Kurz vor Weihnachten erfährt der Open-Source-Medienserver Jellyfin einige Updates. Den Anfang machten der Jellyfin Server und die Web-App, die Anfang der Woche in Version 10.11.5 veröffentlicht wurde. Kurz darauf folgte der Jellyfin Media Player, der in der neuen Version 2.0 nun Jellyfin Desktop heißt.
Jellyfin Server 10.11.5
Das Update für den Jellyfin Server und die Web-App ist ein Minor-Release mit Fokus auf Stabilität, Absturzbehebungen und Verbesserungen bei Navigation, Metadaten und AV1-Decoding. Einer der behobenen Fehler sorgte dafür, dass Hintergrundbilder beim Neueinlesen der Metadaten nicht mehr gelöscht werden, wenn sie zusammen mit den Medien gespeichert wurden. Die Sortierung von Sammlungen funktioniert jetzt wieder nach individuellen Einstellungen. Ebenso wurde die AV1-Decodierung auf RK3588-Chips repariert.
Jellyfin Web 10.11.5
Der Web-Client erhielt eine HEVC Level 6.2-Prüfung, die für bessere Kompatibilität sorgen soll. Zudem wurden Fehler behoben und Verbesserungen in der Erkennung von Browsern, der Untertitel-Anordnung und der Unterstützung von Sprachen, die von rechts nach links laufen (RTL), vorgenommen. Wie üblich sollte vor dem Update ein Backup gezogen werden.
Jellyfin Desktop 2.0
Im Rahmen einer Neuausrichtung wird die bisher als Jellyfin Media Player bekannte Anwendung in der aktuellen Version 2.0 zu Jellyfin Desktop umbenannt. Im Gegensatz zur browserbasierten Web-App ist Jellyfin Desktop eine dedizierte Desktop-Anwendung für Linux, macOS und Windows. Neben der Umbenennung bringt die Neuausrichtung auch ein Update des Frameworks von Qt 5 auf Qt 6. Das bedingt, dass Einstellungen aus dem auf Qt 5 basierenden Jellyfin Media Player nicht übernommen und für Jellyfin Desktop 2.0 neu vorgenommen werden müssen. Die Konfiguration für Linux liegt jetzt unter ~/.local/share/jellyfin-desktop.
Weitere Verbesserungen
Darüber hinaus wird jetzt das MPRIS-Protokoll unterstützt. Ein Druck auf die Escape-Taste beendet den Vollbildmodus und erlaubt somit schnellen Zugriff auf die Bedienoberfläche. Verschiedene Probleme mit der Fenstergeometrie, der Maximierung und dem Vollbildmodus wurden ebenso behoben wie das Problem mit der Audio-Stummschaltung zwischen Titeln. Die Web-Sicherheitsmechanismen CORS und CSP wurden gehärtet und erfordern nun keine Eingriffe mehr vom Anwender. Das löst Verbindungsprobleme zu Servern und das Laden von Ressourcen, die durch Browser-Sicherheitsrichtlinien blockiert wurden.

Jellyfin ist wirklich nett, vor allem das on-the-fly rekodieren funktioniert einwandfrei, damit kann ich im Urlaub ein HD Video von der Platte daheim live rekodieren und über die schwache Leitung bis ins Hotelzimmer streamen. Das einzige Problem bei der Nutzung von Jellyfin ist dass meine Musik und Videosammlung im Filesystem nach Ordnern sortiert ist. Das funktioniert gut und reicht uns.
Aber Jellyfin hat keinen einfachen Dateisystem Browser, es kann nur mit einer organisierten Datenbank arbeiten. Und ich werd jetzt sicher nicht >100.000 Dateien in Jellyfin neu organisieren.
Dass dieser feature request seit Jahren nicht bearbeitet wird ist leider sehr enttäuschend:
https://features.jellyfin.org/posts/224/add-a-folder-view-to-libraries
Ja, Jellyfin behandelt Musik stiefmütterlich. Das sieht man auch daran, dass viele alternative Jellyfin-Clients sich nur auf Videos konzentrieren und die Musik oft komplett ausblenden. Ich habe das dadurch gelöst, dass ich für Musik schlicht einen alternativen Daemon nutze (meelo).