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Sechs Bundesländer setzen bei der Schul-Cloud auf Nextcloud

Sechs Bundesländer wollen Schulen künftig eine auf Open Source basierende Cloud-Plattform für die Zusammenarbeit zur Verfügung stellen. Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat der deutsche Cloud-Anbieter IONOS den Zuschlag für einen vierjährigen Rahmenvertrag erhalten. Technische Grundlage der Lösung ist Nextcloud.

Beteiligt sind Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Das Projekt trägt den Namen KoDaS (Kollaborations- und Dateiablagesystem) und ist Teil der gemeinsamen Initiative Pädagogische Cloud Infrastruktur (PCI). Mit ihr möchten die Länder eine länderübergreifende Infrastruktur für digitale Bildungsangebote aufbauen. Weitere Bundesländer können sich dem Projekt anschließen.

IONOS übernimmt den Betrieb

Als technische Grundlage dient IONOS Nextcloud Workspace, eine auf die Anforderungen von Schulen zugeschnittene Kollaborationsplattform. Sie ermöglicht Lehrkräften und Schülern, Dateien zu speichern und auszutauschen, Dokumente gemeinsam zu bearbeiten und miteinander zu kommunizieren. IONOS übernimmt die Bereitstellung, Migration und den Betrieb der Plattform. Die Daten sollen ausschließlich in deutschen Rechenzentren verarbeitet werden.

Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren und sieht eine nutzungsabhängige Abrechnung vor. Dabei sind fünf Größenklassen vorgesehen, die von bis zu 50.000 bis zu mehr als 500.000 aktiven Nutzern reichen. Schulen und Schulträger können das Angebot nach Bedarf in Anspruch nehmen. Eine Verpflichtung zur Nutzung besteht nicht.

Digitale Souveränität im Bildungsbereich

Mit KoDaS wollen die beteiligten Länder eine Alternative zu proprietären Cloud-Angeboten schaffen und die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern reduzieren. Die gemeinsame Beschaffung soll zugleich wirtschaftliche Vorteile gegenüber individuellen Lösungen der Länder ermöglichen.

Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek betont in einem Blogbeitrag darüber hinaus die bildungspolitische Bedeutung des Projekts. Schulen sollten nicht nur digitale Kompetenzen vermitteln, sondern auch den Umgang mit offenen Technologien fördern. Wer bereits während seiner Schulzeit ausschließlich mit den Produkten weniger großer Anbieter arbeite, werde diese häufig auch später bevorzugen.

Mit der Vergabe des Rahmenvertrags ist zunächst die Grundlage für den Einsatz geschaffen. Wie viele Schulen das Angebot tatsächlich nutzen werden und in welchem Umfang damit bestehende proprietäre Lösungen ersetzt werden, bleibt abzuwarten.

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2 Kommentare

    1. Nextcloud bietet halt schon viel mehr Funktionalität und eine Datenbank hat bzw. braucht man früher oder später sowieso. Außerdem ist es verhältnismäßig einfach, Nextcloud um eigene Apps zu erweitern, wenn das gewünscht wird.

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