Wer wie ich in der glücklichen Lage ist, nur ganz selten auf einer Windows-Maschine arbeiten zuu müssen, der wird sich dort für solche Fälle seine gewohnten Linux-Werkzeuge wünschen. Da kommt ein Werkzeugkasten der besonderen Art ins Spiel: MobaXterm. Das Tool stammt vom französischen Hersteller Mobatek, bezeichnet sich selbst als Toolset für Remote-Computing und wird in zwei Versionen angeboten. Die kostenlose Home-Edition reicht für den Hausgebrauch meist aus. Die Professional Edition ist zum jährlichen Preis von 58 Euro verfügbar. Lediglich die Limitierung auf vier Makros in der Home-Edition könnte etwas knapp werden.
X11-Server, SSH-Client…
MobaXterm basiert auf Cygwin und bietet ein erweitertes Terminal für Windows mit X11-Server, SSH-Client, Netzwerk-Tools und vielem mehr. Alle Funktionen sind in einer EXE gebündelt, die es als Installer und in einer portablen Version für den USB-Stick gibt. MobaXterm bietet viele wichtige Remote-Netzwerk-Tools wie SSH, Telnet, RDP, RSH, VNC, Xdmcp, FTP, SFTP und MOSH auf dem Windows-Desktop. Das Windows-Subsystem für Linux (WSL) wird ebenso unterstützt wie der Zugriff auf Amazons AWS S3-Buckets.
Eingebaute Befehle
Zudem stellt MobaXterm einen vollständig konfigurierten X-Server auf Basis von X.org bereit, der auch das Xdmcp-Protokoll unterstützt. Über X-Forwarding lassen sich grafische Anwendungen von einem entfernten Server ausführen. Das Terminal ist bereits mit Befehlen wie etwa ls, cd, cat, sed, grep, awk, rsync und wget ausgestattet. Syntaxhervorhebung und das Teilen des Terminals in zwei oder vier Fenster gehören ebenfalls zu den Grundfunktionen. Über die Funktion multiexec lässt sich ein einmal eingegebener Befehl auf einigen oder allen verbundenen Servern ausführen.

Sitzungsverwaltung
Die Sitzungsverwaltung speichert in der Home-Edition bis zu zwölf Sessions, ein SSH-Agent kümmert sich um die Schlüsselverwaltung. Ist die Option Enable graphical SSH-Browser gesetzt, schaltet man bei bestehender SSH-Verbindung in der Seitenleiste über ein Icon einen grafischen SSH-Browser frei. Da es sich dabei um eine SFTP-Verbindung handelt, können Dateien direkt vom oder zum entfernten Server kopiert werden. Ein eingebauter Texteditor erlaubt das Bearbeiten von Textdateien. Ein SSH-Gateway, auch als Jump Host bekannt, lässt sich ebenfalls einrichten. Viele weitere Tools sind bereits eingebaut, weitere sind als Plugins nur ein apt-get install entfernt. Auch ein rudimentäres Monitoring der verbundenen Geräte ist bereits an Bord.
MobaXterm erlaubt das Arbeiten mit lokalen und entfernten Geräten unter Windows mithilfe der gewohnten Linux-Befehlen. Da alles unter einer Oberfläche vereint ist, bleibt dem Nutzer das Starten mehrerer Apps erspart.

Ich persönlich habe MobaXterm als freie Portable-Version lange Zeit unter WIN verwendet und schließlich sogar eine Lizenz gekauft, da die Anzahl der gespeicherten Sessions irgendwann zu groß wurde.Das Tool ist Top! Meiner Meinung nach eine absolute Empfehlung!
Mein Grund für die Kaufentscheidung war:
Ich verwende MobaXterm aus zwei Gründen (wenn ich mich schon mit einem Windows herumschlagen muss);
BTW Statt Putty nehme ich gerne Kitty – das hat mehr Konfigurations-Möglichkeiten. Das eingebaute Terminal ab Windows 10 ist nett, kann aber nicht genug.
Ich nutze MobaXterm regelmäßig und fast immer mit dem “Start local terminal”. Dann kann man sofort mit STRG-R suchen und findet gleich die Verbindung, die man braucht. ssh-agent wird auch gleich mit gestartet… Was will man mehr (wenn man schon auf einem Windows-Rechner sein muss)?
Naja bei der Firewall bevorzuge ich immernoch seriell. Da reicht aber auch ein einfaches Cygwin vollkommen aus, wenn mans denn unbedingt vom win PC machen will.
EUR 58 für die “Professional Version” ist dann doch etwas für Big Corp 🙂 X-Windows – so sehr ich es mag – wird leider auch immer seltener. So richtig funktioniert hatten solche Konstrukte eigentlich auch nie. Oft wurde Hummingbird benutzt – aber Umlaute und Funktionstasten stimmten nie richtig.
Ich habe durch meine IT- Workshops immer wieder bedauernswerte Kollegen, die von einem Windowsrechner aus z.B. über SSH oder auf einen graphischen Desktop zugreifen. Dafür hat sich ein Guacamole- Server als sehr hilfreich erwiesen – da braucht man am am Windows nichts zu tun – alles geht über den Browser.
Windows hat mittlerweile (es hängt halt ~25 Jahre hinterher) openssh eingebaut, putty und Konsorten sind nicht mehr zwingen erforderlich.
Wow 🙂