GNU nano 6.0: von allem etwas mehr

Viele Linux-Anwender schwören auf den Texteditor Vi / Vim, andere kommen dort nicht mehr raus, wenn sie erst mal drin sind 🙂 Für meinen Bedarf reicht nano, der gerade in Version 6.0 erschienen ist, völlig aus.

nano wird seit 22 Jahren entwickelt, wobei zwanzig Jahre bis zu Version 5.0 vergingen, der Sprung auf 6.0 gelang in nur 18 Monaten. Man darf sich getrost fragen, ob die überwiegend visuellen Änderungen der neuen Version eine neue Hauptversion rechtfertigen, aber das ist eine Frage für die Erbsenzähler.

Mehr Platz

Praktisch finde ich auf kleinen Displays die Möglichkeit, mit der Option --zero Titel- und Statusleiste auszublenden, um mehr Platz für ablenkungsfreies Editieren zu haben. Sind die Shortcuts der Statusleiste einmal verinnerlicht, braucht man diese auch nicht mehr. Laut der Ankündigung sollten sich per Tastenkombination ALT + Z Titel- und Statusleiste ein- und ausblenden lassen, bei mir (nano 6.0.1 aus Debian Sid) funktioniert das bei einem ersten Versuch aber nur mit der Titelleiste.

Mehr Farben

Farben können nun auch als dreistellige hexadezimale Zahlen im Format #rgb angegeben werden. Ist eine exakte Übereinstimmung nicht gegeben, wird aus den 216 Indexfarben die Farbe, die den angegebenen Werten am nächsten kommt, gewählt. Für Benutzer, die Zahlen nicht so mögen, gibt es vierzehn neue Farbnamen: rosy, beet, plum, sea, sky, slate, teal, sage, brown, ocher, sand, tawny, brick und crimson.

Mehr Wörter

Um eine geladene Datei weiter im Hintergrund zu halten (suspended) dient die Tastenkombination ^T^Z, die früher verwendeten Optionen -z und --suspendable entfallen mit der neuen Version. Auch beim Wörterzählen mit ALT + d gibt es eine Änderung. Zählte nano bisher in der Standardeinstellung kompatibel zum Unix-Befehl [wiki title=”Wc_(Unix)”]wc[/wiki], so werden jetzt alle Satzzeichen als Leerstelle betrachtet. Weitere Details zu nano 6.0 sind im Changelog zu finden.

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16 Kommentare

    1. Einen guten Editor erkennt man daran, wenn die Search and Replace Funktion auch dann noch funktioniert, wenn die zu editierende Datei größer als der Arbeitsspeicher ist.
      Daran scheitern nämlich extrem viele Editoren. Sogar viele Hexeditoren scheitern an so etwas.

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      1. Da geb’ ich dir auf jeden Fall recht. Nur kann ich mich nicht erinnern, damit jemals Probleme gehabt zu haben.
        Vielleicht waren die Dateien aber auch nie so gross, dass es passierte.

        Hat nano denn dieses Problem?

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  1. Möglichst simpel muss ein Editor sein und intuitiv. Was man von den großen Editoren nicht behaupten kann. Schön für die die ViM und Emacs benutzen können, (ja ich kann auch ViM benutzen jeden Tag ohne Probleme).

    Aber nano ist einfach, simpel und kann man sofort loslegen, da ist die Einstiegshürde nicht hoch wenn man als Anfänger einen Editor braucht. Wir waren alle mal Anfänger, was die Meisten leider sehr schnell vergessen.

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      1. Mein PC ist gut und gern schon 15 Jahre alt. Ein Core2 T5200 (noch nichtmal 64bit!) mit 2GB RAM.

        Ich habe nano vor zwei Tagen compiliert. Das git clonen dauerte länger als das compilieren an sich.

        Vor ca. 5 Jahren bin ich von gentoo weg. Daher weiss ich auch noch gut, wie ich mich über die Dauer zum vim compilieren aufgeregt habe, so ein kleiner Editor, so viel Energie für nix.

        nano ist definitiv keine bloatware.

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