Oft ist zu lesen, die Linux-Community im Besonderen und Open Source allgemein seien eine toxische Umgebung, wenn es um den Umgang miteinander geht. Dabei angeführte Beispiele sind oft Linus Torvalds, der in der Vergangenheit öffentlich einige nicht entschuldbare Äußerungen gegenüber Entwicklerkollegen geäußert hat und generell einen rauen Umgangston pflegte, bis ein aufgezwungener Code of Conduct ihm hier Grenzen auferlegte.
Es ist was dran
Weitere Beispiele sind diverse Foren und andere Medien, wo Entwickler oder Maintainer sich überheblich geben und Neuankömmlinge abschrecken. Dabei kommt des Öfteren das deutsche Arch-Forum zur Sprache. Ich habe solche Kollegen in der Vergangenheit auch bei siduction und seinen Vorgängern selbst erlebt. Es ist also etwas dran an solchen Geschichten.
Ich möchte aber hier einmal eine Lanze für die Entwickler, Maintainer und Supporter brechen, mit denen ich zu tun habe. Meine Erfahrungen dabei sind fast ausschließlich positiv und zeugen von weitreichender Hilfsbereitschaft und Unterstützung.
Sehr hilfsbereit
Ich schreibe jeden Monat mehrere Artikel für die Zeitschrift LinuxUser. Wenn ich einen Artikel beginne, versuche ich in jedem Fall den oder die Entwickler zu kontaktieren, um eventuell auftretende Fragen zu klären, Anregungen zu vermitteln, gefundene Fehler zu melden und etwas über die weiteren Pläne zu erfahren. In den meisten Fällen sind das Menschen, die mich nicht kennen und mit denen ich vorher keinen Kontakt hatte. Dabei bin ich immer wieder überrascht, wie hilfsbereit die Community ist.
Immer wieder überraschend
Gerade dieser Tage hatte ich wieder ein solch positives Erlebnis mit dem Schweizer Entwickler Urs Pfister, mit dem ich allerdings bereits etwas länger Kontakt habe. Ich hatte gerade einen Artikel zu der von ihm erstellten Distribution AVMultiPhone fertiggestellt, die am nächsten Tag beim zuständigen Redakteur erwartet wurde. Als ich die Screenshots für den Artikel erstellen wollte, gab das PinePhone den Geist auf.
Darauf schrieb ich eine Mail an Urs, ob er mir aushelfen und ein paar Screenshots erstellen könne. Obwohl krank und fern der Heimat, gab er sich alle erdenkliche Mühe und arrangierte es, dass ein Freund das PinePhone bei ihm zu Hause abholt und Screenshots für mich erstellt. Danke dafür und Dank an all die anderen Entwickler, die immer wieder freundlich und hilfsbereit auf meine Anfragen reagieren!

Am schockierendsten finde ich das Verhalten, wenn sich Entwickler “unter sich” glauben. Linus wird nicht dann am ausfälligsten, wenn er in aller Öffentlichkeit sprich (Wobei… nun gut Linus ist ein extrem Beispiel), sondern wenn er sich an andere Entwickler richtet.
Was so von Debian hört ^^. Also, dass der Hauptmaitrainer der KDE Pakete bei Debian gegangen ist (hattest du ja im Blog), lag ganz bestimmt nicht an einem Übermass an Freundlichkeit.
Du hast natürlich den Pressevertreter Bonus. Aber hey, wenn du eine Exklusivstory willst: Du könntest einfach dir einfach die aktuellste Version von KDE ziehen, und versuchen die bei Debian Testing reinzubekommen. DEN Erfahrungsbericht würde ich sehr gerne lesen.
Auch Neulinge bekommen (je nach Forum) häufig nur ein RTFM oder ein “Hast du eigentlich nicht die Forumssuche benutzt, die Frage wurde schon tausend Mal beantwortet” zu hören. Wobei, da sind nicht alle Foren gleich.
Das mit der aktuellen KDE-Version wäre so schwierig nicht. Ich müsste einen Sponsor finden, der die Pakete nach Unstable lädt, dann landen sie automatisch nach einer gewissen Zeit in Testing. Im Moment liefert aber Norbert Preining noch aktuelle Pakete über sein Repo, die er im OBS baut. Danke dafür, Norbert!
@Ferdinand Thommes
Und wie geht es deinem PinePhone? Läuft es wieder oder ist die Hardware in die ewigen Jagdgründe gegangen?
Ich weiß es noch nicht genau. Von SD-Card bootet es nicht und das intern installierte Mobian zeigt den Splash am Anfang und das wars. Muss ich mal Zeit finden, dem nachzugehen.
Das klingt leider gar nicht gut in meinen Ohren. Sorry, sehr wahrscheinlich, ist es die Hardware. Ansonsten müsste es ein frisch aufgespieltes OS auf der SD-Card tun.
Die nächste Aufgabe von Pine64 sollte es sein an der Qualität zu arbeiten. Mein Pinebook Pro ist leider auch recht schnell ins Nirwana übergegangen.
Mein PineBook Pro hat auch nicht lange durchgehalten. Keine zwei Jahre. Der Monitor scheint kaputt zu sein und es gibt Beschädigungen an den Scharnieren.
Das Jolla Phone 2 läuft immer noch, wenngleich auch mit nicht mehr unterstütztem OS.
Bin gespannt, wann das PinePhone für den Alltagseinsatz geeignet sein wird und wie lange es dann noch halten wird.
Es kommt mitunter auch darauf an, wo man mit seinen Problemchen Landet, vor allem als Neuling habe ich da in diversen Foren unterschiedliche Erfahrungen gemacht, bei debian manchmal weiniger gute, bei ubuntu manchmal mehr gute, aber dahinter stecken auch nur Menschen. Ich habe in späteren Jahren auch schon mal anderen bei ihren Problemchen mit dem einen oder anderen Thema helfen können, oder es versucht, und klar gibt es schon mal Fragen, die einen zu banal deher kommen, aber es bringt nicht, wenn ich dieser Frage mit einer blöden Antwort komme, denn dann habe ich den fragenden mit Sicherheit nicht weiter geholfen. Und ich denke, das wird unter Entwicklern oder Fricklern nicht anders sein. Also, lieber mal kurz das erdachte überdenken, und sachlich bleiben. Aber im Großen und ganzen bin ich immer auf großer Hilfsbereitschaft gestoßen.
Ach ja der gute Linus. War immer irgentwie sehr unterhaltsam. Das NVIDIA f&ck you! dürften wohl vielen noch kennen. Aber auch andere Ausbrüche auf LKML waren lesenswert. Besonders wenn jemand die eine Regel brechen wollte, platze Ihn schnell der Kragen und es wurde getrolled bis zum geht nicht mehr :). War ja nicht böswillig. Manche Menschen kapieren es aber nicht anders. Schade alles vorbei.
Ich bin da ganz deiner Meinung. Allerdings waren einige Äußerungen auch nicht zu entschulden.
Sicher mag auch eine Rolle spielen ob ein Ferdinand sich meldet oder ein Balou, der eine ein Bekannter in der Community, der andere wer ist das. Aber ja meine Erfahrungen sind durchweg
gut wenn du den Kontakt suchst. Ja vielleicht gefällt einem auch mal die Antwort nicht. Aber hey, wenn ich erklärt bekomme warum ist das völlig okay. Wenn ich schon programmiertechnisch nicht in der Liga spielen um was zu beizutragen kann ich Anregungen oder Fehler melden.
Es wird hier wirklich viel für die Community gegeben
Es sind ja schließlich auch alles nur Menschen. Manche sind eben etwas schroffer, andere weniger. Und obendrein hat auch jeder mal einen schlechten Tag.
Aber grundsätzlich stimme ich dir zu; Meistens sind die Devs sehr hilfsbereit und aufgeschlossen gegenüber respektvoller Kritik.