Bryan Lunduke ist in der Linux-Szene kein Unbekannter, aber in den letzten Jahren zunehmend umstritten. Der Journalist war früher unter anderem Marketing-Mann bei SUSE und Mitglied im openSUSE-Board, bevor er sich mit seiner Lunduke Show und später dem eigenen, werbefreien Lunduke Journal unabhängig gemacht hat. Über viele Jahre bot Lunduke auf dem LinuxFest Northwest mit Linux Sucks eine unterhaltsame Stand-up-Comedy, in der er pointiert und humorvoll über die Schwächen und Marotten von Linux herzieht.
Ziemlich weit rechts
Inhaltlich hat er sich seither deutlich nach rechts bewegt: Lunduke positioniert sich unter anderem klar gegen Impfpflichten, äußerte sich wohlwollend über die Kapitol-Stürmer vom 6. Januar 2021 und schreibt regelmäßig gegen Trans- und LGBTQ-Themen an. So bezeichnet er eine Trans-Frau als Mann in einem Kleid. Im Jahr 2024 wurde sein YouTube-Kanal komplett gesperrt, was er selbst als politische Zensur bezeichnet, andere hingegen sehen es als Konsequenz seiner Inhalte.
Dabei hat Lunduke ein feines Gespür für kontroverse, diskussionswürdige Themen wie KI, Gendern, Altersverifikation, systemd oder Rust-Migrationen, die er konsequent zuspitzt und aus einer reflexhaft ablehnenden, »gegen den Mainstream«-Position heraus bedient, was seinem Abo-basierten Geschäftsmodell erkennbar zugutekommt. In Teilen der Open-Source-Community wird er inzwischen als »Fox News der FOSS-Welt« bezeichnet.
Lunduke Computer Operating System
Jetzt hat Lunduke ein eigenes Software-Projekt gestartet: das »Lunduke Computer Operating System«, kurz LCOS. Auf GitHub beschreibt er es unverblümt als »ein Linux-System, gebaut von Lunduke, für Lunduke«. Technische Basis ist Devuan, also Debian ohne Systemd, ergänzt um eine bewusst reduzierte Version des Browsers Brave als Standard.

Teils kuriose Grundsätze
Teils kurios wird es beim Blick auf die selbst gesteckten Grundsätze: keine Altersverifikation, keine Online-Konten, kein KI, »keine seltsame Politik«, kein Systemd, keine erzwungenen Rust-Ersatzprogramme – dafür »moderne Technik, aber Neunziger-Optik«. Auch die Organisationsform hat Lunduke klar geregelt: LCOS sei explizit kein Community-Projekt, sondern eine Monarchie, in der er als »König« die volle Kontrolle behält, um eine Übernahme durch »politische Aktivisten« zu verhindern, was angesichts seiner sonstigen Positionen ein vielsagender Seitenhieb ist.
Das unter der GPL-3.0 stehende System steckt noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase. Fragen und Diskussionen sind aktuell ausschließlich zahlenden Abonnenten des Lunduke Journal im hauseigenen Forum vorbehalten.

Allerdings stellt sich mir hier die Frage, warum man erst lang und breit erklärt, warum Lunduke problematisch ist und ihm dann doch eine Plattform für seine Selbstvermarktung bietet, obwohl es eigentlich nichts zu berichten gibt. Irgendeine journalistische Relevanz kann ich in der Veröffentlichung von Lundikes Troll-OS, falls man das überhaupt als eigenständiges OS bezeichnen will und nicht als vorkonfiguriertes Devuan, jedenfalls nicht erkennen.
Ich fand es schon wichtig, denn jetzt kann Trump endlich auch zu Linux wechseln 😉