Die Entwickler der freien Linux-Firewall-Distribution IPFire haben das Core Update 196 für Version 2.29 veröffentlicht. Die neue Version bringt zahlreiche Verbesserungen, darunter eine erweiterte WireGuard-Unterstützung, Optimierungen für IPsec und OpenVPN sowie ein modernisiertes Konsolen-Grafiksystem.
WireGuard-Unterstützung aufgebohrt
WireGuard-Verbindungen lassen sich nun direkt im Dashboard der Weboberfläche überwachen. Zudem wurde die Unterstützung für Generic Segmentation Offload (GSO) hinzugefügt, was den TCP-Durchsatz über WireGuard-Tunnel erhöht. Forscher aus Italien haben darüber hinaus den Linux-Kernel so angepasst, dass mehrere WireGuard-Verbindungen effizienter verarbeitet werden können. Jeder Tunnel wird nun in einem eigenen Kernel-Thread bearbeitet, wodurch alle verfügbaren CPU-Kerne für maximale Performance genutzt werden können.
DRM für grafische Ausgabe
Auch die grafische Ausgabe auf der Konsole wurde überarbeitet. IPFire setzt jetzt auf den Linux Direct Rendering Manager (DRM), was höhere Bildschirmauflösungen auf kompatibler Hardware ermöglicht, schnellere Modiwechsel erlaubt, die Gesamtleistung verbessert und Mehr-GPU-Setups sowie eingebettete Grafiklösungen besser unterstützt.
Pakfire optisch aufgewertet
Im Bereich IPsec wurde die Kompatibilität mit klassischen Algorithmen wie Curve25519 in Kombination mit OpenSSH verbessert. OpenVPN erhält mehr Kompatibilität durch die automatische Einbindung der Zeile auth-user-pass in generierte Konfigurationsdateien. Die Benutzeroberfläche von Pakfire, dem integrierten Paketmanager, wurde optisch überarbeitet. Zudem wurde eine Sicherheitsabfrage entfernt, die bislang das Herunterladen leerer IP-Blocklisten verhinderte.
Aktualisiert
Zahlreiche Softwarekomponenten wurden aktualisiert, darunter der Linux-Kernel (6.12.34 LTS), GCC 15, BIND 9.20.10, Boost 1.88.0, cURL 8.14.1, Ruby 3.4.4, SQLite 3.50.1 und viele mehr. Auch Add-ons wie ClamAV, QEMU, Tor und Git wurden auf den neuesten Stand gebracht. Neu hinzugekommen ist das Add-on FORT Validator, ein quelloffenes RPKI-Validierungswerkzeug.
Das Update steht ab sofort auf der IPFire-Webseite als ISO- oder USB-Image für x86_64- und ARM64-Systeme zum Download bereit. Bestehende Installationen lassen sich wie gewohnt über das Webinterface aktualisieren.
