Tor & Tails

Tails und Tor-Projekt gehen zusammen

Gestern haben sich das Tor-Projekt, eine globale Non-Profit-Organisation, die Werkzeuge für Online-Privatsphäre und Anonymität entwickelt, und Tails, ein portables Betriebssystem, das Tor nutzt, um Nutzer vor digitaler Überwachung zu schützen, zusammengetan. Die Eingliederung von Tails in die Struktur des Tor-Projekts ermöglicht eine einfachere Zusammenarbeit, bessere Nachhaltigkeit, geringere Kosten und erweiterte Schulungs- und Informationsprogramme, um einer größeren Anzahl von digitalen Bedrohungen entgegenzuwirken. Der Zusammenschluss soll die Fähigkeit beider Organisationen stärken, Menschen weltweit vor Überwachung und Zensur zu schützen.

15 Jahre Tails

Tails steht für »The Amnesic Incognito Live System« und bedient sich zur Anonymisierung des Tor-Netzwerks, durch dessen Knotenrechner der Netzwerkverkehr geleitet wird. Es ist als Live-System für die Verwendung auf USB-Sticks oder DVDs ausgelegt und spezialisiert sich auf Anonymität und die Wahrung der Privatsphäre seiner Anwender. Vor 15 Jahren wurde die erste Veröffentlichung von Tails auf einer Tor-Mailingliste angekündigt, die Entwickler von Tor und Tails arbeiten seit 2015 eng zusammen.

Geteilte Last

Ende 2023 trat Tails mit der Idee an das Tor-Projekt heran, die Betriebsabläufe zusammenzulegen. Tails war aus seiner bestehenden Struktur herausgewachsen. Durch den Zusammenschluss kann sich das Tails-Team nun auf seine Kernaufgabe konzentrieren, nämlich die Wartung und Verbesserung von Tails OS, mehr und ergänzende Anwendungsfälle erkunden und gleichzeitig von der größeren Organisationsstruktur des Tor-Projekts profitieren.

Der Projektleiter von Tails sagt dazu:

Tails 15 Jahre lang als unabhängiges Projekt zu betreiben, war ein enormer Aufwand, aber nicht aus den Gründen, die man erwarten würde. Der schwierigste Teil war nicht die Technik, sondern die Bewältigung kritischer Aufgaben wie Spendensammlung, Finanzen und Personalwesen. Nachdem ich versucht habe, diese auf unterschiedliche Weise zu bewältigen, bin ich wirklich erleichtert, dass Tails jetzt unter den Fittichen des Tor-Projekts steht. In gewisser Weise fühlt es sich an, wie nach Hause zu kommen.

intrigeri | Teamleiter Tails OS

Spenden sollen vorzugsweise an das Tor-Projekt geleistet werden. Soll eine Spende speziell für Tails-Aktivitäten verwendet werden, kann sie dies bis auf Weiteres an die Spendenseite von Tails gehen.

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9 Kommentare

  1. Tor stammt aus der Küche von US Geheimdiensten. Inwieweit sie heute bei Tor immer noch mitkochen ist unklar. Aber auch wenn nicht, ist es bei einem so sensiblen Projekt ein enormes Sicherheitsrisiko wenn ausgerechnet die Distribution die Tor zu den Usern bringt vom gleichen Arbeitgeber bezahlt wird.

    Das ist auch der Grund weshalb ich snap und flatpak gegenüber sehr kritisch eingestellt bin. Das Maintainment von Debian und Arch stellt eine Kontrollinstanz da. Wenn wie bei snap und flatpak die Entwickler auch noch selbst die paks schnüren, dann kann darin ein Entwicker alles verstecken was er will.

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    1. Es gibt haufenweise Projekte, die ihren Ursprung in staatlichen und miliärischen Einrichtungen haben, wie z.B. das Internet (ARPA) und SELinux (NSA). Sind die auch alle unterwandert? Da braucht es schon ein paar Beweise, ansonsten kannst Du die Behauptung nicht halten!

      Tails ist nur eine von vielen Distributionen, die das Tor-Netzwerk nutzt. Jeder kann den Tor-Browser und/oder Tor-Onion installieren und verwenden.

      Und warum sollte der Maintainer einer Distribution vertrauensvoller sein als ein Entwickler? Und ich bezweifle auch dass er den Source Code jedes mal durchleuchtet, bervor er seine Pakete baut.

      Tut mir Leid, Deine Argumente leuchten mir nicht ein.

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    1. Verstehe ich nicht, warum sollten sich die beiden Projekte bisher gegenseitig kontrollieren? Ich denke das Gegenteil ist nun der Fall, durch den Zusammenschluß werde sich die einzelnen Abteilungen genauer auf die Finger schauen 🙂

      Ich sehe hier eher die Vorteile, durch die Synnergieeffekte können sich die Entwickler wieder stärker ihrer Kernkompetenz widmen und müssen sich nicht länger mit administrativen Aufgaben herumschlagen.

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      1. Du meinst wohl wie bei VW. Da gab es bei Dieselmotoren auch Synergieeffekte weil sich jeder auf seine Arbeit konzentrieren konnte.

        Wenn Projekte von einander unabhängig sind, dann kann das eine Projekt monieren wenn das andere Projekt Fehler hat. Bei gleichem Arbeitgeber wird hingegen alles unter den Teppich gekehrt.

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        1. Sorry, der Vergleich ist ziemlich daneben! Bei VW wurde mit krimineller Energie gehandelt und Kunden, Mitarbeiter und Kontrollinstanzen getäuscht und betrogen. Daher wird die Affäre auch juristisch aufgearbeitet. Ursächlich waren wohl ökonomischer Druck und die aggressive Unternehmenskultur. Was davon trifft nun auf die beiden Projekte zu?

          Grundsätzlich befürworte ich diesen Zusammenschluß, da sich zwei Projekte mit ähnlichen Zielen zusammenfinden und ihre Kompetenzen bündeln, damit der Nutzer bessere Softwareprodukte nutzen können. Beide Projekte stehen zudem im Fokus von staatlichen Überwachungsorganen, insbesondere das Tor-Projekt wird anscheinend aktiv unterwandert. Gemeinsam ist man nun stärker, um den Herausforderungen zu begegnen.

          Auch freie Softwareprojekte bewegen sich nicht im luftleeren Raum und sind ökonomischen Zwängen ausgesetzt. Lieber gemeinsam handeln anstatt alleine untergehen!

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