Elektra ist ein Konfigurationsmanagement-Framework, das Konfigurationsdateien in eine globale Schlüsseldatenbank einbindet und so eine Art virtuelles Dateisystem schafft, das den Zugriff, die Änderung und das Auffinden der Konfigurationsparameter erleichtert. Die Konfigurationsinformationen sind dabei in einem einheitlichen Format für Anwendungen verfügbar, wozu die einheitliche Elektra-API verantwortlich ist. Es steht eine breite Palette von Plugins zur Verfügung, mit denen das Format (unter anderem JSON, INI, XML), die Standardeinstellungen, die Validierung und weitere Parameter festgelegt werden können.
Neues Backend-System
Letzte Woche wurde als drittes Release in diesem Jahr Version 0.9.11 freigegeben. Für die neue Version wurde in einem separaten Zweig das gesamte Backend-System neu geschrieben. Mit diesem neuen Backend-System sind Backends nun auch Plugins, sodass Backends auch nicht dateibasiert sein können, z.B. bei Verwendung mit Datenbanken. Der Hauptzweck der Version 0.9.11 ist es, eine letzte stabile Version bereitzustellen, bevor eine große Anzahl von Änderungen in das Master-Repository eingeführt wird, die mit der nächsten Version ausgeliefert werden.
Embedded aufgewertet
Neben Servern und Desktops läuft Elektra auch auf Embedded Hardware. Die neue Version stärkt den Auftritt von Elektra besonders für Hardware nach den Prinzipien von Open Source Hardware (OSHW). Die dafür entwickelte App opensesame läuft auf Olimex-Boards. Um den Betrieb einer solchen Anwendung reibungsloser zu gestalten, werden die Entwickler Ansible-Skripte zur Anpassung der Olimex-Basis-Images entwickeln. Sie werden es ermöglichen, die Sprache, die Zeitzone, die statische Netzwerkkonfiguration usw. zu ändern.Olimex stellt dafür ein A20-Board zur Verfügung.
Weitere Einzelheiten der neuen Veröffentlichung sind den Release Notes zu entnehmen. Am schnellsten lässt sich Elektra über das Docker-Image elektra/elektra testen:
docker pull elektra/elektra
docker run -it elektra/elektra
Der Quelltext steht auf GitHub zum Download bereit.

Das gibt es ja schon ewig… Ist das verbreitet/ gibt es professionelle Anwendung dafür?
Ja, es wird schon lange daran entwickelt. Das liegt daran, dass es kein einfacher Job ist. Z.b. habe ich gelesen, dass POSIX Konfiguration bewusst weggelassen hat, weil Sie das Thema als zu schwierig betrachtet haben. Darum sind wir (Elektra Initiative) sehr dankbar wenn jemand über uns berichtet, auch wenn der Fortschritt viel langsamer ist als von Laien erwartet wird. Vision siehe hier: https://www.libelektra.org/docgettingstarted/vision
Obwohl es nach wie vor kein 1.0 gibt (ist aber mit 0.9.* in Vorbereitung!) und wir wegen BSD Lizenz nicht genau wissen können wer uns aller verwendet, gibt es mehrere bekannte Benutzer, vor allem im kommerziellen Embedded und Server Bereich; Desktop allerdings noch eher wenig, siehe: https://www.libelektra.org/docgettingstarted/who
Aber auch Desktop, unser Fokus für die nächsten Veröffentlichungen, gibt es große Fortschritte, neben GNOME&KDE arbeiten wir jetzt auch an XFCE (steht noch nicht im verlinkten Dokument).