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openDesk: Hohe Nachfrage überfordert ZenDiS

Die quelloffene Office- und Kollaborationssuite openDesk entwickelt sich zu einer gefragten Alternative zu Microsoft 365. Das staatliche Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) hat bereits Lizenzen für mehr als 200.000 Arbeitsplätze verkauft. Um die hohe Nachfrage künftig bedienen zu können, setzt die Organisation verstärkt auf externe Partner.

Das Interesse an der deutschen Office-Alternative openDesk übersteigt offenbar die Kapazitäten ihres Anbieters. Wie das Handelsblatt berichtet, musste das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) im vergangenen Jahr einen Großteil der Anfragen ablehnen. »Mit unserer bisherigen Aufstellung konnten wir die enorme Nachfrage nicht bedienen«, erklärte ZenDiS-Co-Geschäftsführer Leonhard Kugler gegenüber der Zeitung. Trotz der begrenzten Kapazitäten wurden bereits Lizenzen für mehr als 200.000 Büroarbeitsplätze verkauft.

Internationaler Strafgerichtshof als prominenter Anwender

Einen wesentlichen Beitrag zur gestiegenen Bekanntheit leistete der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Dieser entschied sich im Herbst 2025 für openDesk, nachdem US-Sanktionen gegen den Gerichtshof Befürchtungen ausgelöst hatten, dass der Zugang zu Software amerikanischer Unternehmen eingeschränkt werden könnte.

openDesk bietet eine Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace. Die webbasierte Plattform vereint etablierte Open-Source-Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen, E-Mail, Kalender und Dateiverwaltung. Hinzu kommen Funktionen für Chat, Videokonferenzen, Wissensmanagement und Projektplanung. Sämtliche Anwendungen sind über eine gemeinsame Oberfläche erreichbar.

Partner sollen Vertrieb übernehmen

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat ZenDiS im September 2026 ein Partnerprogramm gestartet. Erstmals können damit auch privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister eigene Angebote auf Basis der Enterprise Edition von openDesk aufbauen. Bislang hatte ZenDiS den Vertrieb weitgehend selbst organisiert.

Am 13. Oktober wurden die ersten Partner vorgestellt. Dazu gehören B1 Systems und DACHS IT als Systemintegratoren sowie STACKIT, der Cloud-Anbieter von Schwarz Digits. STACKIT will openDesk künftig als Software-as-a-Service aus europäischen Rechenzentren anbieten. Erste Pilotangebote sind bereits verfügbar, der reguläre Produktivbetrieb ist für Anfang 2027 geplant. B1 Systems und DACHS IT übernehmen unter anderem Integration, Migration, Betrieb und Support.

Das neue Vertriebsmodell soll die Verbreitung der Suite in öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen beschleunigen. Nach eigenen Angaben von ZenDiS sind inzwischen rund 100.000 Verwaltungsarbeitsplätze mit openDesk ausgestattet. Diese Zahl ist von den mehr als 200.000 verkauften Arbeitsplatzlizenzen zu unterscheiden.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie schnell das neue Partnernetzwerk zusätzliche Installationen realisieren kann. Neben dem Funktionsumfang dürfte dabei insbesondere entscheidend sein, wie reibungslos sich bestehende Microsoft-Umgebungen migrieren lassen.

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