ODF steht für OpenDocument Format und ist ein 2005 erstmals vorgestellter quelloffener Standard für das Speichern und Austauschen der Dateiformate von Bürodokumenten wie Texten, Tabellendokumenten, Präsentationen, Zeichnungen, Bildern, Grafiken und Diagrammen. Ursprünglich bei Sun Microsystems für StarOffice entwickelt, wurde er durch die Organisation OASIS als Standard etabliert und ist Teil der ISO/IEC 26300-Norm.
Bereits im Einsatz
Jetzt steht ODF 1.4 in den Startlöchern und wird bereits von einigen Office-Suiten wie LibreOffice oder Microsoft Office 365 in deren aktuellen Veröffentlichungen teilweise umgesetzt. ODF 1.4 bringt mehrere Verbesserungen und neue Funktionen, die die Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und die Kompatibilität mit modernen Office-Anwendungen stärken.
ODF 1.4 bietet neue Diagrammtypen, bessere Charting-Optionen und erweiterte Textformatierungen. Die Verarbeitung von Multimedia-Elementen und Animationen wurde besonders für Präsentationsdokumente weiter ausgebaut und die Einbettung und Darstellung von Bildern und Multimedia wurde modernisiert. Die Kontrolle und Verwaltung von Metadaten, insbesondere über das Resource Description Framework (RDF) für archivierte und akademische Inhalte, wurde verbessert.
Bei 0 beginnen
Viele kleine Verbesserungen führen lange geforderte Funktionen ein. So können Listen jetzt bei 0 beginnen, während Tabellen nun neben Textboxen auch in anderen Formen platziert werden können. Auch Präsentationen unterstützen Foliennummerierung ab Null und gedrehte Textrichtung in Tabellenzellen. Die Überlappung von Bildern und Formen kann jetzt explizit verhindert werden, gerade und ungerade Seitenumbrüche werden bei Abschnittswechseln berücksichtigt. Ferner erlauben neue Schreibmodi insbesondere bei Sprachen und Absätzen differenzierte Formatierungen.
Barrierefreiheit aufgewertet
Die ODF 1.4-Spezifikation enthält auch strengere und klarere Vorgaben für Barrierefreiheit. Für alle nichttextuellen Inhalte wie Bilder, Grafiken und dekorative Objekte muss ein Alternativtext bereitgestellt werden. Das umfasst sowohl inhaltliche als auch als dekorativ gekennzeichnete Objekte, die von Screenreadern ignoriert werden dürfen. Dokumentenelemente wie Tabellenüberschriften, Absätze, Listen etc. werden strikter semantisch ausgezeichnet, um die Maschinenlesbarkeit zu verbessern. Alle Steuerungs- und Formularelemente müssen vollständig per Tastatur erreichbar und bedienbar sein. Die ODF-Spezifikation fordert zudem ausreichende Kontrastverhältnisse bei Texten und Objekten zu ihrem Hintergrund, damit sie gut unterscheidbar bleiben.
In den Dokumentmetadaten kann explizit festgelegt werden, dass das Dokument barrierefrei ist oder welche Barrierefreiheitsfunktionen umgesetzt wurden. Diese Vorgaben sind sowohl für Softwarehersteller als auch für Dokumentenersteller verbindlicher und überprüfbarer als bisher umgesetzt.
Bild: Microsoft
