hilfreiche Community sehr wichtig, wenn man für sich den Entschluss gefasst hat, ein Distro zu nutzen.

    Zu diesem Thema gab es voriges Jahr in der c’t eine schöne Artikelserie, ebenso dazu auf YT ein c*t uplink Video.

    Ich selbst nutze Debian seit Version 3.0, privat als auch gewerblich (Desktop + Server). Das hat sich einfach im Laufe der Jahre so ergeben. Da kenne ich das System und weiß, wo ich hin greifen muss.
    Ansonsten ist Proxmox meine Wahl, was Virtualisierung anbelangt. Ich nutze sehr viel LXC Container (Turnkey). Eine richtige runde Sache. Als VM installiere ich meistens Debian, oder Ubuntu Server. Ja nach Anforderung.

    Was jetzt flatpak/snapd anbelangt, sehe ich locker. Man kann es nutzen, muss aber nicht. Ich habe auch schon oft eine Nextcloud per snapd ad hoc aufgesetzt, wenn mal die Zeit gedrückt hat. Auch schaue ich immer über meinem “Tellerrand”, was sich so im *nix Umfeld bewegt und probiere/teste sehr viel aus.

    Als einen Start in Linux allgemein, empfehle ich immer Mint. Es ist intuitiv, einfach zu warten und viele Umsteiger kommen damit sehr gut zurecht. Da hat Clement Lefebvre + Team ein tolles System gezaubert. Chapeau!

    Grüße Sven

    0
    1. Schöne Reflexion und für mich das Fazit: Einfach entspannt ran gehen!
      LinuxMint kann ich nur bestätigen, auch wenn ich das selber nicht nutze. Habe zuletzt jemandem (Win User) LMDE das erste Mal für mich, installiert und war total begeistert.
      Danke Sven.

      1
    2. Mit Mint hast Du recht. Das Einfache hat aber auch negative Folgen.
      Was ich allerdings bedauere ist, das sich dann niemand wirklich mehr mit Linux auseinandersetzt.
      Das sieht man immer mehr in Foren, wo nach Sachen gefragt wird, wo man sich sagt: “Ein bisschen mit dem System befasst und mal eine man gelesen und du wärst selbst drauf gekommen” … so werden leider auch viele Hilfeforen zerballert.

      Aber das Schöne an Linux ist ja die Vielfalt an Distributionen und so kann auch Jeder sich nach seinem Wissensstand und Bedürfnisse eine aussuchen.

      Genau deswegen ist Vielfalt so ein Wichtiges Element bei Linux.

      1
      1. Da hast du natürlich recht, das kann ich so voll unterschreiben. Die Anwender kommen auch oft mit falschen Vorstellungen daher, weil sie es von anderen System gewohnt sind. Nun kann man es ihnen auch nicht verdenken.

        Nicht jeder ist so IT-affin wie wir hier und hat die Fachkenntnisse, Zeit und Geduld sich da einzuarbeiten. Da brauche ich nur an meine erste Schritte so um 1997/98 zurückzudenken. Aller Anfang ist schwer und da ist es von Vorteil, wenn man in der Nähe eine LUG hat. Oder eine hilfreiche Community.

        Aber trotz alledem kommt man um Eigeninitiative nicht drumrum. Dank YT , udemy, etc. ist es heute einfacher, sich das Wissen anzueignen.

        Grüße Sven

        1
  3. Es mag in dieser Runde unangebracht sein, aber: Ich will möglichst wenig Aufwand als Administrator des Systems haben. Natürlich KÖNNTE ich jeden Tag die Notes meiner Distribution lesen, aber ich will halt nicht. Ich könnte auch Linux from Scratch installieren, das KnowHow dazu hätte ich, aber ich will halt eine Distribution haben, die mir ziemlich viel abnimmt. Man mag mit Kontrollverlust argumentieren, aber meistens kann man das ja wieder umstellen, wenn mal ein Setting wirklich daneben ist.

    Deshalb habe ich relativ lange Ubuntu und Derivate verwendet. Doch die Korrektur der “Distributionsbedingten” Fehleinstellungen nahm immer weiter zu. Seit 2022 verwende ich daher Opensuse Thumbledweed und bin sehr zufrieden. Das System schafft den Spagat stabil und aktuell zu sein meiner Meinung nach besser als Arch (war mir eben zu viel Bastelei). Der Distributor nimmt mir ziemlich viel Konfigurationsaufwand ab und schafft ein sauberes, benutzbares System mit wenig Bedarf für manuelle Korrekturen. Auch die täglichen Updates erfordern nur minimale Aufmerksamkeit – so sollte das sein.

    2
      1. Weil mir schon des Öfteren vorgeworfen wurde, wenn ich Linux einsetzten wolle, dann müsse ich NATÜRLICH die ReleaseNotes meiner Distribution lesen, und wenn ich einfach ein System mit wenig Aufwand wolle, könne ich doch OSx nehmen. Die Art von Kommentaren, die einem nicht wirklich weiterbringt 😉

        Ich will, hat tatsächlich ein einfach wartbares Linux. Kein osX. Und das gibts ja auch. Aber irgendwie darf man nicht sagen, dass man das gerne hätte.

        0
    1. Finde die Frage hier jetzt auch nicht verwerflich.
      Aktualität und wenig administrativer Aufwand würde ich sagen, schließen sich gegeneinander aus. Aktualität bedeutet m.M.n. immer erhöhter administrativer Aufwand, da i.d.R. Rolling Release.
      Ich werfe mal Debian in die Waagschale. Stabil, wenig Admin Aufwand, alle Desktops die du gerne hättest, mehr Aktualität könntest du z.B. über Backports bekommen. Ich nutze recht viele Systeme im Haushalt mit Debian und GNOME als DE und der Aufwand ist recht überschaubar. Hängt aber mit vielen Anforderungen, Varianten, … ab. Ich bin mir sicher das hier noch viele gute Empfehlungen können. Jeder hat da so seine Favoriten! Halt Linux.

      0
  4. Ich komme wegen vieler Kleinigkeiten von Mint nicht wirklich weg. Pix als einfacher Bildeditor/Browser/Fork von GThump ist leider doch recht praktisch, Lautstärke und Helligkeitsregelung vom Bildschirm per Mausrad ohne einen einzigen Klick, gutes Handling der Optimus-Grafik im Laptop, die mich gezielt wählen lässt zwischen iGPU, onDemand und dedicated only), direkte Unterstützung meines Brother-Druckers (Driverless), TimeShift, Management-Tool für installierte Kernel inkl. der Option, das zu automatisieren und alte Kernel direkt entsorgen zu lassen.

    Dazu tut Clemetwas, dass viele Projekte auch im kommerziellen Bereich nicht bieten: Sehr zuverlässige, regelmäßige Updates im Blog. Als Negativbeispiele seien da LineageOS oder SailfishOS genannt. Da sind schon Release-News Mangelware.

    Abgerundet wird das durch eine aktive Community und wenn alles scheitert schaut man eben in die Ubuntu-Foren.

    Mit KDE bin ich irgendwie nie warm geworden und wenn ich Gnome mit Erweiterungen stopfe, weil ich zu dem default-Workflow nicht kompatibel bin, kann ich auch bei Cinnamon bleiben.

    1
  5. Ich bin ja auch eher ein Verfechter von Ressourcen bündeln. Allerdings sehe ich auch ein, dass Linux der Nährboden für Individualisten ist und bleiben sollte, sonst wäre es eben nicht Linux.
    Bei Anforderungen ist für mich wichtig, dass es die Distribution bereits schon länger gibt (sagen wir mal > 10 Jahre), stabile und kontinuierliche Existenz (on/off mag ich gar nicht!), stabil läuft, keine zu kleinen Versionszyklen (wenig Aufwand!) aber notwendige Updates auf jeden Fall (abgegangene Software nehme ich dafür in Kauf), große Auswahl an Software aus den eigenen Quellen (so wenig wie möglich fremde Quellen), ein ordentliches Paketsystem oder vergleichbar, …ihr merkt schon was meine Distri sein könnte 😂.

    0
    1. Distributionen entstehen immer aus der Unzufriedenheit mit den bestehenden.
      Sei es systemd, was man nicht moechte, oder zu viel Verwurstung von Programmen, die man nicht braucht und will, oder speziell auf Anwendungsbereiche angepasst.
      Aber unter dem Strich ist alles das Gleiche, nämlich ein Linux, egal wie die Distro heist.
      Genau so verhält es sich mit den Desktops oder rpm oder deb etc. formaten.

      0
    1. ich verstehe das mit snap und flatpack auch nicht und nutze sie eh nicht.
      Das Schöne ist doch an Linux, JEDER kann sich problemlos ein rpm oder deb paket etc. selbst zusammenbauen und ein internes repo anlegen. oder eben aus den sourcen direkt compilieren.
      Distributionen nehmen einen doch nur die Arbeit ab und entstehen meist aus unzufriedenheit mit den bestehenden.

      0
  6. Server: Debian, aufgrund der Stabilität und weil ich mich in den Bordmitteln halbwegs auskenne.
    Laptop: Manjaro, da ich zwar aktuelle Pakete will, mir aber Arch dann doch zu frickelig wirkt.

    Ansonsten: Großer Bogen um Canonical, da ich mit denen in den letzten Jahren nur negatives verbinde.

    5
  7. Ich finde wenn man mal ein paar Jahre im Linux-Universum verbracht hat, werden neben den rein technischen Kriterien auch andere Dinge bedeutsam (zumal dann, wenn es sich – wie in meinem Fall – bei Linux um ein reines Privatvergnügen handelt). Als da beispielsweise wären: Bauchgefühl, Community, pure Gewohnheit. Nachdem ich vor zehn Jahren mal auf Fedora gewechselt bin, bin ich dort bis heute hängengeblieben. Es hat mir durchaus nicht alles gefallen, was in dieser Zeit im Projekt an Entscheidungen getroffen wurde und die Releases waren auch mal mehr und mal weniger rumpelig. Teils habe ich z.B. mit Debian und/oder Siduction bessere Erfahrungen gemacht und ich verfolge diese Projekte weiterhin sehr aufmerksam mit viel Sympathie und mit Freude am Experimentieren. Aber die erste Geige blieb wegen der “soften” Kriterien bis heute Fedora vorbehalten. Weil ich die Abläufe dort nach all den Jahren ganz gut kenne, mir auf den Mailing-Listen viele Namen und deren Tätigkeitsfelder vertraut sind und so weiter. Ist eben ein bisschen Familien-Feeling, das ich bisher nicht aufgeben wollte.

    1
    1. Finde auch eines der Wichtigsten Kriterien ist eine gute und besonders Hilfsbereite Community. Wo ich 2007 zu Linux gewechselt bin ( damals klassisch wie wohl viele : Ubuntu). Mein Wechsel war auch nur so gut möglich, wegen der tollen Ubuntuuser Community. Natürlich ist auch ein wichtiges Kriterium ob jemand der englischen Sprache mächtig ist, denn gute deutsche Foren sind relativ selten und nur für wenige Distribution vorhanden. Also eine Distro kann noch so interessant klingen, aber wenn ich sehe das in dessen Forum kaum aktuelle Einträge vorhanden sind oder gar vielen Anfragen nicht geantwortet wird, ist es eher nicht so Einsteiger freundlich und eher für erfahrende User gedacht, diese Distro zu testen. Der Vorteil ist ja bekanntlich der, das man bei einem Derivat, ja auch oft auf die originale Distribution und dessen Community zurückgreifen kann. Aber meiner Meinung gibt es wirklich zu viele Derivate und viel zu wenig wirklich eigenständige Distributionen. Praktisch ist natürlich wenn ein Derivat genau deinem setup entspricht und vereinfacht einem das ganze.

      1
  8. Für mich persönlich (ohne ein Fass öffnen zu wollen) lautet die Frage: Hat es systemd? Auch wenn es kein Linux ist: Mit FreeBSD auf dem Server bin ich davor sicher. Auf dem Desktop nutze ich Void Linux, da man doch manchmal sowas wie Docker braucht.

    1
      1. Auch wenn ich »Büchse der Pandora« für eine bessere Umschreibung für systemd als mein »Fass« halte, wollte ich es ja nicht öffnen. Es ist eben ein wichtiges Kriterium für mich. Aus Gründen. 😉

        PS: Ich administriere sogar einen Server, auch dem Debian benötigt wird und ich komme dort auch damit zurecht. Auf dem Desktop will ich (nochmal: persönlich!) es aber nicht.

        1
        1. Ich entschuldige mich hiermit offiziell für mein unglückliches und wenig überlegtes Verhalten. Ich wollte dich auf keinen Fall persönlich angreifen oder dir Vorwürfe machen. Es war einfach eine blöde Reaktion aus einer Laune heraus.
          Wir hatten die Diskussion tatsächlich schon so oft hier und ich wäre betrübt, wenn ich diese Büchse unnötigerweise hier geöffnet hätte.
          Danke vielmals das du nicht darauf eingegangen bist und entschuldigt vielmals mein unüberlegtes Posting.
          Das war dumm von mir.

          1
          1. Es gibt keinen Grund, sich zu entschuldigen! Um ehrlich zu sein, bin ich von dogmatischen Diskussionen auf diesem Gebiet auch genervt. Sowohl systemd als auch alles andere hat seine Berechtigung. Modulare Heterogenität ist ja gerade das, was freie Software auszeichnet.
            Dahingehend schaue ich skeptisch auf die Entwicklung mit systemd, da es diese Heterogenität auf lange Sicht behindern könnte. Deswegen freue ich mich auch über solche Projekte wie das oben empfohlene Venom Linux (Vielen Dank für den Hinweis!). Das ist ein weiterer Beitrag dazu, dass sich am Ende die verschiedenen Distros nicht nur durch den verwendeten Paketmanager unterscheiden. Oder aufgrund von Flatpak und Snap überhaupt nicht mehr.

            1
            1. Ich bin ganz ehrlich: Ich bin viel zu weit weg davon um nur im Ansatz beurteilen zu können ob ein systemd gut oder schlecht oder böse oder hilfreich oder … irgend etwas ist. Für mich als Debian Anwender funktioniert es einfach. Ich musste ein paar Dinge neu lernen, tauche da aber nur wenig ab. Das was ich im Falle eines Falles brauche, besorge ich mir dann wenn notwendig. Ich verfolge einige, insbesondere gerne hier, Diskussionen um solche Themen, aber wirklich mit reden kann ich nicht. Muss und will ich auch nicht. Linux ist auch wie eine Art Religion. Jeder hat da so seinen Glauben und das ist ja auch gut so, sonst wäre es nicht frei.

              2
  9. Morgen, auf der Wkst bin ich auf Ubuntu 22.04 LTS inkl Snap und Flatpak und auf dem AMD Lenovo Slim7 2021 mit Fedora37 extrem zufrieden.
    Am Desktop läuft in einer VM noch Endeavour und das extrem geschmeidig.
    Ab und an huscht noch eine TestDistro in die VM und ich bin wirklich froh über die Vielfalt.

    0
  10. Ich finde die Vielfalt im Allgemeinen sehr gut – im Besonderen nutze ich sie aus Bequemlichkeit (bzw. Faulheit) nicht aus.
    Privat bin ich nach vielen Jahren OpenSuSe bei Ubuntu (Xubuntu, ohne snap) gelandet. Das hatte aber hauptsächlich berufliche Gründe, im Geschäft wurde der Kunden wegen Ubuntu eingesetzt, und ich wollte mich nicht mit drei Systemen (Windows musste leider immer sein) herumschlagen.
    Für mich ist Linux ein Werkzeug wie ein Bohrhammer für einen Bauarbeiter. Ich brauche als Entwickler/Programmierer einige bestimmte Programme, und das Drumherum muss mir maximale Bequemlichkeit und Effizienz liefern.
    Über die Vielfalt informiere ich mich hier (und auch andereswo), habe aber für den täglichen Einsatz noch nichts (außer Manjaro) gefunden, was mich zum Ausprobieren gereitzt hätte. Da kommt halt wieder die Faulheit zum tragen 😉

    1
  11. Die Neugierde auf aktuelle Programme, die Bequemlichkeit die ein großes Paketangebot mit sich bringt und der Wunsch alles nach eigenem Gusto zu gestalten und ein wenig dabei selbst durchblicken haben mich zu Arch Linux geführt.
    Die Vielfalt bei den Distributionen ist auf dem Weg von Linux zur Weltherrschaft am Desktop kein Hindernis. Die Weltherrschaft wird ohnehin durch ganz andere Faktoren bestimmt. Dafür entwickelt sich Linux wie das Leben selbst, auf ganz natürliche und evolutionäre Weise. Das ist doch schon mal was.

    1
  12. Die Distributionsvielfalt ist für mich keine Qual … ich finde es super, das es so viel Auswahl gibt.

    Für mich sind Stabilität, Performance, Komfort, Langlebigkeit und eine große Softwareauswahl die wichtigsten Kriterien bei der Distributionswahl.

    Daher nutzen meine Familie und ich openSUSE bzw. openSUSE Leap seit 10 Jahren auf 3 Desktop PCs und einem Laptop. Auf allen Rechnern ist XFCE installiert. Ich bin der Admin und habe dabei sehr wenig zu tun … 🙂

    Wg. SUSE ALP und dem aufkommenden neumodischen Immutable-Gedöns teste ich seit ca. 6 Monaten die Alltagstauglichkeit von FreeBSD auf einem Laptop und einem Notebook. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten bin ich mittlerweile ganz zufrieden damit. Leider muß ich hier beim Komfort große Abstriche machen … ansonsten kommt bei mir noch Linux Mint als openSUSE-Ersatz in die nähere Auswahl …

    Auf meinen beiden Homeservern läuft seit 2 Jahren OmniOS als File- und Datenbankserver …

    2
  13. Ich setze für Server auf Debian oder Ubuntu (ohne Snap), für Einsteiger- und Langzeitarbeitsplätze auf Linux Mint (wenig Änderungen, gleiches Paketformat), für Test-, Programmier- und aktuellere Systeme auf Manjaro (oder auch mal etwas anderes Arch-basiertes).

    Die zunehmende Anzahl alternativer Paketformate und Distros, die sich (fast) nur in “optischen Verschlimmbesserungen” erschöpfen, finde ich eher verwirrend und meistens nicht zielführend. Schließlich möchte man sich nicht nur die ganze Zeit mit Kosmetik und Updates, sondern seiner eigentlichen Arbeit beschäftigen und die erledigt bekommen.

    Schon schlimm genug, dass ich bei jedem Update auf meinem Alltags-Arbeitslaptop nachdenken muss, ob ich nun die “Aktualisierungsverwaltung”, Synaptic, AppImage, npm, pip, cabal oder gar flatpak benutzen muss (Snap und Docker versuche ich möglichst zu vermeiden). Die gute Idee der “zentralen Updates” wird dadurch ziemlich untergraben, finde ich.

    Ansonsten bin ich allerdings durchaus für die Vielfalt zu haben, weil unabhängige Entwickler sich nur so frei entfalten und neue Ideen entwickeln können. Gute Ergebnisse solcher Arbeit landen ja (zum Glück) oft genug in den Repos der großen Distros. Allerdings beobachte ich immer öfter, dass Entwickler (die ja oft “One-Man-Shows” oder kleine Teams sind) gar nicht mehr die Ressourcen haben, ihre Software in allen gewünschten Paketformaten überhaupt zur Verfügung zu stellen.

    0
  14. Für mich ist die Größe der (Entwickler-) Community auch wichtig, weil kleine Distros halt öfter mal untergehen. Und die Unabhängigkeit von großen Softwarefirmen, weil da halt oft Entscheidungen aufgrund kommerzieller Interessen vom Management getroffen werden, und das geht meist nicht gut aus.

    1
  15. Neben Langzeit, Stabilität, Enterprise und Performance, ist auch Popularität für mich der Grund warum ich nur noch auf Ubuntu setzte. Hab alle Distros durch. Ubuntu ist überall offiziell angekommen und wird unterstützt und man findet am schnellsten eine Lösung für ein Problem, wenn es denn mal wirklich eins gibt. Ich weis das will hier keiner hören, aber die realität sieht nunmal so aus. Ausserdem wo bekommt man für Lau Enterprisequalität für 5 PCs über 10 Jahre, für 50 PCs für 25€ pro Monat? Distrowatch ist da nicht wirklich representativ. In unseren Büros tickert bald überall ein Ubuntu und auf unseren Cloudserver ebenfalls 🙂

    3
  16. Ich finde interessant, wenn Dritthersteller die Distribution unterstützen. So bekommt man meistens Pakete für Ubuntu, was der Hauptgrund ist, dass ich vorerst nichts anderes ausprobiere. (Teams, Opera, Druckertreiber, …)

    Vielleicht erübrigt sich das ja irgendwann mal durch snap oder flatpak.

    0
  17. Ich nach high customising, stabilitaet, geschwindigkeit.
    An liebsten baue ich alles selbst, kompiliere mir den Kernel selbst.
    Immer genau das, was ich auf dem entsprechenden Rechner fuer den Verwendungszweck brauche.
    So habe ich die komplette Kontrolle, kann optimal alles einstellen und muss nicht Balast im System dulden.

    1

Kommentar hinterlassen